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Umweltkatastrophe in Minas Gerais befürchtet

Im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais, der zwischen Brasilia und Rio de Janeiro liegt, regnet es seit September mit einer schon lange nicht mehr erlebten Heftigkeit. Seither befinden sich 53 Gemeinden (municípios) im Ausnahmezustand (estado de emergência), 18 Personen wurden getötet und ca. 60.000 Personen wurden obdachlos.

In der Waldzone (Zona da Mata) lagen die Niederschläge bisher 170% über dem Normalwert vergleichbarer Werte in dieser Jahreszeit, in den Stadtregionen (Região Metropolitana) um 120% und in der Westregion (Região Oeste) um 60%.

Nun befürchtet man, dass über den Rio Pomba, ein bereits stark verseuchter und umweltgeschädigter Fluss, durch die umfangreichen Regenfälle ein erneutes Umweltdesaster droht. Erneut deswegen, weil im Januar 2007 bereits eine Katastrophe passierte als durch starke Regenfälle das Rückhaltebecken der Bergwerksfirma Rio Pomba Cataguases brach und giftige Rückstände in grossem Umfang aus dem Bauxit-Abbau in den Fluss gelangten. Dies war bereits der zweite Unfall dieser Art, zuvor passierte dies im März 2006. Das Bergwerk wurde dann geschlossen und die Firma wegen Umweltvergehen mit einer hohen Geldstrafe belegt.

Aber scheinbar hatte man daraus nichts gelernt. Im gleichen Ort gibt es eine neues Bergwerk der Grupo Votorantim, dessen Rückhaltebecken 5 bis 10 Mal grösser sein soll. Und jetzt muss man wieder zittern, dass es hält.

Der geschundene Rio Pomba wird zum Abwasserkanal, der die Trinkwasserreserven vieler Menschen bedroht. Zur Erinnerung noch eine
Meldung von Greenpeace vom 03.04.2003:

"Die Umweltkatastrophe in Brasilien nimmt immer größere Ausmaße an. Wie die Regierung des Bundesstaates Rio de Janeiro auf ihrer Website bekannt gab, sollen aus dem Rückhaltebecken der Matarazzo-Zelluosefabrik in Cataguazes nicht 20 Millionen sondern rund 1,5 Milliarden Liter Ätznatron ausgelaufen sein. Die Bevölkerung entlang den Flüssen Paraiba do Sul und Pomba wurde gewarnt, das Flusswasser weder zu trinken noch darin zu baden. Berichten zufolge sollen im Uferbereich bereits 100 Tiere gestorben und Hunderte von Fischen verendet sein."

Informationsquelle: http://jbonline.terra.com.br/extra/2008/12/29/e291217336.html

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