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Santa Catarina im Notstand

Auf Wunsch aus dem Leserkreis richte ich einmal meinen Blick nach Südbrasilien. Die Situation nach den schweren Unwettern der letzten Woche war auch Gegenstand weltweiter Nachrichten. Zur Information habe ich den "Diário Catarinense" herangezogen, der in der Hauptstadt des Bundesstaates Santa Catarina, Florianópolis, beheimatet ist. Die Zeitung habe ich in der linken Spalte in die Rubrik "Nachrichtenquellen - fremdsprachig" aufgenommen.

In Santa Catarina ist die Situation nach den langanhaltenden Regenfällen (chuva intensa) weiterhin dramatisch. Die Zahl der Toten ist inzwischen auf 118 gestiegen. 31 Personen gelten noch als vermisst. 32.789 Menschen sollen obdachlos sein.

Schlimm sind auch die Spätfolgen. Erdrutsche bedrohen immer noch einige Gegenden. Inzwischen sind 5 Fälle von Leptospirose entdeckt worden. Die Inkubinationszeit für Leptospirose beträgt zwischen 1 und 30 Tagen. Deswegen muss mit weiteren Fällen gerechnet werden. Leptospirose beginnt mit hohem Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen. Die Haut und der Schleim kann sich gelb färben. Nierenversagen, Blutungen und neurologische Veränderungen können zum Tod führen. Ursache sind das verseuchte Wasser und der verkotete Schlamm. Die Bevölkerung wurde dringend aufgerufen, den Kontakt damit zu vermeiden und wenn ein Kontakt erforderlich, Handschuhe (luvas) und wasserdichte Stiefel (botas impermeáveis) zu benutzen.


Die Katastrophe war vermeidbar, wird der Agraringenieur José Augusto Laus Neto zitiert. Er führt die zerstörerischen Erdrutsche, vor allem im Tal des Itajaí, auf die Zerstörung der Wälder an den Ufern und deren wilde Besiedlung zurück.


Bild: Weihnachtsmann besucht die Opfer der Überschwemmungen; Quelle: Diario Catarinense

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