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Bald vor unserer Haustür, ein Land mit dem Namen “Nouvelle Austrasie”?

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Der Nordosten Frankreichs hat die Wahl. Nachdem nun schon die 3 Regionen Champagne, Lothringen und Elsass von den Pariser Zentralisten per Federstrich zu einem Regionen-Konglomerat unter dem Arbeitstitel “ALCAL” zusammengebacken wurden, dürfen jetzt die Bürgerinnen und Bürger dieses neuen Gebildes in einer Internet-Abstimmung bis zum 1. April über einen Namen für ihre neue Region abstimmen . Damit es nicht zu anstrengend wird, hat eine Expertengruppe 4 Namensvorschläge erarbeitet und diese lauten: “Alcalie, Rhin-Champagne, Grand Est oder Nouvelle Austrasie ”. Bei letzterem denkt man zuerst an etwas mit “Australien”, womit es aber nichts zu tun hat, es soll sich auf den Namen eines alten Merowingerreiches beziehen. Auf der Webseite zur Internetabstimmung werden die neuen Namen wie folgt erklärt: “Nouvelle Austrasie” verbindet die Vergangenheit (Austrasie) mit der Zukunft (Nouvelle). Dieser Name bezieht sich auf eine historische Einheit, es öffnet sich zur Zukunft a...

«Mir redden Platt» und «Wie geht’s widdersch mit’m Elsass?»

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Näkscht Samschdach, 24 Oktober 15 U vor der Préfectur én Metz (beim Théâter), laden ma Eich énn „Platt schwätzer » oda nét. Kommen manifestieren fo dass der Staat de Charte fo de Régionalsprochen énnerschreiwt. En ganz Frankreich manifestieren de Leit, zum Beispill én Montpellier sénn ze 24 000. So hört sich das Lothringer Platt an, eine Sprache, die noch von ein paar Einheimischen gesprochen wird, bei der aber bei vielen der Wunsch besteht, dass sie auch weiter gepflegt wird. Die Sprache ist verwandt mit dem in Luxemburg (Lëtzebuerg) gesprochenen Platt, das auch das mosellanische und rheinische Platt einschließt. Die Pariser Kultur-Zentrale sieht das nicht gern und hat bisher wenig Neigung gezeigt, diesen Minoritätensprachen gegenüber irgendeine positive Haltung zu zeigen. Man befürchtet den Zusammenbruch Frankreichs, zumindest kulturell, wenn sie Bevölkerungsteile erlauben eine lokale Sprache zu sprechen. Frankreich hat aber die Charta für die Regionalsprachen nach langem Hinaus...

Frankreich tut sich schwer mit der sprachlichen Vielfalt

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Die deutsche Schweiz macht es vor, wie man sich immer mehr in regionale Dialekte verbohren kann und dafür freiwillig auf eine kompetente Beherrschung der Muttersprache verzichtet. Frankreich hat ein anderes Problem: Es gibt Regionalsprachen, deren Existenzberechtigung von einem großen Teil der Politik und der Gesellschaft in Frage gestellt wird. Der sozialistische Spitzenkandidat für das neu zusammen gewürfelte Regionalgebilde “Alsace-Lorraine-Champagne-Ardenne” (Elsass-Lothringen-Champagne-Ardenne) und Präsident des lothringischen Regionalrates, Jean-Pierre Masseret, erklärte vor kurzem: “Sicher gibt es die Regionalsprachen. Man spricht sie und lebt sie. Sie müssen respektiert werden. Ihren Schutz aber in der Verfassung festzuschreiben führt nur zu populistischen Aufrufen und schädlicher und negativer Demagogie”. Herr Masseret bezieht sich darauf, dass Frankreich endlich seinen gegenüber dem Europarat eingegangenen Verpflichtungen zum Schutz der Regionalsprachen nachkommen u...

Wird der atomare Mülleimer das Paradies auf Erden sein?

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Die französische Regierung hat so eben mal klammheimlich in einem Gesetzespaket versteckt die Genehmigung erteilt, im lothringischen Ort Bure das französische Atommüll-Endlager einzurichten und sich somit einem öffentlichen Verfahren unter Beteiligung der Betroffenen entzogen. Einer der Drahtzieher dieser Entscheidung war der Senator Gérard Longuet, ein hundertprozentiger französischer Nationalist. Für Longuet ist das Atomendlager ein himmlisches Geschenk für Bure und die Region Lothringen , an dem er sich rühmt tatkräftig mitgewirkt zu haben. Auf seiner Webseite schildert er in einem Beitrag von 2013 die Gründe und die Aussichten, die mit diesem Projekt seiner Ansicht nach verbunden sein sollen: “Das Département Meuse (Maas) ist zusammen mit Haute Marne , mit einer der großen französischen Errungenschaften, der Elektro-Nuklearenergie, verbunden. Das was wir 1994 mit Bure begonnen, 1997 entschieden und 2006 organisiert haben, sollte durch das Gesetz 2016 bekräftigt werden. Ich ...

Das Genozid am lothringischen Volk

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Die Gruppe engagierter Blogger aus Lothringen (BLE) hat ein überraschendes Thema: Sie verlangt aus Anlass der französischen Bestätigung des Genozids der Türken an den Armeniern die Anerkennung des Genozids am lothringischen Volk durch Frankreich. Das Genozid passierte 1645 – 1648 im dreißigjährigen Krieg. Damals wurden von den Söldnertruppen des Kardinals Richelieu über 250.000 Lothringer getötet, ungefähr 60% der damaligen Bevölkerung Lothringens. BLE schildert die Vorgänge wie folgt: “Nachdem bereits alle Schlösser, Festungen und befestigte Gebäude auf Befehl von Richelieu zerstört worden waren, wurden die Einwohner vieler Orte wie in Kischeidt, im Bitcherland an den Bäumen aufgehängt. Eine Stadt wurde komplett zerstört, die von La Mothe . Diese ehemalige befestigte Stadt ist heute noch das Symbol des lothringischen Widerstandes gegen den französischen Eindringling.” Was bezweckten damals die Franzosen mit dieser Vernichtungsstrategie? “Die Franzosen haben in Lothringen nur ei...

Café-Klatsch, raus aus dem nationalen Ghetto rein in die Region

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Die Musikgruppe MANNIJO stammt aus dem Dreiländereck Frankreich, Deutschland, Luxemburg. Jo Nousse, Mitglied der Gruppe, erklärt in einem Interview mit den engagierten Bloggern aus Lothringen (BLE) seine Musikgruppe folgendermaßen: “MANNIJO ist eine französisch-deutsche Musikgruppe, die es verstanden hat, alle Ingredienzen zu finden, um einem größeren Publikum ein herzliches Europa des Chansons zu präsentieren. Die Gruppe wurde 1997 vom Rheinländer Manfred “Manni” Pohlmann und mir gegründet. MANNIJO zeigt musikalisch unsere Leidenschaft für Interkulturaliät und unsere gemeinsame Muttersprache: Das Fränkische (die alte Sprache von Karl dem Großen!). MANNIJO hat sich bald zum Leuchtturm der grenzüberschreitenden Musikszene entwickelt, indem es in seinem Repertoire die Sprachen gemischt und gemeinsam genutzt hat: Französisch, deutsch, moselfränkisch, luxemburgisch, italienisch, korsisch, bretonisch, englisch, okzitanisch, katalanisch und jiddisch.” Jo Nousse meint weiter: “17 Jahre...

Paris will Elsass, Lothringen und Champagne in ein Boot zwingen und wie soll das Ding dann heißen?

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Frankreich will starke Regionen und hält sich mit mickrigen historischen Regionen nicht auf. So wurde nun das Elsass trotz heftiger Proteste zusammen mit Lothringen und der Champagne zu einer in der Augen der Pariser Bürokratie nur so überlebensfähigen Großregion zusammengefasst. Es gibt noch Widersprüche zwischen dem, was das Abgeordnetenhaus und dem, was der Senat beschlossen hat, aber als Zückerchen hat man den Elsässern in Aussicht gestellt, dass Straßburg Hauptstadt der neuen Region wird. Ganz darauf verlassen kann man sich darauf eigentlich nicht, denn die Bürgermeister von Nancy und Metz haben auf jeden Fall bereits ihren Protest eingelegt, dass das kleine Elsass hier den Vorrang bekommen solle. Alsace-Lorraine-Champagne-Ardenne heißt nun die neue Region, aber dieser lange Name ist nun doch etwas zu umständlich und lässt keine Heimatgefühle aufkommen. Die Zeitung “L’Alsace” hat deshalb seine Leser aufgerufen, Namensvorschläge zu machen, warnt aber davor den Begriff “ACHL...

Aus lothringischer Sicht: Elsass, nein danke, nicht mit euch!

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Die regionale Neuordnung Frankreichs sieht vor, dass Lothringen mit dem Elsass und der Champagne zusammen eine neue Region bildet. Dabei geht die Pariser Planungsbürokratie nicht nach historischen Gegebenheiten vor, sondern nach Merkmalen der Kostenersparnis im Rahmen einer Regionalisierung. Das Elsass ist wegen der Missachtung seiner Region, für das es mehr Respekt und Selbständigkeit fordert, bereits auf den Barrikaden und nicht viel anders sieht es in Lothringen aus. Die Plattform engagierter lothringischer Blogger (Groupe BLE Lorraine) hat unter dem Titel: “Für eine Einheitsrat von Lothringen: Elsass, Champagne, nein danke!” gegen die Pläne protestiert. BLE stellt fest, dass nach den Plänen der Pariser Zentralisten Lothringen mit der Champagne oder dem Elsass oder mit beiden zusammen fusioniert werden sollte. Dabei verfüge Lothringen über eine Fläche, die 3/4 von Belgien entspreche und weit über die Größe des Saarlandes und von Rheinland-Pfalz hinausgehe. “Der Unterschied z...

Frankreich teilt sich auf und das Elsass ist der Verlierer

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Die französische Nationalversammlung beschäftigt sich mit der Aufteilung des Landes in neue Regionen. 1982 hatte erstmalig das zentralistisch organisierte Frankreich ein Gesetz zur Dezentralisierung erlassen. Seit 2003 steht sogar in der Verfassung, dass die französische Republik dezentralisiert organisiert ist. Geplant ist, dass Regionen Kompetenzen für die Erledigung bestimmter Tätigkeitsgebiete und auch das Geld dafür bekommen. Staatspräsident Hollande hat vor kurzem erklärt, dass die bisherige "territoriale Organisation" veraltet ist und viele Überschneidungen bestehen. Das Ziel sei jetzt die territoriale Architektur auf Jahrzehnte hinaus neu festzulegen. Gleichzeitig legte die Regierung eine Karte vor und stellte damit zur Diskussion wie sie sich die Aufteilung Frankreichs in neue Regionen vorstellt. Statt der bisher 22 Regionen soll es nur noch 14 geben. In Frankreich gibt es auch ein Ministerium für Dezentralisierung, das sich um die Umsetzung kümmern soll. Die neu...

Zoff zwischen Lothringer und Elsässer wegen Nikolaus

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Die Badische Zeitung berichtete im Oktober: "Zwischen dem Elsass und Lothringen bahnt sich ein Rechtsstreit um den heiligen Nikolaus an. Bereits 2009 haben sich die lothringische Regionalhauptstadt Nancy und die Gemeinde Saint-Nicolas-de-Port die Bezeichnung „Saint Nicolas“ und drei weitere Begriffskombinationen, die den heiligen Nikolaus enthalten, als Marke schützen lassen. Eric Straumann, Abgeordneter aus Colmar und Präsident des Tourismusverbandes Haut-Rhin (Südelsass), hat nun rechtliche Schritte gegen den Vorgang angekündigt." In lothringischen Kreisen hat dieser Schritt der Elsässer für erhebliche Verärgerung gesorgt. Sie empfanden das als eine Kriegserklärung. Stellvertrend für den Unwillen der Lothringer steht die Meinung der engagierten Blogger aus Lothringen (Bloggers Lorrains Engagés; BLE), die ich hiermit wiedergeben möchte: "Aber Achtung, die Elsässer haben gewarnt: Wenn die Lothringer nicht den Antrag auf Markenschutz zurückziehen, werden sie vor die ...