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Es werden Posts vom 2019 angezeigt.

Hitze in Rumänien und der Klimawandel

In Rumänien ist es momentan heiß, wenn auch nicht mit den Hitzerekorden wie in Westeuopa. Die Temperaturen liegen derzeit zwischen 35 und 37 Grad C.

Auf der Webseite Hotnews schreibt der Journalist Dan Popa über die Auswirkungen des Klimawandels auf Rumänien:
"Bei uns sind hohe Temperaturen von bis zu 43 Grad sehr häufig. In Turnu Magurele und in Calafat lag das Maximum der letzten 100 Jahre bei 43,2 Grad C."

Die Rumänen, vor allem südlich der Karpaten, seien heiße Sommer gewöhnt, aber die letzten Jahre habe auch hier neue Hitze-Rekorde gebracht. Die Städte Bukarest, Craiova, Giurgiu, Timisoara seien besonders ausgeprägte "Hitze-Inseln" und es gäbe eine klare Tendenz, dass diese Hitze von Jahr zu Jahr zunehme.

Die Folgen seien Dürre und Desertifikation. 48% der Landwirtschaftsfläche Rumäniens sei von der Dürre betroffen. Spezialisten erklären, dass wenn nicht sofort Maßnahmen ergriffen würden, dann werde in den nächsten Jahrzehnten eine Migrationsbewegung der Bevö…

Kagame liest den Europäern die Leviten

Der Staatspräsident Ruandas, Paul Kagame, hat in einem Interview mit dem Fernsehsender France24 die Vorwürfe der Europäer bezüglich der Menschrechtslage in seinem Land als lächerlich und Mist bezeichnet. Gerade Europa habe erhebliche Defizite im Menschenrechtsbereich.

Kagame erklärte, dass die Europäer endlich mit ihrem Überlegenheitskomplex aufhören sollten mit der Meinung, dass sie die einzigen wären, die sich um Menschenrechte kümmern würden. Wörtlich sagte er: "Ihr Europäer müsst endlich den Unsinn in Menschenrechtsfragen überlegen zu sein aufgeben. Ihr denkt ihr seid die einzigen, die die Menschenrechte respektieren und alle anderen verletzen die Menschenrechte. Nein, wir haben für die Menschenrechte und Freiheiten unseres Volkes wesentlich besser gekämpft und zwar mehr als sonst jemand, ihr eingeschlossen, die ihr ständig diesen Unsinn von euch gebt. Europa verletzt die Menschenrechte der Migranten, in dem es diese gesammelt ins Mittelmeer zurückschickt, wo diese ertrinke…

Bolsonaro hat genug von seiner Partei

Bolsonaro ist der PSL (sozialliberalen Partei) kurz vor den Präsidentschaftswahlen beigetreten.  Zuvor hatte er sich schon dadurch ausgezeichnet, dass er seine Parteizugehörigkeit wechselte wie sein Hemd. Die Partei, die nach den Wahlen die zweitstärkste Fraktion im Parlament bildet, ist von ihrem bisher konservativen Kurs durch Bolsonaro in die rechtsextreme Richtung verschoben worden.

Jetzt, nachdem Bolsonaro zum Präsidenten gewählt worden ist, scheint er mit seiner PSL nicht sehr glücklich zu sein. Die PSL-Vertreter im Parlament pfeifen scheinbar auf seine Ratschläge und Forderungen und vergrämen vor allem andere Parteien im Parlament, die sie brauchen, um Bolsonaros Politik auch durchsetzen zu können. Jetzt erklärte Bolsonaro, dass 90% der PSL-Vertreter damit rechnen müssten, dass sie nicht mehr gewählt werden, wenn sie  weiterhin so weitermachen wie bisher. Hinzu kommt, dass die Zustimmungswerte für Bolsonaro im freien Fall sind.

Ataques do PSL à ‘velha política’ afastam aliados d…

Die tiefe Kluft zwischen Stadt und Land in Rumänien

Die Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien (ADZ) berichtet an diesem Wochenende:

PSD-Chef Liviu Dragnea hat am Donnerstag ein Wahlkampfspektakel der besonderen Art geboten: Während die 27 EU-Staats- und Regierungschefs in Hermannstadt (Sibiu) über die Zukunft der Union berieten, wetterte Dragnea zeitgleich bei einer Wahlkampfveranstaltung in Jassy/Iași gegen die EU, das Staatsoberhaupt und die Opposition. Er werde es „nicht zulassen“, dass „einige bis zu Landesverrat hin geneigte Europäer“ das Land in „eine Kolonie“ verwandeln und dessen Reichtümer sang- und klanglos ausliefern würden, sagte Dragnea den rund 15.000 Anhängern.

Die Wahlkampfveranstaltung der PSD wurde auch diesmal vom Störfeuer Tausender Protestler durchkreuzt. Die Menschen riefen stundenlang „PSD, die rote Pest“ und „Diebe“, was Parteichef Dragnea prompt veranlasste, die Protestler als „gekaufte Halunken“ zu beschimpfen. Nach der PSD-Wahlkampfveranstaltung zogen die rund 6000 Antiregierungsdemonstranten …

Vor dem Zusammenbruch der amerikanischen Gesellschaft und das Loblied auf Europa

Diesen düstere Zustand der amerikanischen Gesellschaft  beschreibt im US-Blog "Eudomania" Blogger "Umair" wie folgt:

Manchmal wenden Amerikaner ein, "unser Gesellschaft steht nicht vor dem Zusammenbruch". Tut mir leid, sie tut es. Die Lebenserwartung sinkt, die Einkommen schrumpfen, das Glücksgefühl fällt ins Bodenlose, die Selbstmordrate bricht alle Rekorde. Diese Megatrends gibt es anderswo in der Welt nicht, abgesehen vielleicht in Nordkorea. Dann gibt es auch noch andere Trends, soziokulturelle, die merkwürdigen und grauenhaften Schießereien in den Schulen, eine Selbstmord-Epidemie unter den Älteren, alte Leute, die noch bei Walmart schuften. Ich habe vor kurzem gelesen, dass 20% der amerikanischen Kinder wenigstens nicht einmal täglich Wasser trinken. Was soll das? Ihr habt's kapiert. Amerika ist so nah an einer zusammenbrechenden Gesellschaft wie es ein reiches Land jemals in der Menschheitsgeschichte gewesen sein kann.

Und es ist so, dass nieman…

Brasiliens Justizminister, ein als Richter verkleideter politischer Aktivist

Bei der Eröffnung einer Konferenz über den Rechtsstaat und die Bekämpfung der organisierten Kriminalität in Lissabon erklärte der ehemalige portugiesische Premierminister José Socrates in Antwort auf Äußerungen des brasilianischen Justizministers und ehemaligen Richters, Sergio Moro, der den ehemaligen Staatspräsidenten Lula da Silva im Rahmen einer dürftigen Beweislage zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt hatte:

"Was man in Brasilien zur Zeit erlebt, ist eine unehrliche Instrumentalisierung des Rechtssystems im Interesse eines bestimmten, konkreten politischen Interesses. Das passiert, wenn ein politischer Aktivist sich als Richter verkleidet. Das ist nicht ein institutionelles Problem, sondern eine institutionelle Tragödie".

Sokrates gab Beispiele für diese Vermischung von Richter und politischem Aktivisten, die Moro während der Dauer der "Operation Lava Jato" eingenommen hatte: "Der Richter hat illegalerweise ein abgehörtes Telefongespräch zwischen…

Brasilianische Soldaten erschiessen in Rio unschuldigen Familienvater mit 80 Schüssen, ein Zwischenfall, meint der Staatspräsident und sonst nichts

Soldaten der brasilianischen Armee haben am 12. April im Norden von Rio de Janeiro ein Fahrzeuge, das  mit einer Familie voll besetzt war, mit 80 Schüssen förmlich durchsiebt. Der Fahrer, der Musiker Evaldo do Santos Rosa starb auf der Stelle. Im Fahrzeug befand sich noch der Schwiegervater, der angeschossen wurde sowie die Ehefrau, ein 7-jähriges Kind und eine weitere Frau. Ein Fußgänger, der zu Hilfe eilte, wurde ebenfalls angeschossen. 

Das beschossene Auto wurde nach Angaben der Soldaten mit einem Fahrzeug von Kriminellen verwechselt.

Der erste Kommentar des brasilianischen Präsidenten Bolsonaro war: "Die Armee hat niemanden getötet. Die Armee gehört dem Volk". Diese schwachsinnige Aussage versucht inzwischen sein Sprecher als nicht gesagt zu vertuschen. Der diensthabende General in Rio, General Heleno, hat aber die Vorgabe seines obersten Dienstherrn durchaus richtig verstanden. Die Webseite "Forum" berichtet, dass Heleno jetzt zum Massaker wie folgt geäußert…

Es sieht schlimm aus in der französischen Nuklearlandschaft

Die französische Webseite "Sortir du nucléaire" (Ausstieg aus der Atomkraft) schreibt derzeit:
"Die 58 französischen Atomkraftwerke erreichen langsam das Alter, in dem sie außer Betrieb gesetzt werde müssten. Von heute bis 2035 planen der Staat und EDF 14 Atommeiler still zu legen. Das bedeutet, dass 44 weitere in Betrieb bleiben, obwohl sie bereits ein biblisches Alter erreicht haben."

"Sortir du nucléaire" veröffentlicht nebenstehende Karte, auf der Standort und Alter der französischen Atomkraftwerke ersichtlich sind. Beim Betrachten solle man allerdings bedenken, dass die wichtigsten Stücke eines Atomkraftwerks (Reaktorbehälter, Sicherheitsbehälter aus Beton usw.) nicht ersetzbar sind und  sich daran erinnern, dass bereits 1.775 "Anomalien" auf 42 Reaktoren festgestellt wurden.

Nichts desto trotz scheine die französische Nuklearwirtschaft vor neuen Plänen nur so zu sprudeln. Statt sich um Rückbau der alten Schrottmeiler zu kümmern und die P…

Die rumänische Regierungspartei PSD: Sozialdemokraten, die auf Orban und Salvini abfahren

Victor Ponta war von 2012 bis 2015 rumänischer Ministerpräsident für die Sozialdemokratische Partei PSD. Er ist inzwischen aus der PSD ausgetreten und hat seine eigene Partei, die sich "Pro Romania" (für Rumänien) nennt, gegründet. Inzwischen sind mehrere Abgeordnete von der PSD zu seiner Partei gewechselt, so dass diese jetzt mit 21 Abgeordneten im rumänischen Parlament vertreten ist.

In einem Interview mit der Webseite EURACTIV erklärt er seine Beweggründe für die Gründung der neuen Partei:

"Ich bin mein ganzes Leben ein Sozialdemokrat gewesen und ich glaube, dass die moderne Sozialdemokratie immer noch die Familie ist, der ich angehören möchte. Hier bei uns haben wird steht die Frage im Raum, ob meine ehemalige Partei, Herr Dragnea, Frau Dăncilă, noch etwas gemein haben mit der Sozialdemokratie. Deshalb haben wir uns von der Partei getrennt, deshalb sammeln sich eine ganze Menge von wirklichen Sozialdemokraten bei Pro-Romania, eingeschlossen Corina Cretu, unsere (EU…

Der Lehrling trifft seinen Meister, Tropen-Trump beim Boss

In den USA gilt er als der "Tropen-Trump", der brasilianische Staatspräsident. Jetzt war er vor kurzem in den USA zu einem Staatsbesuch und wurde von Trump herablassend in den Kreis seines Hofes eingelassen. Selbstverständlich hatte der liebedienernde Bolsonaro einen Haufen Konzessionen für seinen Meister dabei. So wird er, der eigentlich mit Demokratie nach eigener Aussage nicht viel am Hut hat, selbstverständlich Arm in Arm mit Trump die demokratische Entwicklung in Venezuela vorwärts bringen. Was nicht viel Gutes ahnen lässt, wenn man das bisherige Säbelrasseln der Amerikaner und ihre unrühmliche Geschichte der Interventionen in Lateinamerika und in dieser Angelegenheit sich zu Gemüte führt.

Trump fabulierte auch zu Beginn des Treffens etwas von der Art, dass man Brasilien in die NATO aufnehmen solle oder ihnen ein vergleichbares Militärbündnis anbieten solle. Ein höherer Beamter in der US-Regierung deutete an, worum es ging:
"Die brasilianisch-amerikanischen Beziehu…

Holocaust auf spanisch oder die nicht bewältigte Vergangenheit

Ich habe schon mehrfach darüber berichtet, dass Spanien mit dem Franco-Faschismus bisher nicht abgerechnet hat. Überall stehen noch Denkmäler für Franco und seine Clique und Straßen und Plätze sind immer noch nach ihm und seinen Exponenten benannt. Der Blogger Santiago Miró berichtet jetzt in seinem Blog "Negro sobre Blanco" von einem Buch, das von 
Carlos Hernández de Miguel, einem Schriftsteller und Wissenschaftler geschrieben wurde mit dem Titel "Die Konzentrationslager von Franco". Er zeigt in diesem Buch auf, dass der Diktator mit den 296 in Spanien errichteten Konzentrationslagern, in denen etwa 1 Million Spanier interniert waren, einen "ideologischen Holocaust" beabsichtigte. Hier einige der Ausführungen von Santiago Miró:

Die Studie deckt die Zeit von Juli 1936 bis zum Tod von Franco im Jahr 1975 ab.

"In Spanien gab es keine Gaskammern. Auch gab es keine "Endlösung", um die Juden und Zigeuner auszurotten. Spanien hatte auch keine Pl…

Deutsche Minderheit in Rumänien, gibt es sie noch?

In der "Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien" (ADZ) ist vor kurzem unter dem Titel "Exodus, aber kein Exitus" die Vorstellung des Buches "Ein bewegtes Jahrhundert. Die Deutschen in Rumänien nach 1918" erschienen. Das Buch befasst sich mit der Entwicklung der deutschen Minderheit in Rumänien und räumt mit 2 Mythen auf: Dem des harmonischen Zusammenlebens mit der rumänischen Mehrheit - und dem, dass die Ursache des Exodus existenzielle Probleme im Kommunismus und nach der Wende gewesen wären. Hier ein paar Auszüge aus dem Bericht der ADZ;Dieses Buch ist eine Synthese, die bisher auf dem rumänischen Markt gefehlt hat“, motiviert Remus Anghel. Viele Dinge seien vor allem der breiten Bevölkerung nicht bewusst: Etwa, dass die letzten hundert Jahre vor allem für die Deutschen in Rumänien extrem turbulent waren. Die fast vollständige Auswanderung dieser einst so starken Minderheit ist Folge eines soziologischen Dramas, das mit den Umsiedlungen im Zweiten We…

Fromme Benediktiner, die für die Faschisten streiten

Dass der Franco-Faschismus weiterhin in der spanischen Gesellschaft eine wichtige Rolle spielt, zeigt am Besten der Fall der Versuch der Exhumierung des Leichnams des ehemaligen Diktators Franco aus seinem Mausoleum im Valle de los Caidos (Tal der Gefallenen) bei Madrid. Die spanische Regierung hatte beschlossen, dass sein Leichnam aus dem Mausoleum entfernt werden soll als späte Genugtuung gegenüber all denen, denen dieser Mann schweres Leid zugefügt hat und dessen Verherrlichung daselbst seinen Opfern seit Jahrzehnten Hohn spricht.

Franco und der Faschistenführer José Antonio Primo de Rivera wurden in der Basilika des Komplexes mit allen Ehren an einem Platz, der eigentlichen nur hohen Würdenträgern der Kirche vorbehalten war, begraben und Franco ruht in einem Steinsarg vor dem Hauptaltar der Basilika.

Die Verwalter des Komplexes, der in Staatsbesitz ist,  sind Angehörige des Benediktiner-Ordens, die jetzt Anfang des Jahres verhindert haben, dass Franco exhumiert werden konnte. Der…

Frauen in Moldawien haben nichts zu lachen

Auf der Internetseite "PlatzForma" aus Moldawien hat sich die Journalistin Vlada Ciobanu anlässlich der an diesem Wochenende stattfindenden Parlamentswahlen mit dem Frauenbild im moldawischen Wahlkampf befasst. Das Resultat ist wenig erfreulich. Ciobanu hat den Eindruck, dass bezüglich der Gleichstellung der Frauen das Land nicht im 21. Jahrhundert lebt.
Ihre Erkenntnis ist, dass es mit der Gleichstellung der Frau in Moldawien noch nicht weit her ist. Nach Ansicht der verantwortlichen Politiker gehöre es zu den Aufgaben der Frauen für Haushalt und Kinder zu sorgen und ansonsten den Mund zu halten. Unterstützt werden diese antiquierten Ansichten von der Orthodoxen Kirche. 
Gerade bei der häuslichen Gewalt sieht es in Moldawien sehr dunkel aus. Ciobanu schreibt dazu:
Die häusliche Gewalt ist in Moldawien ein sehr großes Problem. Frauen und Kinder werden missbraucht, geschlagen, einige sogar getötet. Das betrifft das Land in allen Bereichen, aber darüber hinaus wächst eine neue…

Rio de Janeiro: Militärpolizei erschiesst 13 Menschen

Die neue brasilianische Regierung hat sich den Kampf gegen das Verbrechen auf das Banner geschrieben. Dabei setzt sie auf die Verschärfung der Gesetze und des Strafvollzugs. So soll zum Beispiel das Recht auf Notwehr ausgeweitet werden. Nach dem entsprechenden Gesetzesvorschlag kann der Richter die Strafe erheblich herabsetzen oder ganz davon absehen, wenn jemand, der eine Notwehrsituation geltend macht, in einer Situation der Angst, Überraschung oder emotionaler Überreaktion gehandelt hat.

Das wird die derzeitige Sicherheitssituation in Brasilien auf Grund der bisherigen Erfahrungen vermutlich nicht im geringsten verbessern, aber es wird vielen eine Freibrief für Selbstjustiz geben. Vor allem die bereits bisher nicht zimperliche Militärpolizei wird das Angebot dankend annehmen.

Eine Selbstjustiz, die in Brasilien wie gerade eine neuestes Beispiel aus Rio zeigt, immer noch gang und gäbe ist. Hier der Bericht des "Blog da Cidadania" zu den Ereignissen in Rio:

Die 13 am 8. Feb…

Die spanische Rechte mit Schaum vor dem Mund

Was zur Zeit die rechten Parteien in Spanien bieten, ist ein Jammerspiel der Demokratie. Nach dem Einzug der Faschisten um Vox in das andalusische Parlament haben sich die beiden "staatstragenden" Parteien Partido Popular und Ciudadanos mit ihnen zusammen getan, um in Andalusien regieren zu können und deshalb wittern sie jetzt Morgenluft. Ein besonders beliebtes Thema sind die "Separatisten" in Katalonien und im Baskenland. Ersteres im Zusammenhang mit dem jetzt anlaufenden Prozess gegen die katalanischen Politiker, die es gewagt hatten ein Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens zu veranstalten und seither seit über einem Jahr im Gefängnis sitzen.

Der anstehende Prozess vor dem Obersten Gericht hat nun neue Emotionen hervorgerufen. Der Prozess soll möglichst klammheimlich mit eingeschränkter Teilnahme der internationalen Öffentlichkeit stattfinden. Das wohl deshalb, weil die Europäische Justiz schon mehrfach klargemacht hat, dass sie im Unabhängigkeitsrefe…

Der Dammbruch von Brumadinho oder die organisierte Verantwortungslosigkeit

Die Tagesschau berichtet am 26. Januar: "Eine Schlammlawine in Brasiliens Bergbauregion Minas Gerais hat das Umland unter sich begraben. Hunderte Menschen werden vermisst. Der gebrochene Staudamm war erst kürzlich überprüft worden." Es ist nicht die erste Katastrophe dieser Art. Vom letzten größeren Desaster, in derselben Region und mit denselben Akteuren habe ich unter dem Titel "Der Schlamm-Tsunami von Bento Rodrigues und das miserabelste Bergbauunternehmen der Welt" berichtet. Es sind gerade einmal 3 Jahre seit der letzten Katastrophe vergangen und scheinbar hat man oder wollte man nichts aus diesen Vorgängen lernen.

Es lohnt sich dieser Frage nachzugehen. Ana Flavia Quintão, Biologin und Beraterin des Nationalforums der Sozialgesellschaften für die Quellgebiete der Flüße (Fonasc) hat dazu einen aufschlussreichen Brief auf der Webseite "Brasil de Fato" veröffentlicht, den ich hier in Auszügen wiedergebe:

Ich habe diesen Text einige Tage nach dem Tref…

Droht Bolsonaro kaum im Amt ein Impeachment-Verfahren?

Der bekannte brasilianische Journalist Luis Nassif ist der Ansicht, dass ein Impeachment-Verfahren gegen den neuen Präsidenten Bolsonaro kaum zu umgehen sein wird. Dafür nennt er folgende Gründe:

Punkt 1: Die Dynamik der politischen Skandale.

Kaum gewählt hat Bolsonaro über seinen Sohn Flavio, der ebenfalls in den Senat gewählt worden war, einen Skandal am Hals, der ihn mit Korruption und Verbindungen zum organisierten Verbrechen in Rio in Verbindung bringt. Im Mittelpunkt steht der Ex-Chauffeur von Flavio Bolsonaro. Der ist in undurchsichtige Immobiliengeschäfte verwickelt und ein Teil der erzielten Gewinne floss dabei auf das Konto der Familie Bolsonaro. Damit er vor den Strafverfolgungsbehörden nicht aussagen muss, setzte die Familie alle Hebel in Bewegung, um ihn der Justiz zu entziehen. So wurde er unter dem Vorwand krank zu sein in eine der teuersten Kliniken verfrachtet, um vor der Justiz in Rio nicht aussagen zu müssen.
Für Nassif ist ganz klar, dass jetzt eine Jagd der Medie…

Der Schweizer EU-Krampf

Die Schweiz nimmt am EU-Binnenmarkt teil, versucht aber möglichst nur die angenehmen Seiten zu übernehmen. Die Meinungsbildung beherrschen jene Kreise, die möglichst das kleine Paradies unter einer Käseglocke halten möchten, aber dafür nicht zu viele Nachteile in Kauf nehmen wollen. Das funktioniert aber nicht, weil die Schweiz eine Insel innerhalb der EU und wirtschaftlich völlig abhängig vom Wohlwollen der Nachbarn ist. Die EU hat die ständigen Verhandlungen um jedes der Detail der sogenannten bilateralen Verträge lange mitgemacht, meint aber, dass es jetzt genug ist. Sie wünscht den Abschluss eines Rahmenabkommens, bei dem die Schweiz sich verpflichtet Änderungen in der EU-Gesetzgebung laufend und ohne weitere Verhandlungen zu übernehmen. Rechtsgerichtete Kreise in der Schweiz laufen dagegen Sturm.

Worum es genau geht und wo die Knackpunkte liegen, schildert der "Schweizer Beobachter" in einer Zusammenstellung, zu der er folgenden Vergleich voranstellt:

"Stellen Sie …

Brexit-Schlamassel

Heute entscheidet sich in Großbritannien, ob die Premierministerin ihren Brexit-Deal durchs Parlament bekommt. Die Chancen stehen schlecht, ihre Partei ist zu diesem Thema völlig zerrissen und in der Opposition, bei der Labour-Partei, sieht es auch nicht viel besser aus. 

Zu Corbyn, dem Partei-Leader von Labour, schreibt die Süddeutsche Zeitung: "Neben der Inkompetenz und Verantwortungslosigkeit der regierenden Tories ist es die Labour Party, die den Zerfall der politischen Kultur in Großbritannien verkörpert". Die britische Online-Zeitung "The New European" schreibt: "Bezüglich Europa ist Corbyn genauso weit von seinen jungen Anhängern und vielen Labour-Mitgliedern entfernt wie zum Beispiel Nigel Farage oder Iain Duncan Smith". Erschreckend ist auch, dass Corbyn genauso wie seine Tory-Gegenspieler wenig Ahnung von der Europäischen Union hat, obwohl das Vereinigte Königreich nun seit ein paar Jahrzehnten deren Mitglied ist. So behauptet er kürzlich in ei…

Nichts Neues in Ungarn

Der Pester LLoyd hat sich in einem Jahresrückblick der Situation in Ungarn angenommen, eine Situation von der man im westlichen Europa hoffte, dass sie endlich mal dem Quasi-Diktator Viktor Orban seine Grenzen aufzeigen würde. 

Was passierte zum Jahresende?

Zwei Wochen demonstrierten an mehreren Tagen einige tausend Menschen lagerüberfreifend: Gegen das von der deutschen Autoindustrie bei Orbán bestellte "Sklavengesetz", gegen ein neues Sondergericht mit dem Auftrag Orbáns Verwaltung die Absolution zu erteilen und gegen das Quasi-Medienmonopol des Fidesz-Appartes, der gerade über einhundert zuvor mit dubiosen Praktiken augekaufte oder gefügig gemachte Medien in eine Stiftung überführte, um sie so dauerhaft dienlich zu machen.

Protestgruppen übernahmen kurz die Straßen der Hauptstadt, ließen sich vor dem Parlament mit Pfefferspray einnebeln, belagerten die Zentrale des Staatsfernsehens und schrien sich vor dem Präsidentenpalast heiser. Abgeordnete mischten das Parlament auf und …