Direkt zum Hauptbereich

Posts

Es werden Posts vom 2019 angezeigt.

Recycling in Rumänien: Was nutzen gesetzliche Vorschriften, wenn sie ignoriert werden?

Es gibt in Rumänien ein Gesetz über die Behandlung des Verpackungsmülls, das seit April dieses Jahres in Kraft ist. Nach diesem Gesetz müsste der Handel die Verpackung zurücknehmen und eine Pfandrückzahlung von 0,5 Lei für jede wiederverwendbare Verpackung oder Flasche bezahlen. Laut den rumänischen Medien sieht alles so einfach aus, aber in der Realität ist es ein echtes Abenteuer solche Verpackungen zurückgeben zu wollen. Die Rumänin Dollores Benezic hat ihre praktischen Erfahrungen mit dem Recycling von Flaschen mit Frischmilch in einem Artikel auf der Webseite "Romania Curata" geschildert. Ich gebe diesen Erfahrungsbericht hiermit übersetzt wieder:

Ich habe angefangen Milch in Glasflaschen zu kaufen als diese 2018 im Handel erschienen. Es gab sie nur in großen Supermärkten. Ich gebe zu, dass mich das Glas angezogen hat. Es hat mich an die Milchflasche meiner Kindheit erinnert, obwohl sie mit dem schlanken Hals und der Alukappe der Flasche von damals nicht entspr…

Das Oberste Gericht Spaniens jongliert auf dem Drahtseil zwischen Rechtsprechung und Rechtsbeugung

Nun sind die katalonischen Politiker, die für die Unabhängigkeit der Region mit der Abhaltung eines von der Madrider Regierung verbotenen Referendums kämpften nach 2 Jahren Untersuchungshaft zu monströsen Haftstrafen wegen "Aufruhr" verurteilt worden. Dass die Richter bei ihrem Urteil die Rechtslage reichlich parteiisch und zum Teil mit abenteuerlicher Begründung ausgelegt haben, gibt Anlass zur Befürchtung, dass hier nicht Recht gesprochen, sondern Rache geübt wurde. Rache gegen eine spanische Region, die sich dem konstruierten "Vaterland" nicht mehr zugehörig fühlen wollte. Der Wahlspruch der kasernierten Polizei "Guardia civil" lautet "Todo por la Patria" und wie man "patria" zu verstehen hat, das definieren immer noch vom Franco-Faschismus indoktrinierte Politiker in Madrid, die Armee, Polizei und katholische Kirche.

Ignacio Escobar, der Herausgeber der Internet-Zeitung "eldiario.es", geht auf das Urteil näher ein. Seine …

Öldesaster bedroht die Strände des brasilianischen Nordostens

An den zum Teil paradiesisch schönen Stränden des brasilianischen Nordostens in der Region der Bundesstaaten Alagoas und Pernambuco sind große Ölflecken aufgetaucht. Die Regierung Pernambucos befürchtete eine Verschmutzung der Strände und hatte bereits angefangen, das Öl, das mit Boien eingedämmt wurde, einzusammeln. Keiner scheint aber zu wissen, woher das Öl überhaupt kommt.

Der Senator Humberto Costa schreibt auf Twitter, dass es sich um das größte Umweltdesaster in der Geschichte Brasiliens handle und die Regierung Bolsonaro nichts tue, um die Schuldigen zu finden. Er fragt sich, ob man vertuschen wolle, dass Ölgesellschaften, denen die Regierung die Explorierung der Ölvorräte vor den Küsten übertragen wolle, die Verursacher sind.

Die Untätigkeit der Bundesregierung führte jetzt dazu, dass die oberste Staatsanwaltschaft (MPF) diese verpflichtete innerhalb von 24 Stunden einen Notfallplan zu erstellen, um die Ölpest in den Griff zu bekommen. Auch nach Ansicht des MPF handelt es s…

Eine spanische Staatsanwältin, die es den Katalanen zeigen will

Die Leiterin der Staatsanwaltschaft von Barcelona, Concepción Talón, 59 Jahre alt, hat der Zeitung "El Pais" ein Interview gegeben. Dabei geht es in erster Linie um die katalanische Unabhängigkeitsbewegung und das Referendum von 2017, das zur Verhaftung von katalanischen Politiker/-innen führte, die jetzt seit 2 Jahren in Untersuchungshaft sitzen, ohne dass der Prozess bisher abgeschlossen wurde.

Diese Verhaftungen wurden europaweit und auch von der UNO als völlig überzogen angesehen und man kann deshalb zu Recht von "politischen Gefangenen" in einem angeblich demokratischen und Menschenrechte respektierenden spanischen Staat sprechen. Die lange Dauer des Prozesses wird auch darauf zurückgeführt, dass den Inhaftierten nicht die Gelegenheit gegeben werden sollte, vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu klagen. Dies ist ja bekanntlich erst möglich, wenn der inländische Rechtsweg ausgeschöpft ist.

Mit Frau Talón äußert sich nun eine Repräsentantin der s…

Spanischer Ex-König ein Grabscher, sein Sohn ein Reaktionär

Die Journalistin Pilar Rahola beschuldigte den Ex-König Juan Carlos vor kurzem in einer Fernsehsendung, sie noch als König im Amt sexuell belästigt zu haben. Er habe sie bei einem offiziellen Gespräch an die Brust gefasst und diese gequetscht. Sie sei so perplex gewesen, dass sie zwar in einer ersten Reaktion ihn wegstossen wollte, aber aus Rücksicht auf die Person des Staatsoberhauptes davor zurückschreckte.

Den Spaniern ist Juan Carlos inzwischen als Schürzenjäger bekannt, obwohl das Königshaus und die Regierung alles getan haben und noch tun, um seine Eskapaden zu vertuschen. Vor einiger Zeit schrieb ein pensionierter hoher Militär in einem Buch über den Monarchen, dass Juan Carlos bekannt dafür gewesen sei, im Laufe seines Lebens mit fast 5.000 Frauen angebandelt zu haben. "Die schönsten Fimstars und die spektakulärsten Vertreterinnen der hohen spanischen Gesellschaft und des Auslands gingen mal mehr oder weniger lang durch sein Bett, obwohl er auch einfachere Frauen nicht ve…

Brandstifter Bolsonaro und sein sogenannter Umweltminister

Dass der brasilianische Staatspräsident Bolsonaro von Umweltschutz nichts hält und den Klimawandel für ein Hirngespinst hält, weiß man inzwischen. Das Umweltministerium wollte er am liebsten in eine Unterabteilung des Landwirtschaftsministeriums umgewandelt wissen, da aber der Widerstand dagegen dann doch zu groß war, setzte er in die Leitung dieses Ministeriums den Rechtsanwalt Ricardo Salles ein, einen profilierten Gegner der Umwelt und Freund des Agrar-Großgrundbesitzes ein. Dieser hausierte auch mit markigen Sprüchen gegen die Landlosen-Vereinigung MST, die er empfahl wie bei einer Wildschweinjagd mit dem Gewehr zu erledigen.

Die Klimaerwärmung hält er genauso wie sein Präsident für unwichtig.
Jetzt brennen die Amazonaswälder in einem bisher nicht gewesenen Umfang und die Brasilianer wissen nur zu gut, dass der Präsident und sein Umweltminister mit ihren markigen Reden und Sprüchen, ihrer Klientel im Agrargeschäft freie Hand gegeben haben, für Handlungen, die bisher strafbar wa…

Pep Guardiola rechnet mit Spanien ab

In einem Interview mit der katalanischen Zeitung "Ara" nimmt der katalanische Erfolgstrainer Pep Guardiola zu den derzeitigen politischen Verhältnissen in Spanien insbesondere in Bezug auf Katalonien Stellung, wobei er vorab zur die Frage beantwortet, ob ihm einmal angeboten worden sei, Nationaltrainer Spaniens zu werden:

"Das ist eine Lüge. Sie haben mir nie angeboten spanischer Nationaltrainer zu werden. Nie. Es tut mir leid, wenn sie sich beleidigt fühlen, aber ich bin auch beleidigt wegen vielen Sachen, die in diesen Jahren passiert sind: Die Korruption der ERE in Andalusien (Korruptionsskandal um arbeitsrechtliche Bescheinigungen), dass die Open Arms keine Menschen im Mittelmeer retten darf (Leben retten im Meer ist eine Verpflichtung, die Anstrengung der NGO verdiente den Nobelpreis, stattdessen werden sie strafrechtlich verfolgt) und Sánchez lässt die Rettungsschiffe nicht ausfahren, aber er kann sehr wohl Waffen an Saudi Arabien verkaufen."

In de…

Der Feind Nummer 1 Brasiliens ist der Indio. Den braucht man nicht

Die Schauspielerin und Journalistin Fernanda Torres hat sich im Hinblick auf den Abbau der Rechte der Indios durch die Regierung Bolsonaro in einem Beitrag für die Zeitung "Folha", der auch im Blog "Combate Racismo Ambiental" veröffentlicht wurde, mit der bisherigen Politik gegenüber den Ureinwohnern des Landes befasst:

"2001 wurde Jarbas Passarinho heftigst von den Streitkräften kritisiert, weil er damals als Justizminister in der Regierung von Fernando Collor de Mello das indigene Gebiet der Yanomani festlegte und homologierte.

Die ideologischen Wirrungen, die die brasilianische Politik in den letzten 20 Jahren beherrschten, verhinderten dass die Diskussion vertieft wurde.

Aber jetzt, gottseidank, ist Johnny Bravo (Staatspräsident Bolsonaro hatte sich in einem Interview als Johnny Bravo bezeichnet) an der Macht, gewählt von einem christlichen und ordnungsliebenden Volk, ein Mann, der entschlossen ist auf die uneingeschränkte Verteilung von Parzellen…

Schottland wird von Engländern lächerlich gemacht und sollte dafür auch noch dankbar sein

In Schottland haben sie eigentlich die Nase gestrichen voll von ihren südlichen Nachbarn, mit dem sie in einem "Vereinigten" Königreich zusammenleben müssen. Im Rahmen der Brexit-Abstimmung haben sich die Schotten mit eindeutiger Mehrheit für einen Verbleib in der EU ausgesprochen. Während in England die Vertreter vom "will of the people" sprechen, dem es auf Teufel komm raus zu folgen gäbe, gilt derselbe Wille bei den Schotten nicht einen Pfennig. Unter grundsätzlicher Missachtung dieser Tatsache hat die Tory-Regierung in London die Brexit-Verhandlungen geführt und letztendlich die Schotten immer vor vollendete Tatsachen gestellt.
Dazu kommt auch noch, dass gerade aus Tory-Kreisen verächtliche Aussagen über die Schotten kommen, der man dieselbe Arroganz attestieren muss wie Aussagen bestimmter Kreise gegenüber Europa und der EU.
Blogger und Professor für internationale Wirtschaftpolitik, Richard Murphy, hat das als Anlass genommen, seiner Erschütterung über diese…

Boris Johnson, der Mann ohne Eigenschaften

Boris Johnson ist endlich an seinem Ziel. Er ist von ein paar tausend Mitgliedern der Tory-Partei zum Nachfolger von Theresa May als Premierminister gewählt worden. Johnson ist ein Mann ohne jeden Tiefgang, biegt sich seine Wahrheit zu Recht wie er sie gerade braucht. Gut, man hat seinen Spaß mit ihm, wenn man nicht gerade Wert auf Seriosität legt. Der Spaß-Faktor ist ja in unserer Zeit nicht zu unterschätzen,  in einem Zeitalter, in dem ein  drittklassiger Fernsehunterhalter und angeblicher Milliardär wie Trump zum Präsidenten der USA gewählt werden kann.
Ein Journalist namens Matt Ridley jubelt auf Twitter über seinen neuen Premier:
Britanniens neuer Premierminister Boris Johnson ist ein brillianter gebildeter Mann (scholar), ein Autor, der viel publiziert hat, talentierter Journalist, zweimal gewählter Oberbürgermeister,  ehemaliger Außenminister, berühmt für seinen Witz und ganz der Freiheit, Toleranz und Höflichkeit verpflichtet. In diesem Sinne, amerikanische Freunde,  ist er …

Hitze in Rumänien und der Klimawandel

In Rumänien ist es momentan heiß, wenn auch nicht mit den Hitzerekorden wie in Westeuopa. Die Temperaturen liegen derzeit zwischen 35 und 37 Grad C.

Auf der Webseite Hotnews schreibt der Journalist Dan Popa über die Auswirkungen des Klimawandels auf Rumänien:
"Bei uns sind hohe Temperaturen von bis zu 43 Grad sehr häufig. In Turnu Magurele und in Calafat lag das Maximum der letzten 100 Jahre bei 43,2 Grad C."

Die Rumänen, vor allem südlich der Karpaten, seien heiße Sommer gewöhnt, aber die letzten Jahre habe auch hier neue Hitze-Rekorde gebracht. Die Städte Bukarest, Craiova, Giurgiu, Timisoara seien besonders ausgeprägte "Hitze-Inseln" und es gäbe eine klare Tendenz, dass diese Hitze von Jahr zu Jahr zunehme.

Die Folgen seien Dürre und Desertifikation. 48% der Landwirtschaftsfläche Rumäniens sei von der Dürre betroffen. Spezialisten erklären, dass wenn nicht sofort Maßnahmen ergriffen würden, dann werde in den nächsten Jahrzehnten eine Migrationsbewegung der Bevö…

Kagame liest den Europäern die Leviten

Der Staatspräsident Ruandas, Paul Kagame, hat in einem Interview mit dem Fernsehsender France24 die Vorwürfe der Europäer bezüglich der Menschrechtslage in seinem Land als lächerlich und Mist bezeichnet. Gerade Europa habe erhebliche Defizite im Menschenrechtsbereich.

Kagame erklärte, dass die Europäer endlich mit ihrem Überlegenheitskomplex aufhören sollten mit der Meinung, dass sie die einzigen wären, die sich um Menschenrechte kümmern würden. Wörtlich sagte er: "Ihr Europäer müsst endlich den Unsinn in Menschenrechtsfragen überlegen zu sein aufgeben. Ihr denkt ihr seid die einzigen, die die Menschenrechte respektieren und alle anderen verletzen die Menschenrechte. Nein, wir haben für die Menschenrechte und Freiheiten unseres Volkes wesentlich besser gekämpft und zwar mehr als sonst jemand, ihr eingeschlossen, die ihr ständig diesen Unsinn von euch gebt. Europa verletzt die Menschenrechte der Migranten, in dem es diese gesammelt ins Mittelmeer zurückschickt, wo diese ertrinke…

Bolsonaro hat genug von seiner Partei

Bolsonaro ist der PSL (sozialliberalen Partei) kurz vor den Präsidentschaftswahlen beigetreten.  Zuvor hatte er sich schon dadurch ausgezeichnet, dass er seine Parteizugehörigkeit wechselte wie sein Hemd. Die Partei, die nach den Wahlen die zweitstärkste Fraktion im Parlament bildet, ist von ihrem bisher konservativen Kurs durch Bolsonaro in die rechtsextreme Richtung verschoben worden.

Jetzt, nachdem Bolsonaro zum Präsidenten gewählt worden ist, scheint er mit seiner PSL nicht sehr glücklich zu sein. Die PSL-Vertreter im Parlament pfeifen scheinbar auf seine Ratschläge und Forderungen und vergrämen vor allem andere Parteien im Parlament, die sie brauchen, um Bolsonaros Politik auch durchsetzen zu können. Jetzt erklärte Bolsonaro, dass 90% der PSL-Vertreter damit rechnen müssten, dass sie nicht mehr gewählt werden, wenn sie  weiterhin so weitermachen wie bisher. Hinzu kommt, dass die Zustimmungswerte für Bolsonaro im freien Fall sind.

Ataques do PSL à ‘velha política’ afastam aliados d…

Die tiefe Kluft zwischen Stadt und Land in Rumänien

Die Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien (ADZ) berichtet an diesem Wochenende:

PSD-Chef Liviu Dragnea hat am Donnerstag ein Wahlkampfspektakel der besonderen Art geboten: Während die 27 EU-Staats- und Regierungschefs in Hermannstadt (Sibiu) über die Zukunft der Union berieten, wetterte Dragnea zeitgleich bei einer Wahlkampfveranstaltung in Jassy/Iași gegen die EU, das Staatsoberhaupt und die Opposition. Er werde es „nicht zulassen“, dass „einige bis zu Landesverrat hin geneigte Europäer“ das Land in „eine Kolonie“ verwandeln und dessen Reichtümer sang- und klanglos ausliefern würden, sagte Dragnea den rund 15.000 Anhängern.

Die Wahlkampfveranstaltung der PSD wurde auch diesmal vom Störfeuer Tausender Protestler durchkreuzt. Die Menschen riefen stundenlang „PSD, die rote Pest“ und „Diebe“, was Parteichef Dragnea prompt veranlasste, die Protestler als „gekaufte Halunken“ zu beschimpfen. Nach der PSD-Wahlkampfveranstaltung zogen die rund 6000 Antiregierungsdemonstranten …

Vor dem Zusammenbruch der amerikanischen Gesellschaft und das Loblied auf Europa

Diesen düstere Zustand der amerikanischen Gesellschaft  beschreibt im US-Blog "Eudomania" Blogger "Umair" wie folgt:

Manchmal wenden Amerikaner ein, "unser Gesellschaft steht nicht vor dem Zusammenbruch". Tut mir leid, sie tut es. Die Lebenserwartung sinkt, die Einkommen schrumpfen, das Glücksgefühl fällt ins Bodenlose, die Selbstmordrate bricht alle Rekorde. Diese Megatrends gibt es anderswo in der Welt nicht, abgesehen vielleicht in Nordkorea. Dann gibt es auch noch andere Trends, soziokulturelle, die merkwürdigen und grauenhaften Schießereien in den Schulen, eine Selbstmord-Epidemie unter den Älteren, alte Leute, die noch bei Walmart schuften. Ich habe vor kurzem gelesen, dass 20% der amerikanischen Kinder wenigstens nicht einmal täglich Wasser trinken. Was soll das? Ihr habt's kapiert. Amerika ist so nah an einer zusammenbrechenden Gesellschaft wie es ein reiches Land jemals in der Menschheitsgeschichte gewesen sein kann.

Und es ist so, dass nieman…

Brasiliens Justizminister, ein als Richter verkleideter politischer Aktivist

Bei der Eröffnung einer Konferenz über den Rechtsstaat und die Bekämpfung der organisierten Kriminalität in Lissabon erklärte der ehemalige portugiesische Premierminister José Socrates in Antwort auf Äußerungen des brasilianischen Justizministers und ehemaligen Richters, Sergio Moro, der den ehemaligen Staatspräsidenten Lula da Silva im Rahmen einer dürftigen Beweislage zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt hatte:

"Was man in Brasilien zur Zeit erlebt, ist eine unehrliche Instrumentalisierung des Rechtssystems im Interesse eines bestimmten, konkreten politischen Interesses. Das passiert, wenn ein politischer Aktivist sich als Richter verkleidet. Das ist nicht ein institutionelles Problem, sondern eine institutionelle Tragödie".

Sokrates gab Beispiele für diese Vermischung von Richter und politischem Aktivisten, die Moro während der Dauer der "Operation Lava Jato" eingenommen hatte: "Der Richter hat illegalerweise ein abgehörtes Telefongespräch zwischen…

Brasilianische Soldaten erschiessen in Rio unschuldigen Familienvater mit 80 Schüssen, ein Zwischenfall, meint der Staatspräsident und sonst nichts

Soldaten der brasilianischen Armee haben am 12. April im Norden von Rio de Janeiro ein Fahrzeuge, das  mit einer Familie voll besetzt war, mit 80 Schüssen förmlich durchsiebt. Der Fahrer, der Musiker Evaldo do Santos Rosa starb auf der Stelle. Im Fahrzeug befand sich noch der Schwiegervater, der angeschossen wurde sowie die Ehefrau, ein 7-jähriges Kind und eine weitere Frau. Ein Fußgänger, der zu Hilfe eilte, wurde ebenfalls angeschossen. 

Das beschossene Auto wurde nach Angaben der Soldaten mit einem Fahrzeug von Kriminellen verwechselt.

Der erste Kommentar des brasilianischen Präsidenten Bolsonaro war: "Die Armee hat niemanden getötet. Die Armee gehört dem Volk". Diese schwachsinnige Aussage versucht inzwischen sein Sprecher als nicht gesagt zu vertuschen. Der diensthabende General in Rio, General Heleno, hat aber die Vorgabe seines obersten Dienstherrn durchaus richtig verstanden. Die Webseite "Forum" berichtet, dass Heleno jetzt zum Massaker wie folgt geäußert…

Es sieht schlimm aus in der französischen Nuklearlandschaft

Die französische Webseite "Sortir du nucléaire" (Ausstieg aus der Atomkraft) schreibt derzeit:
"Die 58 französischen Atomkraftwerke erreichen langsam das Alter, in dem sie außer Betrieb gesetzt werde müssten. Von heute bis 2035 planen der Staat und EDF 14 Atommeiler still zu legen. Das bedeutet, dass 44 weitere in Betrieb bleiben, obwohl sie bereits ein biblisches Alter erreicht haben."

"Sortir du nucléaire" veröffentlicht nebenstehende Karte, auf der Standort und Alter der französischen Atomkraftwerke ersichtlich sind. Beim Betrachten solle man allerdings bedenken, dass die wichtigsten Stücke eines Atomkraftwerks (Reaktorbehälter, Sicherheitsbehälter aus Beton usw.) nicht ersetzbar sind und  sich daran erinnern, dass bereits 1.775 "Anomalien" auf 42 Reaktoren festgestellt wurden.

Nichts desto trotz scheine die französische Nuklearwirtschaft vor neuen Plänen nur so zu sprudeln. Statt sich um Rückbau der alten Schrottmeiler zu kümmern und die P…

Die rumänische Regierungspartei PSD: Sozialdemokraten, die auf Orban und Salvini abfahren

Victor Ponta war von 2012 bis 2015 rumänischer Ministerpräsident für die Sozialdemokratische Partei PSD. Er ist inzwischen aus der PSD ausgetreten und hat seine eigene Partei, die sich "Pro Romania" (für Rumänien) nennt, gegründet. Inzwischen sind mehrere Abgeordnete von der PSD zu seiner Partei gewechselt, so dass diese jetzt mit 21 Abgeordneten im rumänischen Parlament vertreten ist.

In einem Interview mit der Webseite EURACTIV erklärt er seine Beweggründe für die Gründung der neuen Partei:

"Ich bin mein ganzes Leben ein Sozialdemokrat gewesen und ich glaube, dass die moderne Sozialdemokratie immer noch die Familie ist, der ich angehören möchte. Hier bei uns haben wird steht die Frage im Raum, ob meine ehemalige Partei, Herr Dragnea, Frau Dăncilă, noch etwas gemein haben mit der Sozialdemokratie. Deshalb haben wir uns von der Partei getrennt, deshalb sammeln sich eine ganze Menge von wirklichen Sozialdemokraten bei Pro-Romania, eingeschlossen Corina Cretu, unsere (EU…

Der Lehrling trifft seinen Meister, Tropen-Trump beim Boss

In den USA gilt er als der "Tropen-Trump", der brasilianische Staatspräsident. Jetzt war er vor kurzem in den USA zu einem Staatsbesuch und wurde von Trump herablassend in den Kreis seines Hofes eingelassen. Selbstverständlich hatte der liebedienernde Bolsonaro einen Haufen Konzessionen für seinen Meister dabei. So wird er, der eigentlich mit Demokratie nach eigener Aussage nicht viel am Hut hat, selbstverständlich Arm in Arm mit Trump die demokratische Entwicklung in Venezuela vorwärts bringen. Was nicht viel Gutes ahnen lässt, wenn man das bisherige Säbelrasseln der Amerikaner und ihre unrühmliche Geschichte der Interventionen in Lateinamerika und in dieser Angelegenheit sich zu Gemüte führt.

Trump fabulierte auch zu Beginn des Treffens etwas von der Art, dass man Brasilien in die NATO aufnehmen solle oder ihnen ein vergleichbares Militärbündnis anbieten solle. Ein höherer Beamter in der US-Regierung deutete an, worum es ging:
"Die brasilianisch-amerikanischen Beziehu…

Holocaust auf spanisch oder die nicht bewältigte Vergangenheit

Ich habe schon mehrfach darüber berichtet, dass Spanien mit dem Franco-Faschismus bisher nicht abgerechnet hat. Überall stehen noch Denkmäler für Franco und seine Clique und Straßen und Plätze sind immer noch nach ihm und seinen Exponenten benannt. Der Blogger Santiago Miró berichtet jetzt in seinem Blog "Negro sobre Blanco" von einem Buch, das von 
Carlos Hernández de Miguel, einem Schriftsteller und Wissenschaftler geschrieben wurde mit dem Titel "Die Konzentrationslager von Franco". Er zeigt in diesem Buch auf, dass der Diktator mit den 296 in Spanien errichteten Konzentrationslagern, in denen etwa 1 Million Spanier interniert waren, einen "ideologischen Holocaust" beabsichtigte. Hier einige der Ausführungen von Santiago Miró:

Die Studie deckt die Zeit von Juli 1936 bis zum Tod von Franco im Jahr 1975 ab.

"In Spanien gab es keine Gaskammern. Auch gab es keine "Endlösung", um die Juden und Zigeuner auszurotten. Spanien hatte auch keine Pl…

Deutsche Minderheit in Rumänien, gibt es sie noch?

In der "Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien" (ADZ) ist vor kurzem unter dem Titel "Exodus, aber kein Exitus" die Vorstellung des Buches "Ein bewegtes Jahrhundert. Die Deutschen in Rumänien nach 1918" erschienen. Das Buch befasst sich mit der Entwicklung der deutschen Minderheit in Rumänien und räumt mit 2 Mythen auf: Dem des harmonischen Zusammenlebens mit der rumänischen Mehrheit - und dem, dass die Ursache des Exodus existenzielle Probleme im Kommunismus und nach der Wende gewesen wären. Hier ein paar Auszüge aus dem Bericht der ADZ;Dieses Buch ist eine Synthese, die bisher auf dem rumänischen Markt gefehlt hat“, motiviert Remus Anghel. Viele Dinge seien vor allem der breiten Bevölkerung nicht bewusst: Etwa, dass die letzten hundert Jahre vor allem für die Deutschen in Rumänien extrem turbulent waren. Die fast vollständige Auswanderung dieser einst so starken Minderheit ist Folge eines soziologischen Dramas, das mit den Umsiedlungen im Zweiten We…