Mittwoch, 3. Dezember 2008

Santo Amaro - Stadtteil des Friedens

Santo Amaro, ein Stadtteil im Zentrum von Recife, wurde heute zu einem Friedensgebiet (Território de Paz) erklärt. Der Start für dieses Projekt erfolgte heute in Anwesenheit des brasilianischen Präsidenten, Lula da Silva, und des Justizminister (ministro da Justiça), Tarso Genro. Die Erklärung ist Teil eines Programms für die nationale Sicherheit in Zusammenarbeit mit den Bürgern (Programa Nacional de Segurança Pública com Cidadania (Pronasci)). Das Programm besteht aus 29 gleichzeitigen Projekten zur Bekämpfung der Gewalt und für soziale Bewegung in der Region. Morgen wird die Ernennung des Complexo do Alemão (Siedlung des Deutschen) in Rio de Janeiro zum Friedensgebiet erfolgen.

Die heutige Ausrufung von Santo Amaro wird in Anwesenheit von 400 Jugendlichen, die im Rahmen des "Projektes Schutz der Jugend in verwundbaren Gebieten" (Proteção de Jovens em Território Vulnerável (Protejo)) mitgearbeitet haben, erfolgen. Das Projekt arbeitet für Jugendliche zwischen 15 bis 24 Jahren unter der sich Strassenbewohner, Opfer häuslicher Gewalt und Jugendliche, die in Konflikt mit Gesetz geraten sind, befinden.

Auch die Polizei wird ihren Platz im neuen Friedensgebiet bekommen. Zu Beginn sollen 12 Militärpolizisten (PM) (in Brasilien sind es die Militärpolizisten - Policia Militar, die die normalen Polizeifunktionen ausüben), die in einer Spezialausbildung auf ihre Aufgaben vorbereitet wurden, einen neuen Posten in Santo Amaro beziehen. Die PM werden als Multiplikatoren arbeiten. "Die Polizei wird eine neue Beziehung, die auf Vertrauen beruht, mit der Gemeinschaft beginnen" verspricht der Exekutiv-Sekretär von Pronasci.

Ein weiteres Projekt, das der "Mulheres da Paz" (Frauen für den Frieden) wird sich um die Ausbildung von Führungspersönlichkeiten unter den pernambucanischen Frauen kümmern. Insgesamt sollen 1.100 Frauen, davon 90 in Santo Amaro, ausgesucht werden. Sie werden eine Spezialausbildung erhalten, die sie in die Möglichkeit versetzt, lokalen Konflikten vorzubeugen (prevenir conflitos locais) und Jugendliche von Kriminaliät fernzuhalten.

Man kann diesen Projekten nur Glück wünschen: Der Zähler von PE Body Count über die Toten von Mord und Totschlag steht jetzt bei 4.035 für dieses Jahr.

Quellen: Informationen beruhen auf Artikel des Jornal do Comercio, Diario de Pernambuco und PE Body Count