Montag, 13. Juli 2009

Im Bucegi attackieren die Bären

Die Angriffe von Bären in den rumänischen Zentralkarpaten mehren sich. Im Bucegi-Gebiet hat jetzt eine Gruppe von 5 Bären eine Schafherde angegriffen. Die Hirten haben ihre Hunde auf sie gehetzt und Lärm gemacht. Die Bären liessen sich nicht beeindrucken und haben 60 Schafe verletzt und 2 Kühe. Die hinzugerufene Polizei und Forstarbeiter gaben Schüsse ab, die aber auch ihre Wirkung verfehlte.

Die Hirten von der Vânturiş -Hütte berichten, dass sie bei Einbruch der Dunkelheit kein Auge mehr zumachen, weil sie Angst vor ausgehungerten Bären haben. Sie wollen jetzt auf die Schäferei in den höheren Lagen verzichten und in ihre Dörfer zurückkehren.

Gerade im Bucegi-Gebirge ist es schon zu mehreren Zwischenfällen mit Braunbären gekommen. Im August des vergangenen Jahres ist ein 26-jähriger Deutscher in seinem Zelt von einem Braunbär angegriffen und schwer verletzt worden.

Informationsquelle: Antena3, Ştiri Antena 3, Coşmarul ciobanilor din Bucegi: Turmele de oi, atacate de cinci urşi furioşi

Freitag, 10. Juli 2009

Der Clan der Schneckensammler irrt durch Sevilla

In Sevilla spielt sich derzeit ein Drama ab. Hauptakteur ist ein Roma-Clan, der sich "los Caracoleños" (die Schneckensammler) nennt. Eine weitere Rolle spielt der Roma-Clan "los Marianos". Sie gehören der Ethnie der "Gitanos"an (entspricht unserem Begriff "Zigeuner" und ist ein Sammelbezeichnung für Sinti und Roma). Vor drei Monaten tötete bei einer Schiesserei zwischen den Clans eine "verirrte Kugel" (bala perdida) eine Minderjährige des Clans der Marianos. Seither herrscht Angst im Clan der Caracoleños. Beide Familien lebten in Sozialwohnungen im Stadtteil "Polígono Sur".

Nach dem Todesfall packten die Caracoleños aus Angst vor Racheakten der Marianos ihre Habe und zogen aus den Wohnungen aus. Auf einem freien Grundstück bauten sie Hütten, eine "chabola", die Brasilianer würden das als "Favela" bezeichnen. In dieser "Chabola" wohnten nun 300 Personen ohne Elektrizität, ohne Trinkwasser oder sonstige Annehmlichkeiten. Sozialarbeiter bezeichneten die Situation "als sanitären Notstand". Unter den Bewohnern sind auch circa 100 Minderjährige.

Dem konnten die Behörden nicht weiter zusehen. Die bisherigen Sozialwohnungen waren inzwischen versiegelt worden und die Caracoleños wollten auch nicht zurück, weil ihnen immer noch die Angst in den Knochen sitzt. Deshalb bekamen die "Chabolistas" die etwas hilflose Order, den Platz zu verlassen, die Hütten abzureissen. Wohin mit ihnen, das ist noch unklar. Hauptsache weg. Seither zieht der Clan von einem Pulk von Journalisten begleitet von einer Brücke zur andern, von einem leeren Grundstück zum nächsten. Alle Bürgermeister der Vororte geben ihnen nur eine kurze Frist zum Bleiben. Wie soll das enden, fragt sich jeder.

Die alten Wohnungen sind weg, waren ohnehin nur von 3 Familien legal bewohnt. Die Stadtverwaltung hat eine Überprüfung des Wiederbezugs begonnen, wird diese aber vermutlich nicht vor September abschliessen können, denn schliesslich läuft in Spanien im Juli und August gar nichts. So wird die Polizei die Caracoleños weiterhin von einem Platz zum nächsten treiben.

Informationsquelle: Diario de Sevilla, Los chabolistas son desalojados de El Copero para terminar en San Juan, El alcalde reclama la expulsión de los chabolistas instalados en San Juan tras el desalojo

Donnerstag, 9. Juli 2009

Die miesesten Touristen der Welt

sind laut einer Umfrage, die TNS Infratest für Expedia bei Hoteliers durchgeführt hat, die Franzosen.

Ihre Fehler? Die Franzosen sind Nörgler (râleurs), Geizhälse (pingres ) und Rüpel. Und wie wenn das noch nicht genug wäre, machen sie nicht die geringste Anstrengung eine ausländische Sprache zu benutzen. Sie haben Schwierigkeiten sich in Englisch auszudrücken und sind schwer verständlich, weil sie englische und französische Wörter durcheinanderwerfen, um sich verständlich zu machen. Sie geben nicht gerne Trinkgeld und beklagen sich über jeden Dreck. Und um noch eins drauf zu setzen, bekräftigen die gefragten Hoteliers, dass die "französische Höflichkeit (courtoisie) Vergangenheit ist und die Franzosen nicht mehr über das "savoir-vivre" verfügen. Lediglich im Bereich der Diskretion wird den französischen Touristen eine gute Note gegeben.

An der Spitze der beliebtesten Touristen liegen die Japaner, Engländer und Kanadier. Die Kanadier haben Deutschen vom dritten Platz verdrängt und die Engländer sind innerhalb eines Jahres vom 30. auf den 2. Platz vorgerückt. An ihnen wird geschätzt, dass sie sehr grosszügig sind. Schlecht weg kommen die Reisenden aus dem Mittelmeerraum, sie liegen zum dritten Mal hintereinander auf den letzten Plätzen. Hinter den Franzosen liegen noch die Spanier und Griechen.

Die Stellungnahmen der französischen Leser zu diesem Thema sind sehr zahlreich. Dass die Engländer auf den zweiten Platz kommen, das können sie allerdings nicht verstehen. Leser Elfada soll hier stellvertretend zitiert werden: "Die Briten verreisen normalerweise in zahlreichen Horden und total alkoholisiert. Um es klar zu sagen, sie sind die einzigen die sich derart benehmen!".

Informationsquelle: Libération, Les Français réélus «pires touristes au monde»

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Mittwoch, 8. Juli 2009

Mord in einer Mustersiedlung

Wie ich gestern bereits im Blog "Kurz & Bündig" geschrieben haben, wurden gestern im Ort Brejo de Madre de Deus in Pernambuco, 5 Landarbeiter der brasilianischen Landlosenbewegung kaltblütig bei der Arbeit erschossen. Von den Tätern gibt es noch keine Spur. Die Landlosenbewegung (MST) ist im höchsten Masse empört, dass dem einzigen Überlebenden kein Polizeischutz gewährt wurde. Die Polizei ist der Ansicht, dass der Arbeiter kein wichtiger Zeuge sei und deshalb auch keinen Polizeischutz benötige. Die getöteten Arbeiter wurden heute beigesetzt.

Die Siedlung Chico Mendes (Assentamento Chico Mendes), in der die Bluttat geschah, wird in Pernambuco als eine Muster-Siedlung angesehen. Es gibt sie seit 3 Jahren. Sie liegt 219 Kilometer westlich von Recife in der Nähe des Freiluft-Theaters für Passionsspiele "Nova Jersualem". Für die Siedlung gibt es einen Besitztitel (título de posse) seit 1998, der von der Landlosenbewegung erstritten wurde. Auf einem Gebiet von 660 Hektar leben 30 Familien.

"Es ist ein Gebiet, in dem wir nie Streit um landwirtschaftliches Land hatten. Bis zu diesem Blutbad lebten die Leute in Frieden und Harmonie", erklärte der Koordinator der MST für Pernambuco, Jaime Amorim. Der Namen der Siedlung ist eine Homenage an den Gewerkschafter und Umweltschützer Francisco Alves Mendes Filho, der im Dezember 1988 ermordet wurde.

Der Zugang zur Siedlung ist sehr schwierig und führt 5 Kilometer über eine unasfaltierte Piste. Die Siedler leben von der Anpflanzung von Mais, Bohnen, Palmen und Viehzucht. In Zukunft will man den Schwerpunkt auf die Milchwirtschaft setzen. Zum Bau der Häuser hat ein Teil der Familien bereits Kredite bekommen. Obwohl das Schulgebäude noch nicht steht, findet bereits Schulunterricht für die Kinder der ersten vier Alfabetisierungsklassen statt.

Die Siedler wollen weitermachen, obwohl ihr Führer am Montag getötet wurde.

Informationsquellen:
Diario de Pernambuco, Assentamento considerado modelo
MST, MST denuncia negligência do Estado na proteção de sobrevivente de chacina

Dienstag, 7. Juli 2009

Britische Liebe zur Plastiktüte

Der britische Handel gerät unter Beschuss, weil er nichts gegen die Flut von Plastikbeuteln in den Geschäften tut. Der Verkauf von haltbaren Einkaufsbeuteln stagniert. Bisher hatte man mit der Aktion "bags for life" (Taschen für lebenslang) auf Freiwilligkeit gesetzt, mit geringem Erfolg. Die Hersteller von haltbaren Einkaufsbeuteln aus Jute oder Baumwolle (cotton and jute bags) beklagen, dass das Vereinigte Königreich der Entwicklung in Europa hinterher hinkt.

Vorgestern erhielt das Unternehmen "Supreme Creations" (the world's leading ethical manufacturar of reusable bags - der weltweit führende ethische Hersteller von wiederverwendbaren Einkaufsbeuteln) den Umweltpreis der Prince of Wales-Wohltätigkeitsorganisation "Business in the Community". Der Gründer der Organisation erklärte dabei, dass wichtige Umweltthemen für den britischen Handel keine Rolle spielen und er forderte diesen auf, sich endlich dem internationalen Wettbewerb im Bereich des Umweltschutzes zu stellen.

Im Gegensatz zu Irland, Indien, Südafrika, in vielen Teilen Europas und der USA wurden die Plastikbeutel im Vereinigten Königreich nicht verboten oder mit einer Gebühr belegt. Die Behörde für Umwelt, Lebensmittel und landwirtschaftliche Angelegenheiten (Department for Environment, Food and Rural Affairs) wird in Kürze bekanntgeben, welche Fortschritte gemacht worden sind, um das nationale Ziel der Reduzierung der Plastikbeutel um 50% zu erreichen. Die ersten Zahlen zeigen, dass zwar 45% der Käufer behaupten, einen "bag for life" gekauft zu haben, aber nur 12% ihn regelmässig benutzen.

Die britische Regierung unterstützt die Bemühungen zur Reduzierung mit der in diesem Frühjahr gestarteten Aktion "Get a bag habit" (entwickle eine Beutel-Kultur - frei übersetzt). Der Ort Modbury in Devon ist die erste britische Gemeinde, die die Plastikbeutel verboten hat. Das walisische Parlament steht kurz bevor, einen ähnlichen Beschluss für Wales zu fassen.

Bei Tesco, der grössten britischen Supermarktkette, setzt man weiterhin auf Freiwilligkeit. Der Kunde, der seine Plastikbeutel wiederverwendet bekommt "Belohnungspunkte" (reward points). Ein Firmensprecher: "Wir glauben, dass der Klimawechsel nur erfolgreich angegangen werden kann, wenn die Leute ermutigt werden ihr Verhalten freiwillig zu ändern".


Informationsquelle: The Guardian, UK retailers criticised over plastic bags

Montag, 6. Juli 2009

Klimaanlage macht Spanier krank

Die Hälfte der Erkrankungen im den spanischen Büros (oficinas) in Hochsommer wird durch die Klimaanlagen verursacht. Hohe Temperaturen in der Strasse und 15 bis 20 Grad weniger am Arbeitsplatz, dem Kino oder oft auch zu Hause, diese brüsken Temperaturwechsel provozieren Schnupfen (catarros), Heiserkeit (afonías), Kopfschmerzen (dolores de cabeza) und Muskelverspannungen unter anderem. Der Vizepräsident der spanischen Apothekervereinigung erklärt dazu, dass man im Sommer gewöhnlich von hohen auf niedrige Temperaturen in kurzer Zeit wechselt und das kann zu Erkältungskrankheiten führen.

Nach einer Studie des europäischen Komitees zur Erforschung der Erkältungskrankheiten (Comité Europeo para el Estudio del Resfriado) aus dem Jahre 2001 leidet jeder Spanier im Durchschnitt jährlich zweimal an einer Erkältungskrankheit, das bedeutet 80 Millionen Erkältungskrankheiten im Jahr. Die Experten konnten 3 Spitzen feststellen, an denen die Erkältungskrankheiten häufig festzustellen waren: Zu Beginn des Schuljahres im Oktober, in den Hauptmonaten des Winters und im Sommer, der mit 20% der jährlichen Erkältungskrankheiten vertreten ist.

Informationsquelle: El Pais, El aire acondicionado causa dos millones de resfriados

Freitag, 3. Juli 2009

Rechtsanwälte im Visier der Mörder

Rechtsanwälte in Recife scheinen immer mehr zum Freiwild zu werden. Am 2. Juli wurde die auf Arbeitsrecht spezialisierte Rechtsanwältin Karina Lígia Amorim, 40 Jahre alt, mit 3 Schüssen in den Kopf in ihrem Büro ermordet. Sie starb auf der Stelle. Ein unbekannter Mann kam unter dem Vorwand einer Konsultation in ihr Büro, führte die Tat kaltblütig aus und floh zu Fuss. Der Ehemann der Rechtsanwältin, ebenfalls Rechtsanwalt, befand sich gerade zu einer Besprechung ausserhalb des Hause. Die Polizei ist optmistisch, den Täter bald festnehmen zu können, da er von vielen Personen gesehen wurde.

In diesem Jahr sind bereits 5 Rechtsanwälte im Grossraum Recife ermordet worden. Im Januar wurde Manoel Bezerra de Mattos erschossen, einen Fall über den ich berichtet hatte. Im gleichen Monat wurde in einer Autowaschanlage ein weiterer Rechtsanwalt erschossen. In einem ähnlichen Stil wie am 2. Juli Karina Amorim wurde im März ein Rechtsanwalt ermordet. Ebenfalls im März wurde ein Rechtsanwalt in der Nähe seine Hauses umgebracht.

Bisher sind nur im Fall von Rechtsanwalt Mattos Täter gefasst und ein Gerichtsverfahren eröffnet worden. Die Vereinigung der Rechtsanwälte von Pernambuco (OAB-PE) ist in höchstem Masse beunruhigt und fordert ein energischeres Vorgehen der Polizei. Die Vereinigung wird die Untersuchungen im Mordfall Amorim begleiten.

Informationsquelle: Diario de Pernambuco, Advogada é assassinada no escritório,
Olhos do Norte


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Donnerstag, 2. Juli 2009

IM Gică Popescu

"IM", in Deutschland eine Bezeichnung für inoffizielle Mitarbeiter des DDR-Ministeriums für Sicherheit (MfS). Inzwischen hat sich auch Rumänien an die Aufarbeitung seiner kommunistischen Geschichte gemacht und nach und nach tauchen auch hier die "inoffiziellen Mitarbeiter" der Securitate, der rumänischen Sicherheitspolizei, auf. Vor kurzem hat es den europaweit bekannten ehemaligen Fussballspieler Gheorghe "Gică" Popescu erwischt.

Popescu, Jahrgang 1967, ist einer der bekanntesten rumänischen Fussballspieler. Er hat für Rumänien an 3 Weltmeisterschaften ((1990, 1994 und 1998) und an 2 Europameisterschaften teilgenommen. Er spielte für die Vereine FC Universitatea Craiova, PSV Eindhoven, Tottenham Hotspur, FC Barcelona, U.S. Lecce, Galatasaray S.K., SV Hannover 96. Seine grössten Erfolge hatte er mit dem FC Barcelona. Nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Fussball hat er in Craiova eine Fussballschule eröffnet.

Seine Geschäfte hat er wohl zu weitflächig betrieben, denn im vergangenen Jahr geriet er in das Visier der rumänischen Antikorrupitonsbehörde (DNA). Er wird der Steuerhinterziehung und Geldwäsche bezichtigt.

Vor vier Tagen enthüllte die rumänische Presse, dass Popescu früher ein inoffizieller Mitarbeiter der Securitate war. Vier Vermerke aus der Zeit von 1985 bis 1989 über Fussballkollegen und Trainer sind bekannt geworden, die er unter dem Tarnnamen „Baciul” erstellt hat. Popescu hat inzwischen zugegeben, dass er die Notizen geschrieben hat, aber er leugnet weiterhin, inoffizieller Mitarbeiter der Securitate gewesen zu sein und verteidigt sich wie folgt: "Gute Leute, es sind jetzt 20 Jahre seit der Revolution vergangen. Was wollt ihr von mir? Es sind 4 Notizen über 4 Personen. Alle Notizen sind positiv. Wenn ich es schon gemacht habe, dann habe ich es wohlwollend gemacht. Jeder hat so etwas gemacht, warum vergleicht ihr mich mit den grossen Securisten (Mitarbeiter der Securitate)? Warum quält ihr mich?".

Und wenn die rumänische Presse schon einmal daran ist, dann versucht sie jetzt auch am Denkmal des grössten rumänischen Fussballspielers, Gică Hagi, zu kratzen. Seit sich der windige Gigi Becali mit Hagi verkracht hat, versucht er ihm den inoffiziellen Mitarbeiter anzuhängen. Hagi schlägt um sich und meint zum Versuch von Becali: "Der Dieb schreit haltet den Dieb (Hoţul strigă hoţii). Er möchte gerne Aufmerksamkeit erregen. Wir haben gespielt und haben zum Ruhm des Landes beigetragen. Es ist ein Mangel an Anstand".

Das kann ja noch heiter werden, wenn die rumänische Securitate-Aufklärungsbehörde CNSAS noch mehr findet. Man kann gespannt sein, wie es weiter geht.


Informationsquelle: Evenimentul Zilei, „Chiar dacă am dat note, am dat de bine!”

Mittwoch, 1. Juli 2009

Pina Bausch und die Katalanen

Die katalanischsprachige Zeitung "Avui" widmet der gestern in Wuppertal verstorbenen Tänzerin und Choreographin Pina Bausch einen Nachruf mit der Bemerkung: Die Barcloneser sind Pina Bausch sehr zu Dank und zum Gedenken verpflichtet. Im Jahr 1980 ist Pina Bausch das erste Mal in Barcelona aufgetreten, damals im noch nicht sanierten Theater von "Mercat de les Flors".

"Jenes 1980 war ein Schock in einem Moment, in dem Barcelona's Theaterwelt bedingt durch den Franco-Faschischmus gerade aus der szenischen Lethargie aufwachte. 1980 wurde das Fenster geöffnet, durch das ein eiskalter Wind zog, der alles entblösste und den Eintritt des Barceloneser Theater nach Europa bedeutete. Pina Bausch hat uns aufgewühlt und hat uns während Dekaden mitfühlen lassen", schreibt Avui.

Viele katalanische Theatergruppen wurden vom Tanz von Pina beeinflusst, sei es die bereits verschwundene Gruppe "Heura" bis zur heutigen "Senza Tempo" oder auch Marta Carrasco.

Informationsquelle: Avui, Mor la coreògrafa alemanya Pina Bausch als 68 anys

Dienstag, 30. Juni 2009

Bürgermeister von Exu verhaftet

Blogger Fredson Paiva berichtet aus dem Hinterland von Pernambuco, dass in der Kleinstadt Exu gestern der Bürgermeister (prefeito) in einer grossangelegten Aktion verhaftet worden ist. Unter dem Decknamen "“Operação Le Marie” (französisch für "Operation Bürgermeister") wurde Wellinson Jean Moreira Saraiva, der Bürgermeister, auch unter dem Namen Léo Saraiva bekannt, wegen illegalen Waffenbesitzes verhaftet.

In seinem Haus fand die Polizei 1 Pistole und 1 Revolver. Er sitzt jetzt in Ouricuri, als Bürgermeister unter besonderen Haftbedingungen. Bei der Razzia wurden noch ein Kokainhändler und Autodieb verhaftet sowie eine weitere Person, die illegal Waffen in Besitz hatte.

Man fragt sich, warum eine solch gross aufgebauschte Aktion in einem Land, in dem illegaler Waffenbesitz an der Tagesordnung ist. Und man tippt richtig, wenn man darauf kommt, dass da noch etwas anderes dahinter steckt. Tatsächlich, der Leiter des regionalen Wahlgerichts (Tribunal Regional Eleitoral TRE) hatte Saraiva das Bürgermeisteramt im Februar aberkannt. Saraiva ist Mitglied einer erst 2006 gegründeten Partei, der PR - Partido da República. Der Wahlrichter entschied, dass der Präsident des Gemeinderats, Nelson Peixoto (PSB), die Bürgermeister-Funktion übernehmen solle. Saraiva wurde vorgeworfen, dass er 1998 als Gemeinderat Geschenke auf Kosten der Gemeinde verteilt habe. Nach der Entscheidung fürchtete der Wahlrichter, Jovaldo Nunes, um sein Leben. Er erhielt Morddrohungen. Der Polizeischutz für ihn wurde verstärkt. Saraiva hatte die Bürgermeisterwahl mit 10.120 Stimmen, 513 mehr wie der Zweitplazierte, gewonnen. Die Amtsenthebung dauerte aber nur 2 Tage. Vielleicht versucht man diesmal, ihn auf eine andere Tour los zu werden. Unter der Hand wird geflüstert, dass seine Wahlkampagne von regionalen Verbrecherbanden finanziert worden war.

Exu hat eine üble Tradition: Die Familien Alencar und Saraiva e Sampaio bekämpften sich bis aufs Messer. Blutrache hatte Tradition, in den 80er Jahren war Exu zum Teil in einem kriegsähnlichen Zustand, wenn die streitenden Familien in aller Öffentlichkeit aufeinander schossen. Aber der Ort ist auch der Geburtsort eines der bekanntesten brasilianischen Volkssängers, Luiz Gonzaga, "o rei do baiao" (der König des Baiao), ihm ist ein Museum im Ort gewidmet.

Informationsquelle: Blog do Fredson Paiva, OPERAÇÃO LE MARIE - PREFEITO DO EXÚ É PRESO POR POSSE ILEGAL DE ARMA DE FOGO; Miséria.com, Exu - PE - Prefeito é detido com armas