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Coronavirus in den brasilianischen Favelas und die Medien

Die Pandemie rund um den Virus Covid-19 hat inzwischen auch voll Brasilien getroffen, dessen Staatspräsident die Gefahr weiterhin verniedlicht und Maßnahmen der Gesundheitsbehörden konterkariert. Allen ist bewusst, dass es die Armen besonders treffen wird. Der Blick geht also in die Armenviertel, die Favelas, wo die Menschen dicht gedrängt und zum großen Teil ohne eine sanitäre Infrastruktur leben müssen. Die Berichterstattung der Medien greift diese Gefahr auf, sie berichtet aber, so der Blog "Racismo Ambiental", mit den üblichen Klischees. Der Blog zählt 7 der Irrtümer in der Berichterstattung auf:
Der Rückfall in die Mottenkiste: Der Sensationalismus. Viele Medien konzentrieren sich auf die Berichterstattung über den Drogenhandel und die Folgen, die die Pandemie für diesen hat. Dass Leute darum kämpfen am Leben zu bleiben, kommt in der Berichterstattung kaum vor. Dass die Menschen in den Favelas sich angesichts des Versagens des Staates zusammentun, um sich selbst zu helfe…
Letzte Posts

Wie in Sevilla das Coronavirus der Verluderung des Essgewohnheiten entgegenwirkt

In Andalusien ist es in vielen Restaurants üblich, das bestellte Essen auf einer Platte für alle in die Mitte des Tischs zu stellen. Das gilt vor allem für den ersten Gang, in der Regel Salat mit Beilagen. Die Gäste bewaffnen sich dazu mit ihrere Gabel und stochern gemeinsam auf der Platte herum. Dieser Trend soll sich in letzter Zeit so verstärkt haben, dass man das Personal schon eindringlich bitten musste, um einen Einzelteller zu bekommen. Das Coronavirus und die damit eingehenden Hygienevorschriften setzen dem nun ein Ende.

Für den Journalisten Carlos Navarro Antolin ist es höchste Zeit, dass diese Gewohnheiten verschwinden. Er schreibt im Diario de Sevilla unter dem Titel "Die Rückkehr zum Einzelteller":

Die Wiedereröffnung die Bars bringt die Verpflichtung mit sich, keine Gerichte mehr untereinander zu teilen. Die Bars machen jetzt Schluss mit der gemeinsamen großen Platte. Sicher, sie sind ein Symbol der Brüderlichkeit und erfüllen das volkstümliche Sprichwort, dass…

Totengräber in São Paulo am Rande ihrer Leistungsfähigkeit

Die Webseite "Brasil de Fato" interviewte am 24. April den Bestatter und Repräsentanten der Gewerkschaft der Städtischen Bediensteten (Sindsep) João Batista Gomes über die Situation auf den Friedhöfen von São Paulo in den Zeiten der Covid-19-Pandemie. Anlass war, dass Staatspräsident Bolsonaro vor kurzem von einer Journalistin gefragt worden war, wieviele Tote es durch die Covid-19-Pandemie in Brasilien gebe, und darauf geantwortet hat: "Schätzchen, was soll diese Frage, ich bin doch kein Totengräber". Darauf hat João Batista Gomes diese Antwort: "Bolsonaro ist der Totengräber der Nation".

Im übrigen bemängelt João Batista mangelndes Schutzmaterial für die Beschäftigten auf den Friedhöfen, die Beschäftigung von zusätzlichen unausgebildeten prekär beschäftigten Leiharbeiten, von den 220 jetzt in São Paulo zusätzlich eingestellt wurden und ein mangelhafte Informationspolitik über die Entwicklung der Pandemie.

Gefragt wie er die Situation der Friedhöfe und …

Schweizer Abschottung im Zeitalter der Corona-Pandemie

Die Schweiz igelt sich im Zeitalter der Coronavirus-Pandemie fast wie zu Kriegszeiten ein. Die Grenzen werden auf allen Seiten dicht gemacht und es wird streng kontrolliert. Es gibt regelmäßige Helikopterflüge entlang der Grenze und zur weiteren Überwachung werden Drohnen eingesetzt. Auch von deutscher Seite aus ist die Grenze geschlossen.

Gegen was wehrt man sich da eigentlich? Es gibt keinen grenzüberschreitenden Plan zur Bekämpfung des Coronavirus, obwohl die Maßnahmen in den beiden Ländern ähnlich sind. So dürfen sich in Baden-Württemberg nicht mehr als 3 Personen in der Öffentlichkeit treffen und Ansammlungen von Personen sind verboten. In der Schweiz sind Treffen von mehr als 5 Personen verboten. Im Prinzip gilt also auf beiden Seiten der Grenze ähnliches.

Wie absurd dieses Abschotten sein kann, zeigt der kleine Kanton Schaffhausen. Schaffhausen ist nur über 2 Brücken mit der Restschweiz verbunden und hat etwa zu 95% eine Grenze mit Deutschland. Der Austausch vor allem zwischen…

In der Corona-Krise bettelt Madrid bei den Reichen

Isabel Díaz Ayuso ist Präsidentin der autonomen Region Madrid. Sie gehört der konservativen Partei Partido Popular (PP) an und wurde im vergangenen Jahr zur Präsidentin der Autonomie gewählt, unter anderem auch mit den Stimmen der faschistoiden VOX-Partei.

Die Stunde der Wahrheit schlug jetzt für Frau Díaz Ayuso mit der Coronavirus-Pandemie. In dieser Situation präsentiert sie sich denkbar schlecht. Die Autonomie hat im Gesundheitsbereich starke Kompetenzen. Statt tatkräftig zu handeln und mit der spanischen Regierung unter Pedro Sánchez zusammen zu arbeiten, jammert sie herum, schiebt die Schuld auf die Zentralregierung und verunsichert die Bevölkerung durch widersprüchliche Verlautbarungen.

Ihre Partei, die bisher die Regierung der autonomen Region führte, hat seit langem das Gesundheitswesen in der Region mit dem Ziel der Privatisierung dezimiert. In den Zeiten der Corona-Pandemie kommt zu Tage in welchem Ausmass das Gesundheitswesen kaputt gespart und privatisiert wurde. Madrid is…

Die Republikaner suchen einen Weg, Trump los zu werden

Der Journalist Jonathan Chait hat im Zeitschriftenmagazin "The New Yorker" einen interessanten Bericht unter dem Titel "Warum der Kongress Trump jetzt ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump durchführen und ihn aus dem Amt entfernen könnte". Darin führt er unter anderem aus:

Während der Präsidentschaft Trumps habe ich die Möglichkeit vermisst, dass er aus dem Amt entfernt werden könnte. Auch bei allem Optimismus würde der Senat nicht die erforderliche Anzahl von 67 Stimmen dafür zusammen bekommen. Aber in den letzten Wochen hat sich ein Szenario abgezeichnet, nach dem er doch aus dem Amt entfernt werden könnte. Diese Vermutung ist nicht länger eine Phantasie.


Das republikanische Establisment hat sich weitgehend Trump unterworfen und seine Duldung hat bisher wie ein unumstößliche Tatsache für seine Anhängerschaft gegolten. Aber die Allianz zwischen Trump und den Republikanern im Kongress ist in den letzten Wochen offensichtlich in den vergangenen Wochen in die Brüc…

Das UNESCO-Weltkuturerbe soll verhindern, dass in Rosia Gold gefördert wird

Die Pläne zum Abbau von Gold in den Apuseni-Bergen, genaugenommen in Rosia Montana, exisitieren immer noch und werden auch von einschlägigen Kreisen weiterhin verfolgt. Über die Jahre haben Bürgerinitiativen gegen das Projekt gekämpft. Jetzt besteht die Chance endgültig zu verhindern, dass der Bergbau in dieser Region möglich wird. Unmweltorganisationen verlangen, dass die rumänische Regierung die Anerkennung der Region als Weltkuturerbe durch die UNESCO vorantreibt. Sie scheint damit Erfolg gehabt zu haben, am 31. Januar hat jetzt das Kuturministerium einen entsprechenden Antrag bei der UNESCO gestellt.

Der Senator und Umweltaktivist Mihai Goțiu schreibt, dass die am Berbauprojekt interessierten Wirtschaftsuntehmen weiterhin versuchten, den UNESCO-Antrag zu hintertreiben, indem Lügen und Falschbehauptungen in der Bevölkerung verbreitet würden, die da sind:

Rumänien müsse Milliarden an Dollar für die Anerkennung als Weltkulturerbe an die UNESCO bezahlen Rumänien würde auf erhebliche G…

Wir haben und brauchen keinen König

Der spanische König Felipe VI. hat am 3. Februar das Abgeordnetenhaus nach der vollendeten Regierungsbildung mit einer Rede eröffnet. Nach spanischem Brauch folge vor dem Parlament (Kongress) erst einmal eine militärische Ehrung des Königs. Monarchie und Militär fühlen sich nämlich in der Tradition des Diktators Franco als die wahren Herren des Landes. In seiner Rede führte er aus, dass jetzt die Stunde des Wortes, des Argumentes und Dialoges gekommen sei. Da das neue Parlament viel vielfältiger sei, komme es darauf an, dass man im Parlament Kompromisse finde. Ansonsten wurde er nicht sehr konkret und auf die Zerrissenheit des Landes ging er nicht ein.

Zerrissen zeigte sich schon das Parlament. Die Vertreter der Regionalparteien, etwa 50 an der Zahl, verließen vor seiner Rede das Parlament. Sie veröffentlichten eine Erklärung mit folgenden Inhalt:

"Wir haben keinen König. Demokratie, Freiheit und Republiken. Die spanische Monarchie und sein höchster Repräsentant, der König von S…

Überschwemmungen und Erdrutsche in Brasilien und mangelnder Zivilschutz

In den brasilianischen Bundesstaaten Minas Gerais, Espirito Santo und Rio de Janeiro hat es Ende Januar heftige Regenfälle mit Überschwemmungen und Erdrutschen gegeben. Der Beauftragte für Menschenrechtsfragen und Minderheiten des brasilianischen Parlaments, Helder Salomão, hat die Region besucht und von den Verantwortlichen dringende Maßnahmen zur Beseitigung der Notlage der Bevölkerung gefordert.

Die Situation sieht nach Schilderung des Blogs "Combate racismo ambiental" so aus:

In den letzten Tagen sind 3 Bundesstaaten des Südostens von Überschwemmungen heimgesucht worden, die zu Bergrutschen, Toten, Zusammenbruch von Gebäuden und anderen Problemen auf Grund der starken Regenfälle geführt haben.

In Espírito Santo ist in zwei Städten der öffentliche Notstand ausgerufen worden und in 16 weiteren eine Notsituation. Bisher wurden 10 Tote und circa 14.000 Obdachlose gezählt. In Minas Gerais gibt es bereits 55 Tote und 101 Städte in Notlage. In Rio steigt die Zahl der Obdachlosen…

Das Kulturministerium und die Frisöre

Der rumänische Rechnungshof hat aufgedeckt, dass das  rumänische Kulturministerium eine Reihe von Frisören und Frisörinnen beschäftigte, die in das Ministerium abgeordnet wurden und dort das 2,5 fache eines Gehaltes des Durchschnittsbediensteten des Ministeriums verdienten. Die Haarspezialisten wurden als "Räte" im Ministerium angestellt. Insgesamt soll es sich um 14 Personen handeln. Die Gewerkschaft "Culturalia" beschwert sich über diese Einstellungen und die Höhe der Gehälter. Die Stammbediensteten würden währenddessen oft nicht einmal ihr Gehalt vollständig ausbezahlt bekommen.

Das Kulturministerium scheint kein Einzelfall zu sein, auch im Agrarministerium sind solche Beschäftigungsverhältnisse zu finden. "Culturalia" verlangt jetzt, dass eine Untersuchung dieser Einstellungspraxis erfolgt. Dies dürfte auch für die rumänischen Bürger interessant sein: Was haben denn Frisöre für eine Expertise in das Kulturministerium eingebracht?


Coafeze detaşate …

Britische Regierung demütigt Schottland im imperialen Kolonialstil

Die schottische Ministerpräsidentin hatte bei der Regierung in London den Antrag für die Abhaltung eines neuen Referendums über die Unabhängigkeit für Schottland gestellt. Premier Boris Johnson hat diesen Antrag süffisant unter dem Hinweis abgelehnt, dass die Schotten bereits 2014 ein Referendum abhalten konnten und für den Verbleib in der Union gestimmt hätten und das reiche auch. Es wäre auch nur demokratisch, wenn am Resultat dieses Referendums festgehalten würde.

Der Politikwissenschaftler Richard Murphy hat Johnsons Argumente in seinem Blog unter dem Titel "Johnsons Haltung gegenüber Schottland ist eines der grenzenlosen Verachtung" die Argumente der Johnson-Regierung zerpflückt:

Erstens, die angegebenen Überlegungen stimmen nicht. Es genügt nicht zu behaupten, dass die Zukunft Schottlands wurde durch den Kommentar eines SNP-Parteiführers für immer festgelegt wurde (die Erklärung, dass das Referendum 2014 eine einmalige Gelegenheit in diesem Jahrhundert gewesen war). D…

Wie es sich anfühlt ein schwarzhäutige Lehrerin in Brasilien zu sein

Im Blog "Blogueiras negras" beschreibt die Lehrerin Luciane Silva, promoviert in afrikanischer Literatur und einem Doktor im Bereich Erziehungswesen, wie es sich anfühlt als eine schwarze Lehrerin an brasilianischen Schulen zu unterrichten. Nachstehend zusammengefasst ihren Bericht:
Vorurteile und der tägliche Rassismus in Brasilien töten. Wenn man sich dagegen wehrt, wird man mit dem Vorwurf des "Opfergehabes" zum Schweigen gebracht. In der Schule sind für schwarze Lehrer/-innen nicht nur der Umgang mit den Schülern, sondern auch den Arbeitskollegen ein Problem. Einer schwarzen Lehrer/-in gesteht man keine Autorität zu. Weder Schüler noch Arbeitskollegen sind daran gewöhnt eine schwarze Person in einer führenden Stellung zu akzeptieren und als Autorität anzuerkennen. In der brasilianischen Gesellschaft ist man daran gewöhnt, Schwarze nur in subalternen Stellungen, wo man ihnen Weisungen gibt, zu erleben. Und diese Weisungen erteilen normalerweise Weiße.

Schwarze, …

Spanische Justiz will Kadavergehorsam im Land durchsetzen

Wie wenig die spanische territoriale Organisation in sogenannten "Autonomien" wert sind, zeigt sich am jetzt gefällten Urteil gegen den katalanischen Regierungschef Quim Torra, der vom Obersten Justizgericht Kataloniens zu eineinhalb Jahr der Unfähigkeit öffentliche Ämter auszuüben und einer Geldstrafe von 300.000 Euro verurteilt worden ist. Er wird damit von einem Gericht als Präsident Kataloniens abgesetzt. Sein Verbrechen: Er ist der Aufforderung des zentralen Wahlbehörde nicht nachgekommen, am Regierungsgebäude Symbole der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung zu entfernen. Die obersten spanische Gerichte sind in der letzten, von der konservativen, zentristischen Partido Popular geführten Regierung zu einem willfährigen Instrument konservativ-reaktionärer Kreise umgebaut worden und fallen durch masslose Urteile gegen alles, was sich nicht bereitwilligst dem Diktat der Madrider Zentrale unterwirft, auf.

Quim Torra wird gegen das Urteil Berufung einlegen, obwohl er zum Obe…

Im Zeitalter des Klimawandels überbieten sich spanische Kommunen, wer der größte Energieverschwender ist

Dass viele Verantwortliche in den Ländern nicht begriffen haben, was mit dem Klimawandel für die Menschheit in der Zukunft auf dem Spiel steht, ist inzwischen leider nur zu offensichtlich. Kein Wunder, dass die Jugend inzwischen aufgewacht ist und erkannt hat, dass es letztendlich um ihre Zukunft geht, mit der hier Casino gespielt wird.

In Madrid findet zur Zeit die Klimakonferenz der UNO statt, die eigentlich in Chile hätte stattfinden sollen, aber wegen der Unruhen in Santiago nach Madrid verlegt wurden. Ausgerechnet Madrid brüstet sich jetzt mit dem Kampf gegen den Klimawandel. Der Klimagipfel selbst ist ein reines Image-Spektakel, denn die Stadt wird zur Zeit von einer konservativ-reaktionären Koalition regiert, deren Bestreben es ist, alle ökologischen Verbesserungen der Vergänger-Verwaltung wieder rückgängig zu machen. Begründung ist wie üblich bei den Besitzstandswahrern, dass man der Bevölkerung den Spaß an der Verschwendung natürlicher Ressourcen nicht verderben will.

Und au…

Neuer Rekord der Polizei von Rio bei der Tötung von Menschen

Wilson José Witzel ist ein brasilianischer Politiker des rechtsgerichteten und evangelikal-fundamentalistischen Partido Social Cristão. Er wurde 2019 zum Gouverneur des Bundesstaats Rio de Janeiro gewählt.

Witzel startete in seiner bisherigen Amtszeit eine verschärfte Offensive gegen Bandenkriminalität und den Drogenhandel. Dabei nahm die Zahl der Todesopfer sowohl bei Bandenmitgliedern und unbeteiligten Zivilisten als auch den teilweise schlecht ausgebildeten und schlecht ausgestatteten Polizeikräften bei Kämpfen in den Favelas dramatisch zu.

Der Erfolg: In Rio sind von Januar bis Oktober dieses Jahres 1.546 Menschen von der Polizei erschossen worden. Damit ist in den 10 Monaten dieses Jahres bereits die Zahl der von der Polizei im Jahre 2018 getöteten Menschen übertroffen worden. 2018 waren es "nur" 1.534.

Es ist vor allem ein Krieg gegen die arme Bevölkerung. Die Internetseite "A nova democracia" spricht von einem Bürgerkrieg. Seit 4 Monaten wehre sich die Bevö…

Frankreich kann sich nicht von der Atomenergie lösen

Die Bürgerbewegung "Sortir du nucléaire" hat in ihrer kürzlichen Info-Mail geschrieben:

"Nur in Frankreich geht das weiter.......
Überall in der Welt ist die Nuklearenergie im Rückzug. 2018 hatte sie nur noch einen Anteil von 10,15% an der weltweit produzierten Elektrizitizät. 1996 hatte sie noch einen Anteil von 17,5%. Südafrika, Deutschland, China, Spanien, Indien, Japan, die Niederlande, Mexiko und das Vereinigte Königreich haben 2018 mehr erneuerbare Energie produziert als Elektrizität aus der Nuklearenergie.

Währenddessen wirft in Frankreich mit Unterstützung des Staates die Nuklearindustrie alle ihre Energien in eine Flucht nach vorne, indem sie die Laufzeit für Alt-Anlagen sowie für Projekte und gefährliche und unnütze Baustellen verlängert. Im letzten Oktober hat Le Monde enthüllt, dass die Regierung in einem Brief EDF aufgefordert hat, sich in die Schlacht für den Bau von 6 EPR-Reaktoren einzuordnen!"

Wieder einmal gab es vor kurzem einen Zwischenfall, de…

Recycling in Rumänien: Was nutzen gesetzliche Vorschriften, wenn sie ignoriert werden?

Es gibt in Rumänien ein Gesetz über die Behandlung des Verpackungsmülls, das seit April dieses Jahres in Kraft ist. Nach diesem Gesetz müsste der Handel die Verpackung zurücknehmen und eine Pfandrückzahlung von 0,5 Lei für jede wiederverwendbare Verpackung oder Flasche bezahlen. Laut den rumänischen Medien sieht alles so einfach aus, aber in der Realität ist es ein echtes Abenteuer solche Verpackungen zurückgeben zu wollen. Die Rumänin Dollores Benezic hat ihre praktischen Erfahrungen mit dem Recycling von Flaschen mit Frischmilch in einem Artikel auf der Webseite "Romania Curata" geschildert. Ich gebe diesen Erfahrungsbericht hiermit übersetzt wieder:

Ich habe angefangen Milch in Glasflaschen zu kaufen als diese 2018 im Handel erschienen. Es gab sie nur in großen Supermärkten. Ich gebe zu, dass mich das Glas angezogen hat. Es hat mich an die Milchflasche meiner Kindheit erinnert, obwohl sie mit dem schlanken Hals und der Alukappe der Flasche von damals nicht entspr…

Das Oberste Gericht Spaniens jongliert auf dem Drahtseil zwischen Rechtsprechung und Rechtsbeugung

Nun sind die katalonischen Politiker, die für die Unabhängigkeit der Region mit der Abhaltung eines von der Madrider Regierung verbotenen Referendums kämpften nach 2 Jahren Untersuchungshaft zu monströsen Haftstrafen wegen "Aufruhr" verurteilt worden. Dass die Richter bei ihrem Urteil die Rechtslage reichlich parteiisch und zum Teil mit abenteuerlicher Begründung ausgelegt haben, gibt Anlass zur Befürchtung, dass hier nicht Recht gesprochen, sondern Rache geübt wurde. Rache gegen eine spanische Region, die sich dem konstruierten "Vaterland" nicht mehr zugehörig fühlen wollte. Der Wahlspruch der kasernierten Polizei "Guardia civil" lautet "Todo por la Patria" und wie man "patria" zu verstehen hat, das definieren immer noch vom Franco-Faschismus indoktrinierte Politiker in Madrid, die Armee, Polizei und katholische Kirche.

Ignacio Escobar, der Herausgeber der Internet-Zeitung "eldiario.es", geht auf das Urteil näher ein. Seine …

Öldesaster bedroht die Strände des brasilianischen Nordostens

An den zum Teil paradiesisch schönen Stränden des brasilianischen Nordostens in der Region der Bundesstaaten Alagoas und Pernambuco sind große Ölflecken aufgetaucht. Die Regierung Pernambucos befürchtete eine Verschmutzung der Strände und hatte bereits angefangen, das Öl, das mit Boien eingedämmt wurde, einzusammeln. Keiner scheint aber zu wissen, woher das Öl überhaupt kommt.

Der Senator Humberto Costa schreibt auf Twitter, dass es sich um das größte Umweltdesaster in der Geschichte Brasiliens handle und die Regierung Bolsonaro nichts tue, um die Schuldigen zu finden. Er fragt sich, ob man vertuschen wolle, dass Ölgesellschaften, denen die Regierung die Explorierung der Ölvorräte vor den Küsten übertragen wolle, die Verursacher sind.

Die Untätigkeit der Bundesregierung führte jetzt dazu, dass die oberste Staatsanwaltschaft (MPF) diese verpflichtete innerhalb von 24 Stunden einen Notfallplan zu erstellen, um die Ölpest in den Griff zu bekommen. Auch nach Ansicht des MPF handelt es s…

Eine spanische Staatsanwältin, die es den Katalanen zeigen will

Die Leiterin der Staatsanwaltschaft von Barcelona, Concepción Talón, 59 Jahre alt, hat der Zeitung "El Pais" ein Interview gegeben. Dabei geht es in erster Linie um die katalanische Unabhängigkeitsbewegung und das Referendum von 2017, das zur Verhaftung von katalanischen Politiker/-innen führte, die jetzt seit 2 Jahren in Untersuchungshaft sitzen, ohne dass der Prozess bisher abgeschlossen wurde.

Diese Verhaftungen wurden europaweit und auch von der UNO als völlig überzogen angesehen und man kann deshalb zu Recht von "politischen Gefangenen" in einem angeblich demokratischen und Menschenrechte respektierenden spanischen Staat sprechen. Die lange Dauer des Prozesses wird auch darauf zurückgeführt, dass den Inhaftierten nicht die Gelegenheit gegeben werden sollte, vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu klagen. Dies ist ja bekanntlich erst möglich, wenn der inländische Rechtsweg ausgeschöpft ist.

Mit Frau Talón äußert sich nun eine Repräsentantin der s…