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Tourismus im Donaudelta: Pelikane jagen mit einem Schnellboot

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Das Donaudelta ist das zweitgrößte Flussdelta Europas und Biospärenschutzgebiet. Das Reservat beherbergt das mit einer Ausdehnung von etwa 1800 km²weltweit größte zusammenhängende Schilfrohrgebiet und ein bedeutendes Vogelschutzreservat mit der größten Kolonien des Rosapelikans und der zweitgrößten des Krauskopfpelikans Europas.  Das Delta ist somit eine echte Attraktion für Touristen. Man sollte sagen für zivilisierte Touristen, die die Natur lieben und schätzen. In den kleinen Kanälen sah man früher nur Fischer mit ihren Ruderkähnen, die Touristen auf ihre Fahrt mitnahmen.  Der neueste Hit scheint allerdings zu sein, mit einem Schnellboot in die Schilfseeen zu rasen, durch die Pelikankolonien zu brettern und sich fotografisch an den aufgescheuchten Pelikanen zu ergötzen. Hier dazu ein Bericht der Bloggerin Raluca Ion : Der Fotograf Marian Strinoiu wurde im Donaudelta von einem Schnellboot überrascht, das mit Vollgas in eine Pelikan-Kolonie raste. "Ein Mann ohne He...

Spanische oberste Justiz torpediert Menschenrechte und den gesellschaftlichen Zusammenhalt Spaniens

Der spanische Verfassungsrechtler Joachim Urías schrieb vor kurzem,  dass sich eigentlich niemand mehr für die Urteile des Verfassungsgerichts in der Sache der Volksbefragung zur katalanischen Unabhängigkeit interessiere, weil klar sei, dass diese immer gegen die Katalanen ausgehe. Das Verfassungsgericht hatte vor kurzem die Verfassungsbeschwerde des wegen der Volksbefragung seit 4 Jahren inhaftierten katalanischen Politikers Jordi Sanchez abgelehnt. Einen Vorteil hat das für Sanchez, er kann jetzt seinen Fall dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte vorlegen, der die Rechtslage wesentlich differenzierter sieht wie die spanische Justiz. Ignacio Escolar, Chefredakteur der spanischen Internetseite "Diario.es" schreibt zum Zustand der Justiz in Spanien (insbesondere den beiden obersten Gerichten, dem Tribunal Constitucional und dem Tribunal Supremo ): "Es gibt in Spanien ein Problem mit der Gewaltenteilung. Es ist aber nicht die Regierung, die sich Kompetenzen angem...

Rio de Janeiro: Das war keine Polizeiaktion, das war ein Massaker

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Das Massaker in der Favela Jacarezinho von Rio de Janeiro Anfang Mai hat erneut gezeigt, dass der brasilianische Staat unterstützt von einem großem Teil der Gesellschaft immer noch kein anderes Mittel zur Bekämpfung der Gewaltkriminalität gefunden hat als wieder brutale Gewalt anzuwenden. Unter der Regierung Bolsonaro hat sich dieses Muster erneut verstärkt. Das Problem dieser Gewaltkriminalität ist, dass man sie nicht nur auf Drogenbanden zurückführen kann, sondern dass ein Teil von Polizei, Militär im Verbund von ehemaligen Polizisten dem Gewaltpotential dieser Banden in nichts nachsteht. Die "Milizen" wie sie genannt werden, wollen nicht Recht und Ordnung herstellen, sondern ihre Position in der kriminellen Szene sichern. Die Milizen werden gehätschelt und genießen das Wohlwollen der Polizei. Es gibt auch klare Hinweise, dass die Familie Bolsonaro in ihre Machenschaften verstrickt ist.  Was passierte in Jacarezinho? Der Journalist  Bernardo Cotrim undd Noemi Andrade, Dir...

Kein Geld für Schulen und Gesundheitswesen, aber für Stierkampf-Spektakel

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In Spanien gibt es weiterhin eine staatliche Unterstützung für den Stierkampf. Vor allem Konservativen gilt dieser als Kulturgut, das man unterstützen müsse. Auf der anderen Seite gibt es aber in Spanien auch eine wachsende Bewegung gegen diese öffentlich vorgeführte Tierquälerei. Auch wenn jetzt in der Corona-Pandemie das Geld an viel wichtigeren Orten gebraucht wird, sind sich aber lokale Behörden nicht zu schade, den Stierkampf weiterhin mit öffentlichen Mitteln zu subventionieren.  Der Historiker und Lehrer Lucio Martinez Pereda hat auf Twitter einmal zusammengestellt wie diese Förderung aussieht: In Spanien gibt es 36 Stierkampf-Schulen, die aus öffentlichen Mitteln gefördert werden. Bis vor kurzem erhielt eine dieser Schulen, die Schule von Albacete jährlich eine Förderung durch die Gemeinde und die Provinzverwaltung in Höhe von 68.000 und 75.000 Euro jährlich. Die Provinzverwaltung von Badajoz gab 2014 mehr als eine halbe Million Euro für Stierkämpfe aus. Die Provinzverwa...

Nach dem Brexit bleiben nur noch riesige Union Jacks

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Die Konservativen und Empire-Nostalgiker unter den Briten haben es nicht leicht. Sie müssen jetzt ihre Bevölkerung mit allerlei Propaganda-Tricks vom Desaster des Brexit ablenken. Was ist da besser als noch mehr die nationalistische Karte zu ziehen. Eine Studentin an der Universität Aberdeen soll "gecancelt" worden sein, als sie in einer Online-Debatte "Rule Britannia" geschrieben hatte. Das ganze wurde von der britischen Müll-Presse dann zu einer nationalen Schandtat hochgeschrieben. Das "man darf nicht mal mehr sagen, dass Britannien die Weltmeere beherrscht" heißt es weinerlich. Da es ja stimmt, dass "Britannien nicht mehr die Weltmeere beherrscht" wird versucht, diese Tatsache mit viel Geschrei zu übertünchen. Hinzu kam, dass dann noch in irgendeiner Radio-Show sich ein Teilnehmer über den Minister für lokale Verwaltung lustig machte, weil der hinter sich eine riesige Nationalflagge hängen hatte: "Ich denke ihre Flagge hat nicht die Stan...

Ein kleiner Situationsbericht aus Brasilien: Der Hunger ist zurück

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Die Webzeitung "The Intercept Brasil" hat in ihrem Newsletter vom 18. März folgende Meldung verschickt: In wenigen Tagen werden wir die Zahl von 300.000 Toten in Brasilien (an Covid-19 verstorbenen) erreicht haben und nichts deutet daraufhin, dass es dabei bleibt. Alle Bedingungen, die uns an den Abgrund der größten menschlichen Katastrophe in der Geschichte Brasiliens bringen, sind vorhanden. Es sind dieses: Eine zerbrechliche und unmenschliche Führung durch einen Präsidenten, der alles ableugnet und vor Ignoranz nur so strotzt; die Komplizenschaft der weiteren staatlichen Stellen, die konkrete Maßnahmen ergreifen könnten, aber nur unverantwortlich handeln; die solide Verbundenheit des Militärs mit dem Projekt des Ex-Hauptmanns Jair Bolsonaro. Wir sind weiterhin den Vorsorgemaßnahmen eines unfähigen Gesundheitsministers ausgeliefert (auch nach dem letzen Wechsel) und ohne jede Perspektive auf eine zum großen Teil durchgeimpfte Bevölkerung. In diesem Szenario spitzt sich eine...

Familiäre Tragödien im Brasilien der unkontrollierten Pandemie

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Auf der brasilianischen Webseite "Outrasmidias" ist folgender Bericht zur Situation in Manaus und dem brasilianischen Norden, die besonders hart von der Covid-19-Pandemie betroffen sind, erschienen. Es ist ein Geschichte von Kindern ohne Mütter, die von einem Tag auf den anderen für ihre Familie verantwortlich wurden. Eine Geschichte von schwangeren Ehefrauen, abrupt beendeten Lebensentwürfen. Auf der Suche nach Hilfe, ohne Luft und Bett, an den von der Pandemie am meisten betroffenen Orten. Die Autorinnen sind Clarissa Levy und Raphaela Ribeiro von der "Agência Pública":  "Tante, der Sauerstoff wird hier ausgehen, haben sie mir gesagt". Es war am späten Morgen des 15. Januar, in Manaus , als Lucas Azevedo Paz verzweifelt seine Tante anrief. Der 22-Jährige hatte zuvor eine Information erhalten, dass in den kommenden Stunden der gesamte Sauerstoffvorrat des Notfallkrankenhauses (UPA) Dr. José Lins, wohin er seine Mutter begleitet hatte, die Symptome des C...