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Heineken will sein Bier in Brasilien in einem Naturreservat brauen

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Im Norden von Belo Horizonte, der Hauptstadt des Bundesstaates Minas Gerais, will ein Brauerei-Unternehmen, das zur Heineken-Gruppe gehört, eine Brauerei auf dem umweltgeschützten und archälogisch bedeutsamen Gebiet "Lapa Vermelha" errichten. Dieses gehört zur Region des umweltgeschützten Karst-Gebietes von Lagoa Santa. In der Großbrauerei sollen 760 Millionen Bier im Jahr gebraut werden.In Lapa Vermelha ist 1975 ein Knochenskelett (das den Namen "Luzia" erhielt) gefunden worden, das auf ein Alter von 11.500 Jahren geschätzt wurde und von dem ausgegangen wird, dass es der älteste Fund menschlicher Reste auf dem amerikanischen Kontinent ist. Umweltschützer und Archäologen befürchten, dass dem Karstgebiet durch die Brauerei erhebliche Mengen an Grundwasser entzogen wird. Dies wiederum führe zu einer erheblichen Gefährdung der Karsthöhlen und zur Gefahr ihres Einsturzes. Sítio Arqueológico Lapa Vermelha ameaçado por Fábrica de Cerveja

Überschwemmungen und Erdrutsche in Brasilien und mangelnder Zivilschutz

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In den brasilianischen Bundesstaaten Minas Gerais, Espirito Santo und Rio de Janeiro hat es Ende Januar heftige Regenfälle mit Überschwemmungen und Erdrutschen gegeben. Der Beauftragte für Menschenrechtsfragen und Minderheiten des brasilianischen Parlaments, Helder Salomão, hat die Region besucht und von den Verantwortlichen dringende Maßnahmen zur Beseitigung der Notlage der Bevölkerung gefordert. Die Situation sieht nach Schilderung des Blogs "Combate racismo ambiental" so aus: In den letzten Tagen sind 3 Bundesstaaten des Südostens von Überschwemmungen heimgesucht worden, die zu Bergrutschen, Toten, Zusammenbruch von Gebäuden und anderen Problemen auf Grund der starken Regenfälle geführt haben. In Espírito Santo ist in zwei Städten der öffentliche Notstand ausgerufen worden und in 16 weiteren eine Notsituation. Bisher wurden 10 Tote und circa 14.000 Obdachlose gezählt. In Minas Gerais gibt es bereits 55 Tote und 101 Städte in Notlage. In Rio steigt die Zahl der Obd...

Für die Rendite der Aktienbesitzer: 853 km Flussufer verseucht

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Über die Katastrophe von Bento Rodrigues habe ich bereits berichtet. Sie ist noch nicht vorbei. Im Gegenteil, das Schlimmste kommt noch. Die brasilianische Webseite “Vermelho Portal” beschreibt die derzeitigen Folgen: Seit Tagen erlebt Brasilien eine seiner größten Tragödien, die Verantwortungslosigkeit des Unternehmens Vale-Samarco kann das Ende des Rio Doce , der auf 853 km die Ufer von Minas Gerais und Espirito Santo bespült, bedeuten. Das Bergbau-Unternehmen Vale-Samarco hieß früher “Companhia Vale do Rio Doce”. Es wurde 1940 gegründet. 1984 schrieb einer der größten Schriftsteller Brasiliens des 20. Jahrhunderts, Carlos Drummond de Andrade (1902-1987), ein Gedicht, das sich “Lira Itabirana” nennt. In Itabirana wurde das Unternehmen Vale gegründet. Sein Gedicht, das jetzt in Brasilien aus Anlass der Katastrophe von Bento Rodrigues wieder entdeckt und in den sozialen Medien verbreitet wurde, sah voraus, dass die Tätigkeit des Berbauunternehmens früher oder später in einer Kat...

Der Schlamm-Tsunami von Bento Rodrigues und das miserabelste Bergbauunternehmen der Welt

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Das brasilianische Unternehmen “Vale S.A.” gehört zu den größten Bergbauunternehmen der Welt. 1997 war es privatisiert worden zu lächerlich niedrigen Preisen. Es wurde eine gigantische Korruption hinter dem Geschäft vermutet, die Gerichte sind bis heute mit dem Fall beschäftigt. Vale S.A. ist der weltweite größte Förderer von Eisenerz und der zweitgrößte für Nickel. 2012 wurde das Unternehmen von mehreren Umweltschutzorganisationen, unter anderem Greenpeace, zum schlechtesten Unternehmen der Welt gewählt. Vale S.A. ist zusammen mit dem australischen Bergbaukonzern BHP Billiton Eigentümer der Firma “Samarco”. Am 6. November 2015 teilte diese Firma folgendes mit: “Samarco informiert, dass es einen Bruch des Damms eines Klärschlammbeckens mit der Bezeichnung “Fundão” in den Gemeinden von Ouro Preto und Mariana in Minas Gerais gegeben hat. Die Organisation wird alle ihre Kräfte bündeln, um vorrangig den betroffenen Menschen zu helfen und die Umweltschäden einzudämmen. Zur Zeit ist...

Warum das Putsch-Militär lieber Aécio Neves als brasilianischen Präsidenten sähe

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Die erste Runde der brasilianischen Präsidentschaftswahlen ist vorbei. Die Stichwahl werden die bisherige Amtsinhaberin Dilma Rousseff und der Herausforderer Aécio Neves bestreiten. Die Kandidatin auf dem 3. Platz, Marina Silva , ist ausgeschieden. Dilma Rousseff gehört der Partei der Arbeiter (PT) an und Neves der Sozialdemokratischen Partei Brasiliens (PSDB). In Brasilien vermitteln fast alle Parteien von Namen her den Eindruck, eine linke Richtung zu vertreten.  In diesem Fall wäre die PT (Partido dos Trabalhadores) in der Tat eher als eine sozialistische Partei mit Tendenz zu sozialdemokratischem Handeln zu bezeichnen, während die auch “ Tucanos ” genannte Parteiangehörigen der PSDB eher einer Mitte-Links-Richtung mit Tendenz zu “Sozialem Liberalismus” vertreten. Aécio Neves, geboren 1960, ist ehemaliger Gouverneur des Bundesstaates Minas Gerais (2003 – 2010) und seit 2011 sitzt er für diesen Bundesstaat im brasilianischen Senat. Neves ist Enkel von Tancredo Neves , de...

Das Massaker von Unai als Beispiel für eine schwache Justiz im brasilianischen Hinterland

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2004 wurden im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais im Ort Unai 4 Angestellte des Staates ermordet. Sie waren vor Ort, um Routine-Überprüfungen über mögliche Fälle von Sklavenarbeit vorzunehmen, wurden in einen Hinterhalt gelockt und erschossen. Unai liegt 500 km von der Hauptstadt Belo Horizonte entfernt und hat etwa 86.000 Einwohner. 6 Monaten nach der Tat hatte die Polizei die Täter identifiziert. Es waren Auftragsmorde. Auftraggeber waren der Ex-Bürgermeister von Unai, mehrere Unternehmer u.a. der größte Bohnenproduzent (auch  "rei de Feijao", "König der schwarzen Bohne" genannt) Brasiliens. Zwei Auftragsmörder führten die Tat aus. Während vier der Handlanger-Täter inzwischen verurteilt sind, tut sich in der Sache der Auftraggeber die Justiz bis heute schwer. Der Fall wird zwischen den Instanzen hin- und herbgeschoben, zuletzt verwies Ende Januar die stellvertretende Richterin des 9. Bundesgerichtshofes in Belo Horizonte den Fall wieder an die erste Ins...

Wohnungnot, Hausbesetzungen und die Sprachlosigkeit der Verantwortlichen

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"Belo Horizonte, die Stadt, die dich packt. Belo Horizonte , ein Beispiel für Brasilien und die Welt", so lobt sich die Stadt im Internet . Die Stadtverwaltung sieht ihre Arbeit unter dem Thema: Effizienz, Respekt und soziale Verpflichtung. Das sieht ein Teil der verwalteten Bevölkerung anders. Mit einer Botschaft an die Bevölkerung von Belo Horizonte, Brasilien und der Welt bittet eine Gruppe von Bewohnern Belo Horizonte's in einem "Manifest zur Verteidigung der von Zwangsräumung im Großraum Belo Horizonte bedrohten Gemeinschaften" um Hilfe. Die Kurzfassung des Manifests lautet: "Die Hauptstadt von Minas Gerais wird die Bühne für ein richtiges Massaker an tausenden Familien, die in den Gebäuden Camilo Torres, Irmã Dorothy I, Irmã Dorothy II, Conjunto Águas Claras, Dandara (Céu Azul), Recanto UFMG (av Antônio Carlos) und Torres Gêmeas (Santa Tereza) leben, sein. Der Justizgerichtshof von Minas Gerais hat in Verletzung eigener Gesetze und von Bestimmungen ...

Umweltkatastrophe in Minas Gerais befürchtet

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Im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais, der zwischen Brasilia und Rio de Janeiro liegt, regnet es seit September mit einer schon lange nicht mehr erlebten Heftigkeit. Seither befinden sich 53 Gemeinden (municípios) im Ausnahmezustand (estado de emergência), 18 Personen wurden getötet und ca. 60.000 Personen wurden obdachlos. In der Waldzone (Zona da Mata) lagen die Niederschläge bisher 170% über dem Normalwert vergleichbarer Werte in dieser Jahreszeit, in den Stadtregionen (Região Metropolitana) um 120% und in der Westregion (Região Oeste) um 60%. Nun befürchtet man, dass über den Rio Pomba , ein bereits stark verseuchter und umweltgeschädigter Fluss, durch die umfangreichen Regenfälle ein erneutes Umweltdesaster droht. Erneut deswegen, weil im Januar 2007 bereits eine Katastrophe passierte als durch starke Regenfälle das Rückhaltebecken der Bergwerksfirma Rio Pomba Cataguases brach und giftige Rückstände in grossem Umfang aus dem Bauxit-Abbau in den Fluss gelangten. Dies war bere...