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Das göttliche Bodenpersonal und seine Kapriolen

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Gott, das unbekannte Wesen, ist ein beliebtes Mittel, um seine Mitmenschen zu terrorisieren oder sie für bestimmte Interessen zu beeinflussen. Wehren kann er sich ja nicht, vermutlich weil er nicht existiert und nur eine menschengemachte Einbildung ist. Trotzdem ist manchmal erstaunlich, wie unverfroren einige seiner Diener unter Berufung auf IHN das Spiel ihrer Macht-Interessen treiben. Besonders gut meinte es ein evangelikaler Pastor in Honduras . In Honduras stehen Präsidentschaftswahlen an. Aus diesem Anlass erschien Pastor Roy Santos Gott, weil er besonders intensiv gebetet hatte. “Ich sah einen Weg, am Ende ein Rot mit einem dunklen Schwarz. Herr, was bedeutet das, fragte ich ihn und er antwortete mir: Der Weg ist die Gelegenheit des Farbwechsels. Man kann ihn gehen mit dem Einverständnis und der Maßgabe, dass man korrekte Entscheidungen trifft”. Pastor Santos erklärt uns, dass es um das politische Schicksal von Honduras geht, 24 Stunden vor der Wahl und dass er Gott über die...

Lateinamerikanische Rechte erwacht zu neuen Putschgelüsten

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Honduras hatte es vorgemacht: Die Rechte kann immer noch putschen und letztendlich bleibt dies folgenlos. Kein Wunder, dass man auch anderswo mit dem Gedanken eines Machtwechsels auf diesem Wege liebäugelt. Missliebige, wen auch demokratisch gewählte linke Präsidenten kann die abgehalfterte Rechte in Lateinamerika scheinbar nur noch per Putsch loswerden. Einer der Kandidaten, gegen den man putschen könnte, ist der paraguayanische Staatspräsident Lugo . 2008 entschied Fernando Lugo , ein ehemaliger Bischof und Kandidat eines breiten Bündnisses aus neun Parteien sowie Gewerkschaften und Bauernbewegungen, mit 40,8 Prozent der Stimmen die Präsidentenwahl in Paraguay für sich; er distanzierte dabei die ehemalige Bildungsministerin Blanca Ovelar, die Kandidatin der seit 61 Jahren regierenden Colorado-Partei, um zehn Prozentpunkte. Der Senator im paraguayischen Senat, Alfredo Luís Jaeggli , ist der Ansicht, dass der Putsch gegen Lugo eine gute Lösung wäre. In einem Interview, das er Mitte Dez...

Das Abkommen von San José und die Demokratie

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Süd- und Mittelamerika wollte sich eigentlich von der Putschmentalität befreien und war dazu auf bestem Wege. Die Wahl eines ehemaligen Arbeiterführers wie der von Luiz Inácio Lula da Silva, auch "Lula" genannt, hätten vor 30 Jahren die Militärs und die herrschende Klasse nicht zugelassen und eher ein Blutbad chilenischen Musters veranstaltet. Sogar einem Hugo Chávez in Venezuela konnte man bisher nicht vorwerfen, den Machtwechsel unmöglich gemacht zu haben oder dass er illegal an die Macht gekommen war. So ganz hat das mit dem Mentalitätswandel aber noch nicht geklappt. In Honduras griff man wieder zu den altbewährten Mitteln des Putsches zurück. Zwar wurde er etwas verbrämt mit Entscheidungen des obersten Gerichtshofs begründet, aber es war wieder einmal ein Machtwechsel, der mit Gewalt erfolgte. Am Sonntag, den 28. Juni 2009, war es wieder einmal soweit. Militärs jagten den gewählten Präsidenten Manuel Zelaya aus dem Land. Die Organisation der Amerikanischen Staaten (Org...