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Zerrissenes Brasilien: Wir werden nie wieder dieselben sein

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Brasilien hat mit dem Impeachment der Präsidentin Rousseff einen parlamentarischen Putsch erlebt, mit dem die reaktionären Kräfte sich der Schaltstellen der Macht zurückeroberten. Gleichzeitig kocht die brasilianische Justiz ihr eigenes Süppchen, wer hier mit wem und gegen wen integriert ist kaum mehr auszumachen. Sie entwickelt sich in einen Staat im Staat.  Menschen werden in Vorbeugehaft genommen und wenn ihre Unschuld nach mehreren Monaten Haft festgestellt wird sind sie materiell und psychisch ruiniert. Die Putschisten-Regierung sieht ihr Glück in einem scharfen Austeritätskurs. Alles, was bisher der armen Bevölkerung eine Verbesserung der Lebensverhältnisse gebracht hat, wird abgeschafft oder eingeschränkt. Das wirtschaftliche Wunder, das sich die Putschisten erhofft hatten, blieb bisher aus und die sozialen Konflikte verschärfen sich im ganzen Land. Die “ Comissão Pastoral da Terra ”, eine eine einflussreiche Organisation der katholischen Kirche Brasili...

Spanische Monarchie und Geldeliten feiern sich selbst und einige machen nicht mit

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1980 wurde von dem damals 12-Jährigen Prinzen Felipe de Borbón, dem heutigen spanischen König Felipe VI , feierlich die Gründung der "Fundación Princesa de Asturias" (Stiftung Prinzessin von Asturias ) beschlossen. Als eine gemeinnützige Organisation hatte die Stiftung die Aufgabe "wissenschaftliche, kulturelle und humanistische Werte zu fördern". Zu diesem Zwecke wurden Preise geschaffen, die den Namen "Premios Princesa de Asturias" tragen und jährlich vergeben werden. Nach der Krönung Felipes zum König von Spanien wurden die Stiftung und die Preise 2014 umbenannt und heißen jetzt nach der neuen Fürstin von Asturien und Infantin von Spanien, Leonor. Die diesjährige Preisvergabe stiess auf einige Disharmonie. Anlässlich der Preisverleihung wurde die Ankunft des Königspaares von einer Menge demonstrierender Menschen mit Pfiffen und Pfui-Rufen begrüßt. Die Demonstration war von mehreren Gruppierungen organisiert worden, die in sozialen Bewegungen aktiv ...

Das Gottesvolk am Amazonas zieht Bilanz und sieht schwarz

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Anfang Juli haben sich die katholischen Bischöfe des brasilianischen Amazonasgebietes in der Stadt Santarém getroffen, um des 40-jährigen Jubiläum der ersten Bischofskonferenz in derselben Stadt zu gedenken. Die Bischöfe haben eine Bilanz über die seither eingetretenen Veränderungen gezogen und diese in einem Hirtenbrief an das “Gottesvolk” des Amazonas weitergegeben. Nachstehend in Auszügen ihre Schlussfolgerungen zum Stand der gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Situation der Amazonas-Region: “Wir stellen Fortschritte im sozialen und politischen Bereich fest, mit neuen Beteiligungsorganen, Räten für die öffentliche Politik, Teilnahme an Kampagnen für gerechtere Gesetze, Erweiterung des Bewusstseins und des Eintretens für die ökologische Frage. Auf wirtschaftlichem Gebiet wächst der Konsum und die Kaufkraft, auch wenn diese nicht immer zur Erhöhung der Lebensqualität beiträgt. Das Leben in Amazonien ist weiterhin schwer. Die Entscheidungen über die Entwicklung Am...

Die Gewaltexplosion von Bahia und der brasilianische Karneval

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Es reichte ein Streik von einem Teil der Militärpolizei um das schon länger vorhandene Gewaltpotential im brasilianischen Bundesstaat Bahia zur Explosion zu bringen. Die Militärpolizei ist in Brasilien so etwas wie anderswo die kasernierte Polizei. Sie ist mit Aufgaben der öffentlichen Sicherheit betraut und hat zum Teil traurige Berühmtheit erlangt, weil Mitglieder der Truppe oft in Skandale um Todeskommandos verwickelt waren und sind. Die Streikenden haben inzwischen das bahianische Abgeordnetenhaus besetzt. Etwa streikende 1.000 Militärpolizisten liefern sich derzeit eine Schlacht mit der Bundespolizei (Força Nacional de Segurança Pública) und der Armee, die im Begriff ist das Abgeordnetenhaus zu stürmen. Die Armee schießt zur Zeit (nur) mit Gummigeschossen und Pfeffer-Tränengas. Während sich die Obrigkeit mit ihren Ordnungshütern rumschlägt, nützen Kriminelle jeder Art das Machtvakuum, um ihr Süppchen zu kochen. Seit dem Streikbeginn, dem 31. Januar wurden 96 Morde in Bahia ve...

Salvador Bahia in Angst und Panik

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In den letzten 5 Stunden wurden in der nordostbrasilianischen Stadt Salvador / Bahia 17 Menschen ermordet. Der Grund ist ein Streik der Militärpolizei, die für die Sicherheit zuständig ist. Ein Drittel der Militärpolizei, ungefähr 10.000 Personen, befinden sich im Ausstand. Bereits der Ausfall von einem Teil der Polizei verschärfte die Sicherheitslage in der Stadt erheblich. Seit Donnerstag Nachmittag sind bereits 44 Menschen umgebracht worden, alle mit Schusswaffen. In mehreren Stadtteilen gibt es Plünderungen von Geschäften und Vandalismus. In mehreren Stadtteilen kam es zu Schiessereien. Der Nahverkehr ist fast zum Erliegen gekommen. Märkte und Geschäfte sind größtenteils geschlossen. Die Regierung in Brasilia hat inzwischen 650 Soldaten der Nationalgarde in die Stadt entsandt. 250 von ihnen sollen die Häfen schützen, 400 Soldaten sollen für die Sicherheit der Flughäfen sorgen. Die “ Associação de Policiais e Bombeiros e de seus Familiares do Estado da Bahia (Aspra - BA )” (Ver...

Banker, die nichts gelernt haben

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Zumindest nichts aus dem Finanzdesaster der vergangenen Jahre. Gewöhnt an hohes Einkommen und Boni für Aktivitäten, von denen man nicht weiß, ob sie die Welt noch ein bisschen mehr an den Abgrund bringen, stellen sie weiterhin dreist ihre Forderungen. Sie verlangen vielleicht nicht mehr so viel, aber gemessen an den Durchschnittsgehältern ist die Vergütung im Hinblick auf den bisher angerichteten Schaden immer noch astronomisch hoch. Stephen Hester ist Vorstandsvorsitzender der Royal Bank of Scotland (RBS). Nachdem der allseits jahrelang bewunderte Fred Goodwin diese Bank in eine desaströse Pleite getrieben hatten, von der sie nur mit Hilfe von Milliarden Steuerzahlergelder gerettet werden konnte, hat er als ein weiterer forscher und vermutlich uneinsichtiger Finanzmanager die Sanierung der Bank im Auftrag des größten Anteilseigners, des britischen Staates, übernommen. Hester verdient im Jahr bei der RBS 1,2 Millionen £ (ca 1,4 Millionen €). Zudem bekam er 10,4 Millionen Aktien d...

Tagelöhner gehen dem Grafen auf den Wecker

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Wie ich bereits in meinem Beitrag “ Adliger Springreiter drischt auf Andalusier ein ” berichtet habe, hat sich der Graf von Salvatierra, Cayetano Martínez, verächtlich über die Arbeitsmoral andalusischer Landarbeiter geäußert. Seine Äußerungen haben für erhebliche Aufregung vor allem in Andalusien gesorgt, da sie auch im Zusammenhang mit weiteren Beschimpfungen aus dem spanischen Norden getätigt wurden. Jetzt haben sich 500 andalusische Tagelöhner zu den Landwirtschaftsgütern des Grafen bei Carmona aufgemacht. Sie wollen dem Großgrundbesitzer eine Liste mit “tausenden von Tagelöhnern” überreichen, die gerne auf seinen Gütern arbeiten würden. Die Protestaktion wird vom Sindicato Andaluz de Trabajadores (SAT; Andalusische Arbeitergewerkschaft) organisiert. SAT beziffert die Größe der Güter des Grafen auf 8.000 Hektar in Andalusien. Sie verteilen sich auf 12 Landwirtschaftsgüter in den Provinzen Sevilla und Córdoba. Der Sprecher der Gewerkschaft, Diego Cañamero, erklärte, dass sie mit...

Adliger Springreiter drischt auf Andalusier ein

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Cayetano Martínez de Irujo , Conde de Salvatierra (Graf von Salvatierra), ist ein bekannter Springreiter in Spanien. Adliger Geburt - er ist jüngster Sohn von Cayetana Fitz-James Stuart, Herzogin von Alba und Berwick, und von Luis Martínez de Irujo - hatte er sich nicht den Mühen eines Berufslebens aussetzen müssen, sondern konnte gleich nach seiner Schulausbildung mit dem Pferdesport anfangen und diesen zu seiner Beschäftigung machen. Im Reitsport war er mäßig erfolgreich, beste Platzierung war mit der spanischen Mannschaft der 4. Platz bei der Olympiade von Barcelona. Ansonsten verfügt er und seine Familie noch über große Ländereien in Spanien. Ererbter Reichtum, für den er keinen Finger krumm zu machen brauchte. Vor ein paar Tagen hat der Graf von Salvatierra ein Interview gegeben, bei dem er seinem Frust über die faulen Andalusier freien Lauf gelassen hat. Er besitzt große Ländereien in Andalusien und der normale Andalusier hat bestenfalls das Recht als Tagelöhner für einen mi...