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Ein rumänischer Vater erklärt seinem Sohn, warum das Land so korrupt ist und warum das geändert werden muss

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Blogger Macrineanu hat einen offenen Brief an seinen Sohn geschrieben. Grund dafür ist eine kurze SMS, die er von ihm erhielt und die den Inhalt hatte “Auch ich bin bei der Demo”. Mit der Demo meinte er das, was in Rumänien und vor allem in Bukarest die Menschen zur Zeit in Massen auf die Straße treibt, der Protest gegen die Regierung, die per Gesetzgebung sich selbst vor Strafen in Korruptionsangelegenheiten schützen wollte. Der Brief gibt einen gelungenen Einblick in das Rumänien von heute und von gestern und lässt erahnen, warum jetzt eine neue Generation, die sich aus den gegenwärtigen Demonstrationen herauskristallisiert, das Rumänien der Zukunft aufbauen muss. Macrineanu schreibt an seinen Sohn: Ich freue mich sehr, dass du gestern auf der Demonstration warst. Es kommt nicht darauf an, wie groß deine Beteiligung war, ob du Parolen gerufen, Plakate hochgehalten hast oder ob du nur aus Neugier mitgegangen bist oder aus Solidarität mit Freunden. ...

Warum der 23. August für die Rumänen wichtig sein soll

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“Der 23. August ist unter zwei Gesichtspunkten für die Rumänen wichtig. Am 23. August 1939 wurde der berühmte Ribbentrop-Molotow-Pakt in Moskau unterzeichnet. Der Vertrag war ein Markstein in der europäischen Geschichte und im Geheimprotokoll zum Vertrag wurde Bessarabien erwähnt. Dieser Pakt bereitete für die Rumänen den psychologischen Schock des Sommers 1940 vor. An zweiter Stelle hat Rumänien am 23. August 1944 im 2. Weltkrieg die Seite gewechselt und kämpfte jetzt zusammen mit den Alliierten gegen die ehemaligen Verbündeten, die Deutschen.” Dies ist die Darstellung des Geschichtsprofessors Mihai Manea, der bedauert, dass dieser Tag für die Rumänen kein Festtag mehr ist. Heutzutage weiß die Mehrheit der rumänischen Jugendlichen nichts mehr über diesen Feiertag. Geschichtsprofessor Manea bedauert, dass die Rumänen damit ein gesellschaftliches Gemeinschaftsgefühl über einen nationalen Feiertag verloren haben. Die Rumänen erinnern sich an diesen Tag als den Tag, an dem sie dem geli...

Marken-Ostalgie in Rumänien

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Die rumänische Revolution wird in Kürze ebenfalls 20 Jahre alt. Da denkt man gerne zurück, was eigentlich geblieben ist, von der Zeit davor. So wie es im Gebiet der ehemaligen DDR eine Rückerinnerung an die vertrauten Gegenstände des täglichen Lebens gibt, das wir als " Ostalgie " bezeichnen, so gibt es auch in Rumänien Tendenzen, die vorrevolutionäre Geschichte nostalgisch in Erinnerung zurück zu rufen. In den Köpfen ist noch gut präsent, für was man besonders lange Schlange gestanden hat, über was man besonders glücklich war, wenn man eines der seltenen Produkte mit Qualität ergattern konnte. Die Werbeindustrie nutzt diesen nostalgischen Rückblick und versucht Produkte mit altem Namen auf dem rumänischen Markt zu lancieren. Der Nationalstolz der Rumänen und das weltweit bekannteste Produkt ist das Auto Marke " Dacia ". Die erste Autofabrik Rumäniens wurde 1966 gebaut und die ersten Automobile wurden ab 1968 produziert. Den Namen "Dacia" hat das Fahrzeug ...

Nachtrag: Der letzte Mohikaner

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Bei meinen Nachforschungen zum Tod von Paul Niculescu Mizil bin ich auf einen Bericht des "Romania Express" gestossen, der im Juli 2007 ein Interview mit Niculescu Mizil geführt hat. Der Interviewer beschreibt Niculescu als ein 84-jähriger Herr, der sich mit ihm 3 Stunden lang in ausserordentlicher Klarheit über die Vergangenheit unterhalten hat. Niculescu soll dabei keinerlei Versuche unternommen haben, sich als Dissidenten oder Ceauşescu-Gegner darzustellen, obwohl er in den letzten Jahren der Diktatur mit diesem nicht auf gutem Fusse stand. Interessant sind die Bemerkungen zum Umgang mit Ceauşescu und seinem Hofstaat. Trotzdem beide jahrzehntelang im Zentralkommittee der PCR sassen, sollen sie sich immer mit "Genosse" (Tovarăş) auch im persönlichen Bereich angesprochen haben. Gefragt, ob sie Freunde gewesen seine, sagte Niculescu: “Prieten (Freund)? Ich weiss nicht, was das ist, Freund. Er war der Generalsekretär der Partei. Er hat sich auf mich verlassen. Unser ...

3 Tote: 1 Dissident, 1 Sängerin, 1 Kommunist

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In Rumänien werden in diesen Tagen 3 Personen zu Grabe getragen, die eine wichtige Rolle im Land gespielt haben, aber unterschiedlicher nicht sein könnten: Der Dissident: Constantin-Grigore Dumitrescu wird im Karpaten-Dorf (satul) Fânari mit militärischen Ehren und der rumänischen Fahne begraben. Ticu Dumitrescu, wie er abgekürzt genannt wurde, war im kommunistischen Regime Ceausescu's früh in Ungnade gefallen, musste sein Jura-Studium abbrechen und wurde mehrere Jahre wegen eines "Komplottes gegen die Staatssicherheit" (crima de uneltire) inhaftiert. Nach seiner Freilassung wurde ihm der Zugang zu allen rumänischen Universitäten verboten. 1990 schloss er sich der Bauernpartei an ((PNŢ-CD) und wurde Präsident der "Vereinigung ehemaliger politischer Gefangener in Rumänien" (Asociaţiei Foştilor Deţinuţi Politici din România). Während 2 Legislaturperioden war er Senator im rumänischen Parlament. Er war Initiator des Gesetzes zum Recht auf Zugang zur eigenen Akte...