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Bürgerzorn entlädt sich in der kastilischen Provinz

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Die Stadt Burgos im spanischen Kastilien machte bisher keine Schlagzeilen weder in der Welt noch in Spanien. Die konservative Stadt mit 180.000 Einwohnern dämmerte so vor sich hin, es passierte nicht viel, vor allem nichts besonders bemerkenswertes. Kein Wunder, dass man in Spanien jetzt verwundert die Augen reibt, weil es seit Freitag an mehreren Tagen zu einer richtigen Gewaltexplosion im Vorort Gamonal von Burgos kam. Bus-Wartehäuschen, Müll-Container und zwei Bankfilialen wurden zerstört bzw. angegriffen. Die Polizei musste einschreiten, es kam zu Straßenschlachten, 23 Personen wurden festgenommen, es gab 12 leicht Verletzte. Gestern Abend zog eine Menge von etwa 500 Personen vom Jugendlichen bis zum 70-Jährigen zur Polizei und verlangte die Freilassung der Festgenommenen. Gamonal ist das Arbeiterviertel von Burgos. Zur Franco -Zeit entstand hier ein großes Industrie- und Gewerbegebiet. In den großen und eng stehenden Wohnblocks wohnen ungefähr 70.000 Menschen. Es ist der am di...

Zwergschulen haben in Spanien keine Zukunft

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Vor 10 Jahren gab es in Spanien noch 91.000 Schüler im ländlichen Bereich. Im Schuljahr 2009-2010 waren es nur noch 54.000. Die Gründe dafür sind nicht nur in der Landflucht zu suchen, sondern auch bei der Wirtschaftskrise und in ihrem Gefolge bei den Kürzungen im Bildungsbereich. Im ländlichen Spanien gibt es immer noch Schulen, die man nach deutschen Maßstäben als Zwergschulen einstufen würde. In ihnen unterrichtet in einem Raum ein Lehrer/in Schüler zwischen 3 und 12 Jahren. Er oder sie wird unterstützt von "fliegenden" Lehrern, die den Unterricht in den Fächern Musik, Englisch und Sport ergänzen. Die autonome Region Castilla- La Mancha hat bereits die Schließung von 71 Zwergschulen angekündigt. Angeblich nicht um Geld zu sparen, der Einspareffekt sei zu gering, sondern, weil an den größeren Schulzentren die Schüler besser gefördert werden können. Während in Castilla-La Mancha das so hingenommen wird, formiert sich in anderen Regionen der Widerstand. In der Provin...

Wenn nur noch ein Nuklearfriedhof das Dorf rettet

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Das Dorf Villar de Cañas in der Region Mancha hat die ehrenvolle Aufgabe, das vorläufige spanische Atommüll-Endlager ( ATC ) zu beherbergen. Das hat die spanische Regierung in den letzten Tagen des vergangenen Jahres entschieden. Eine Entscheidung, die der Bürgermeister in der einzigen Bar des Ortes wie ein Sieg feierte: “Wir haben in der Lotterie gewonnen, aber für jeweils 60 Jahre”, freut er sich. Beim Bauern Segundo Rubio hält  sich die Freude über die Entscheidung sehr in Grenzen. Er lebt von der Landwirtschaft im Ort. Eine schwierige Arbeit, die immer mehr zur Landflucht beiträgt. So hat der Ort in den letzten 20 Jahren ein Viertel seiner Bevölkerung verloren. Segundo Rubio äußert sich deshalb sarkastisch zum Glück des Ortes, den Atom-Friedhof zu bekommen: “Sie sagen, dass wir den Nuklear-Friedhof bekommen. Einen Friedhof haben wir hier schon, weil der Friedhof, das ist das einzige, was hier funktioniert: Immer mehr Todesfälle und nur noch eine Geburt im Jahr”. Die Angst v...

Auf Andalusier eindreschen im spanischen Wahlkampf beliebt

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Nachdem bereits Verantwortliche der katalanischen Regierung sich mit despektierlichen Äußerungen über Andalusier profliliert haben, treibt das Andalusier-Bashing inzwischen weitere Blüten. Andalusien ist noch immer ein Hochburg der Sozialisten, der PSOE . Demzufolge sind für die größte Oppostionspartei, die Partido Popular (PP) die Bewohner dieser Region ohnehin Idioten zumindest, wenn sie die PSOE gewählt haben sollten. Die Vizesekretärin der PP, Ana Mato, hatte sich bereits im Wahlkampf 2008 unbeliebt gemacht, als sie andalusische Kinder als “Analphabeten” beschimpfte. Nach einem Sturm der Empörung musste sie sich für diese billige Wahlkampflüge entschuldigen. Jetzt befindet sich Spanien wieder im Wahlkampf und Frau Mato brauchte wieder einmal ein griffiges Beispiel für verfehlte sozialistische Schulpolitik, um von den umfangreichen Kürzungen im Bildungsbereich in Regionen, die von der PP verwaltet werden, abzulenken. Sie glaubte das Beispiel wieder einmal in Andalusien zu find...

Spanisch, das keiner versteht, sorgt für Aufruhr

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Die Andalusier bevölkern Südspanien. Während in einigen Regionen die Zentrifugalkräfte nach Unabhängigkeit schreien und vor allem das Baskenland und Katalonien ständig das dicke Brett der Distanzierung von ihren iberischen Schwestern und Brüdern bohren, sind die Andalusier recht brave Spanier. Sie sind zwar stolz auf ihre Region, aber es sind in erster Linie die folkloristischen Werte, die ihre Selbstidentität darstellen. Sie haben auch keine eigene Sprache, die ein Grund für einen Zwist darstellen könnte. Insofern kann der spanische Zentralstaat mit Andalusien und seiner Hauptstadt Sevilla zufrieden sein. Nur, Andalusier sprechen ein Spanisch, das manche – auch Spanier - nicht so gut verstehen. Wir würden es vielleicht als Dialekt bezeichnen, bei den Spaniern, vor allem denen aus Kastilien , gilt es als schlechtes Spanisch. Die Kastillier in Madrid, die meinen, dass das “Castellano” eigentlich das richtige Spanisch ist, sehen demzufolge etwas hochmütig auf ihre Landsleute im Sü...