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Der Stellvertreter, die Katastrophe und die soziale Wirklichkeit

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Der Stellvertreter Christi auf Erden im Vatikan hat eigentlich zu den Katastrophen, die uns in den letzten Wochen bewegen, wenig zu sagen. Am 20. März verkündete er anlässlich des Angelusgebetes ein "Gebet für einen Horizont des Friedens in Libyen", in dem er Libyen mit keinem Wort erwähnt. Zumindest, wenn man sein Sprachrohr, die Online-Ausgabe der Zeitung Osservatore Romano in der deutschen Fassung zu Rate zieht. Auch die Erdbebenkatastrophe in Japan und das sich daran anschliessende Nukleardesaster ist nur für ein paar mystische Worte gut, obwohl damit eigentlich die Schöpfung bedroht wird. Die Themen des Vatikans lauten: "Zum Abschluß der Exerzitien der Römischen Kurie - Die Obelisken Roms (Teil 23) – in der Villa Celimontana - Ein kirchlicher Pionier in den Vereinigten Staaten – zum 250. Geburtstag des hl. Johannes Nepomuk Neumann - Besuch des Papstes im Römischen Priesterseminar - Zur Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischöfe". Es scheint aber auch, das...

Basescu strapaziert die Nerven von Sarkozy

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Die rumänische Außenpolitik gleicht einem Wackelpudding. Oder einer Wetterstation, in der man erst testet, woher der Wind weht. Stein des Anstoßes ist der Konflikt in Libyen , der sich inzwischen zu einem Bürgerkrieg ausgeweitet hat. Präsident Sarkozy hat stramm die militärische Flagge gehisst. Frankreich ist in vorderster Front dabei, die Resolution des Weltsicherheitsrates nach einer Flugverbotszone umgehend und möglichst federführend umzusetzen. Basescu , gebranntes Kind durch den Irak-Krieg, wo man der "Koalition der Willigen" des George Bush aufgesessen war und das "alte" gegen das "neue" Europa ausspielen liess, eiert in diesem Konflikt herum, um zu sehen, wo es am günstigsten ist, mitzumachen. Sarkozy und Basescu sind so etwas wie Intimfeinde. Basescu meckert gerne an Monsieur "Président" herum und dieser nimmt den rumänischen "Preşedinte" nicht für voll. Hinzu kommt das französische Hintertreiben des Schengenbeitritts Rumänie...

Sarrazin erklärt den Spaniern die Nazi-Genetik

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Unter dem Titel "Der Fremdenhasser, der Deutschland teilt" (El xenófobo que divide a Alemania) bringt die spanische Zeitung "El Pais" ein Interview mit Thilo Sarrazin . Die Journalistin Laura Lucchini stellt Sarrazin dem spanischen Publikum als einen der erfolgreichsten Buchautoren der letzten Zeit in Deutschland vor. Sie fasst seine Ansicht so zusammen: "Er behauptet, dass die muslimischen Einwanderer weniger intelligent sind und sich schlechter integrieren lassen, aber dass sie mehr Kinder bekommen und dies Deutschland zerstören wird. Eine konfliktreiche These im Hinblick auf die Nazi-Vergangenheit des Landes." Sie berichtet auch, dass Sarrazin über "Juden-und Baskengene" im Zusammenhang mit seinem Buch schwadroniert habe, aber dabei auf Empörung bei den politisch Verantwortlichen gestossen sei. Eine Frage wollte sie von Sarrazin genau beantwortet haben: "Auf der einen Seite zeigen sie auf eine ethnisch-religiöse Gruppe; auf der anderen ...

Rätselhafte Geschehnisse am Rio Madeira

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Am Rio Madeira im brasilianischen Bundesstaat Rondonia , nicht weit von der Hauptstaat Porto Velho entfernt, wird ein Wasserkraftwerk gebaut. Das Wasserkraftwerk hat den Namen "Usina Hidrelétrica de Jirau". Der Bau erfolgt durch das Konsortium "ESBR" (Energia Sustentável do Brasil; nachhaltige Energie Brasiliens). Am Konsortium sind beteiligt die Firmen Suez Energy (50.1%), Eletrosul (20%), Chesf (20%) und Camargo Corrêa (9,9%). Das Bauprojekt genießt in den Plänen der brasilianischen Regierung zur Energieversorgung eine hohe Priorität. Zum Teil hat es zu heftigen Kontroversen geführt. Es gab Baustopps, weil Umweltvorgaben nicht eingehalten wurden. Rondonia liegt weit entfernt von den brasilianischen Zentren und grenzt an Bolivien. So wundert es nicht, wenn Vorkommnisse in dieser Region erst spät die brasilianischen Metropolen erreichen. Einer, der als erste Wind davon bekam, ist der Reporter Rodrigo Stüpp vom Diario Catarinense. Er berichtet: "Von einig...

Das Ungeheuer vom Loch ist eine nukleare Gefahr

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Nach Loch Ewe , an der Norwestküste Schottlands, sollen sich Großbritanniens nuklearbetriebene U-Boote flüchten, wenn sie einen Betriebsunfall haben. Jetzt hat das britische Verteidigungsministerium per Geheimbefehl beschädigten U-Booten verboten, den schottischen Fjord weiterhin anzulaufen. Befürchtet wird, dass die Öffentlichkeit durch entweichende Strahlung geschädigt wird. Der Fjord wird etwa seit 3 Jahren nicht mehr benutzt, weil bei Übungen sich erhebliche Sicherheitsmängel herausgestellt hatten. Trotzdem hatte der britische Verteidigungsminister, nachdem das nuklear betriebene U-Boot HMS Astute im Oktober vor der Insel Skye auf Grund gelaufen war, Loch Ewe als "nutzbaren Schutzhafen" bezeichnet. Abgeordnete werfen ihm jetzt vor, das Parlament belogen zu haben. Loch Ewe wurde bereits früher zum Stützpunkt für atombetriebene U-Boote bestimmt. Es gibt 2 Anlegestellen, eine davon an einer Boje im Fjord und ein anderer an einem Hafendamm in der Nähe des Dorfes A...

Spanische Universitäten fallen vom Glauben ab

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Die Krake katholische Kirche hat die spanische Gesellschaft immer noch sehr gut im Griff. Nicht allein dank des frömmelnden Diktators Franco , der dem Kirchenclan jede Art von Privilegien einräumte, gegen die auch die Demokratie bisher machtlos war. Inzwischen gibt es aber in Spanien eine Bewegung im Volk, der dieses enge Verhältnis zwischen Kirche und Staat ein Dorn im Auge ist. Einmalig in Europa dürfte sein, dass sich in spanischen Universitäten Kapellen der katholischen Kirche befinden, in denen diese ihre Gottesdienste abhält. Vergangene Woche wurde an der Universidad Complutense von Madrid ein solcher Gottesdienst von einer Gruppe von 50 Personen gestört, die sich teilweise entkleideten und Protestparolen wie "weniger Rosenkränze, mehr chinesische Bälle" riefen. " Chinesische Bälle " sind Sexspielzeuge für Frauen. Empört berichtet das Erzbistum über die Aktion: "Respektlos sind sie in die Kapelle eingedrungen und haben mit einem Megafon Parolen rausges...

Bis dass der GAU uns scheidet

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Die Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan, die sich immer mehr auch zu einer Nuklearkatastrophe ausweitet, hat eine weltweite Beschwichtungswelle der Kernkraftwerksbetreiber ausgelöst. Überall hört man, wie sicher die eigenen Atomkraftwerke seien, wie man überall vorgesorgt habe und auch ein Beben der Erde genauestens auf seinen Meiler abgestimmt habe, so dass nichts passieren könne. Wenn sich die Natur nun an die Berechnungen unserer Technik-Koryphäen nicht hält, so wie es in Japan passiert ist, dann war das halt Pech. Oder höhere Gewalt oder sonstwas, aber auf keinen Fall Schuld der Verantwortlichen. Ein ähnliches Beruhigungsszenario versucht zur Zeit der Kernkraftwerksbetreiber Nuclearelectrica im rumänischen Cernavoda aufzuziehen. Er beruhigt die rumänische Bevölkerung derzeit mit der Mitteilung, dass Cernavoda so geplant wurde, dass es einem Erdbeben der Größe von 8 Grad auf der Richter-Skala stand halten könne. In Rumänien gäbe es Erdbeben von höchstens 7 bis 7,5 Grad. D...