Donnerstag, 1. Januar 2009

Jahresbilanz 2008 Pernambuco Body Count

Bei knapp 4.600 Toten durch Gewaltverbrechen im Jahr 2008 blieb der PE Body Count am 31.12.2008 stehen. Jetzt steht er auf 1, da er aber erst mittags aktualisiert wird, sind die bereits 25 Toten im Neuen Jahr noch nicht verzeichnet.

In einem Gespräch mit dem Gouverneur des Bundesstaates Pernambuco, Eduardo Campos, konnte "PE Body Count" erfahren, dass die Regierung von Pernambuco 2009 positive Resultate im Bereich der Sicherheit erwartet. Der Gouverneur begründet dies mit den Massnahmen, die zur Restruktierung und Verstärkung der Polizei getroffen wurden.

Viele bezweifeln, dass das was bringen wird. Viele geben den Kampf gegen das Verbrechen verloren (muitos dizem que não tem jeito). Die Autoren des Blogs glauben aber, dass eine Reduzierung der Kriminalität möglich ist.

Aber nicht mit einer Polizei, die bisher nur ein Bürokratenhaufen war. Obwohl bekannt ist, dass die meisten Gewaltverbrechen am Wochenende passieren, arbeitet die Polizei mit Dienstzeiten wie bei den Geschäften (horário comercial). Ein weiteres Problem ist, dass Pernambuco von Polizisten-Politikern geführt wird (policiais-políticos), die zur Lösung des Gewaltproblems weder in ihrer Zeit als Polizisten noch als Politiker beigetragen haben.

Auch die Medien sollen weit davon entfernt sein, ihren Beitrag zur Eingrenzung der täglichen Gewalt zu leisten. Die Öffentlichkeit sei nur begrenzt interessiert, ihr Problem zu lösen. Die Aktion erschöpfe sich in ständigem Lamentieren.

"An dem Tag, an dem sich alles ändert und doch nichts passiert, an dem Tag werde ich sagen, dass es für Pernambuco keine Lösung gibt (não tem jeito)." endet der Autor des Blogbeitrags und setzt etwas bitter hinzu

"Ein glückliches 2009 (Feliz 2009)!"

Bild: Datenblatt eines der letzten Toten des Jahres 2008; José Luiz dos Santos Farias, gestorben um 19 Uhr am 31.12.2008.

Siehe dazu auch meinen Beitrag vom 20. November 2008.