Dienstag, 6. Januar 2009

Wessis und Ossis auf europäischer Ebene

Miguel Ángel Aguilar, Journalist des "El Pais" nimmt sich der Übernahme der Präsidentschaft in der EU durch die Tscheschische Republik unter dem Titel "Die Europäische Union, die uns erwartet" (La Unión Europea que nos espera) an.

Er macht keinen Hehl daraus, dass er vom euroskeptischen tschechischen Präsidenten nichts erwartet, ausser, dass "wir uns darauf vorbereiten sollten, dass wir leiden werden" (debemos prepararnos a padecer). Es habe immer Persönlichkeiten in der Präsidentschaft gegeben, die die EU voran gebracht haben. Unser Tscheche (nuestro checo) präsentiere sich aber nur als Bremser. Damit komme auf die EU ein leidvoller Zeitverlust zu, in einer Zeit, in der eine dynamische EU gebraucht werde.

Im Gegensatz zu Spanien und Portugal, die bei ihrem EU-Beitritt 1986 sich als Lokomotiven eines neuen Europäertums (locomotoras del nuevo europeísmo) erwiesen hätten, hätten die Tschechei und Polen genau das Gegenteil nach ihrem Beitritt getan. Der Beitritt dieser beiden Länder zur EU sei von Ernüchterung begleitet gewesen, das Misstrauen und die vorzugsweise Anlehnung an Washington zum Nachteil von Brüssel sei gepflegt worden.


Informationsquelle: EL Pais La Unión Europea que nos espera