Freitag, 23. Januar 2009

Rentenbetrug auf brasilianisch

Ein pensionierter Oberst (Coronel) der Militiärpolizei wurde gestern in Recife verhaftet als er die Rente seiner Mutter abheben wollte. Schlecht war, dass seine Mutter bereits im Juni vergangenen Jahres verstorben war. Er legte die Vollmacht seiner verstorbenen Mutter vor und erhielt bisher auf diese Weise ohne Probleme die Rente seiner Mutter. Er gab an, er wäre der Meinung gewesen, das könne er machen solange die Vollmacht gültig sei. So hätte das weitergehen können, wenn nicht......

Ja, wenn nicht ganz unbrasilianisch die Rentenkasse der öffentlichen Bediensteten von Pernambuco (Fundação de Aposentadorias e Pensões dos Servidores do Estado de Pernambuco (Funape)) ein sogenanntes "recadastramento" (Überprüfung der Rentenempfänger) durchgeführt hätte. Die Überprüfung wurde im vergangenen Jahr erstmals wieder nach 8 Jahren Pause vorgenommen. Inzwischen ist das Rentensystem auch mit dem "Todesregister" (Sistema de Óbito (Sisob)) verbunden, um gerade das Abkassieren nach Todesfällen verhindern zu können.

Eigentlich hätte man damit den betrügerischen Oberst a.D. viel früher erwischen müssen, das scheiterte aber daran, dass der Name der verstorbenen Mutter im Register anders geführt wurde wie bei der Pensionsbehörde. Im Register hiess die Mutter Feliciana Maria
de Araújo und bei der Pensionsbehörde fehlte das "de". Das erschwerte den Abgleich und führte zu Verzögerungen.

Es geht jetzt ein Zittern um in Pernambuco, denn diese Art der Aufbesserung des Einkommens war sehr beliebt.

Informationsquelle: Diario de Pernambuco, 23.01.2009