Direkt zum Hauptbereich

Das Europaparlament kann sich auf Gigi und Vadim freuen

In Rumänien haben die Rechtsradikalen von der Partidul Romania Mare (PRM; Grossrumänien-Partei) 2 Sitze bei den Wahlen zum Europaparlament gewonnen. Der Präsident, Vadim Tudor, ein rechtsradikales Grossmaul, Ungarn-Fresser und grössenwahnsinniger Rumäne, hatte vor den Wahlen grosszügig noch Gigi Becali, einen zwielichtigen rumänischen Geschäftsmann und Präsident des Fussballclubs Steaua Bukarest, in seine Partei aufgenommen und ihn auf einen aussichtsreichen Listenplatz gesetzt. Becali hat zur Zeit die rumänische Justiz wegen diverser Affären am Hals. Beide hatten Glück, sie sind gewählt worden und jetzt wollen sie dieses "Glück" an Europa weitergeben.
„My name is Gigi. This is a sheep”. "Ich kann Englisch, ich spür das in mir, ein bisschen üben und in einem Monat kann ich es" versichert Becali der rumänischen Presse. Aber noch wichtiger ist ihm die Immunität, die ein Abgeordneter des Europaparlaments geniesst: "Die Immunität eines Europarlamentariers ist die grösste Immunität, die es gibt, grösser als die Rumänische. Es ist die grösste auf dem Globus" jubelte er am Sonntagabend. Er möchte eine Berühmtheit im Europaparlament werden. Er möchte da auch eine neue Familie gründen, die der "christlichen Patrioten" (creştinilor patrioţi). Noch hat ihm die rumänische Justiz verboten, aus dem Land auszureisen. Seiner Ansicht nach wird das jetzt kein Problem mehr sein. Dann will er der grösste Europarlamentarier aller Zeiten werden: "Bis zum Ende meiner Amtszeit möchte ich der bekannteste Europarlamentarier sein."
Ist der Mann nur eine Lachnummer oder steckt Talent in ihm? Armes Europa, der wird nicht der einzige dieser Angeber und Grossmäuler sein, die jetzt das Parlament bereichern.
Ein ganz anderes Kaliber ist nun sein Freund Vadim Tudor, der Herrscher der Gross-Rumänen. Schliesslich hat er es in der Politik zu etwas gebracht. Schon der Parteiname spricht für sich. Tudor ist ein grosser Ungarn-Fresser. Er will die ungarische Minderheit in Siebenbürgen möglichst klein halten. Nach der Revolution haben seine kriminellen Banden auch auf alles eingeschlagen, was nach einer Minderheit in Rumänien aussah. Zuerst einmal macht er klar, dass er sich nicht der Europäischen Volkspartei (EVP) anschliessen wird. "Gigi kann hingehen, wo er will, ich werde aber nicht zu denen gehen. Es ist doch klar warum. Bei denen ist auch die UDMR (rumänische Ungarnpartei) und der Vizepräsident dieser Gruppe, Victor Orban (ehemaliger Ministerpräsident Ungarns), der in meinen Augen ein Terrorist ist. Ich klopfe nicht an die Tür von Terroristen. Die Ungarnpartei hat doch nur Vertreter ins Europaparlament bekommen, weil sie quasi militärisch organisiert sind. Bei denen mussten alle wählen, während das bei uns freiwillig war." Gefragt, was er im EP als erstes tun wird: "Durch unsern EU-Beitritt ist unsere Landwirtschaft ruiniert worden. Ich werde jetzt wie ein Schiesshund aufpassen, dass uns die Beihilfen sofort ausgezahlt werden und wenn etwas nicht läuft, werde ich sehr laut." Was befürchtet er von der UDMR als erste Handlung im EP: "Dass sie sich selbst eine Kugel in den Kopf schiessen...! Die sind so anachronistisch, mittelalterlich. Die wollen ein geteiltes Europa und nicht wie wir alle ein geeintes Europa. Falls die mit ihrer Autonomie kommen, dann werden sie von uns etwas erleben!"
Was sagt dazu der Vertreter der UDMR, der protestantische Bischof Laszlo Tokes, de auch in das Europaparlament gewählt wurde? Er wird gefragt, was er tun würde, wenn die Partei Tudors in die EVP aufgenommen würde: "Warum sollen die denn in die EVP aufgenommen werden? Ich glaube nicht, dass die aufgenommen werden, deshalb werde ich mich jetzt auch nicht dazu äussern. Dass die PRM überhaupt die Sitze geholt hat, hat sie der Wirtschaftskrise zu verdanken. Unsere erste Aktion im EP wird sein zu erreichen, dass die Teilnahme an der Europawahl obligatrorisch wird. Ansonsten werden wir für die Autonomie der Ungarn in Rumänien kämpfen. Wir wollen unser Selbstbestimmungsrecht ausüben können." Die PRM könne man im übrigen nicht mit der Ungarnpartei vergleichen. Die Ungarn in Rumänien hätten schliesslich eine wichtige Rolle bei der Demokratisierung des Landes gespielt.

Informationsquelle: Gândul, Tokes şi C.V.Tudor detonează la Bruxelles bomba autonomiei maghiarilor und „My name is Gigi. This is a sheep”. Becali: „Eu ştiu engleza, o simt în mine. O mai repet puţin, cam o lună şi gata”

Beliebte Beiträge

Elsässer stimmten lustlos über die Wiedervereinigung ab

Das Elsass existiert administrativ-rechtlich im französischen Staat nicht als Einheit. Elsass ist eine historische Bezeichnung für die Region zwischen Vogesen und Oberrhein. Administrativ ist die Region in zwei Departements aufgeteilt: Bas-Rhin (Niederrhein) und Haut-Rhin (Oberrhein). Die Elsässer fühlen sich aber zumindest folkloristisch einer Region Elsass zugehörig.

Dieser Zustand hätte sich jetzt ändern sollen. Die Elsässer stimmten am Sonntag darüber ab, ob die beiden Departements administrativ zu einer Region zusammengelegt werden sollen. Daraus sollte dann ein einheitlicher Regionalrat für das Elsass entstehen. Eigentlich eine wenig weltbewegende Angelegenheit, wenn nicht damit in die vor sich hin tümpelnde elsässische Identitätsfindung neuen Schwung gekommen wäre. Wie schon lange nicht mehr wird die Stellung des Elsass in Frankreichs diskutiert. Bisher überwog das Bedürfnis einer bedingungslosen Anpassung an die französische Sprache und Kultur, obwohl das Elsass historisch ge…

Die polnischen Hetzer, die Christen und Katholiken sein wollen

Es ist immer wieder erstaunlich wie Menschen, die sich gerne auf christliche Werte berufen, mit einer Selbstverständlichkeit Fanatismus und Hass befürworten. Sie sind in der Regel Nationalisten und haben die kleinkarierte Ansicht, dass ihr universaler Gott nur für ihr Völkchen zuständig ist. Ihr Gott scheint dumm genug zu sein, um sich für ihren kleinkarierten Egoismus einspannen zu lassen. Generell sind Völker dieser Erde der Meinung, dass Gott, an den sie vorgeben fest zu glauben, scheinbar mit einer deutschen, französischen, polnischen oder saudiarabischen Flagge in der Gegend rumrennt und für jedes Volk den Hooligan gegen das andere Volk spielt.

Im christlich-katholischen Bereich treiben Vertreter der katholischen Kirche in Polen es zur Zeit besonders toll . Einer von ihnen, der Priester Jacek Miedlar, ist ein besonders geübter Hetzer, der versucht seine Kirche auf sein nationalistisches Gedankengut zu reduzieren. Thomas Dudek berichtet in einem Beitrag auf der Webse…

7 Gründe warum man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte

Journalistin Laura Stefanut von der Webseite “Romania Curata” hat 7 Gründe dafür gefunden, dass man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte. Sie spricht zwar von Einwanderern, aber tatsächlich geht es um Flüchtlinge. Die Situation sieht für diese so aus:

Rumänien ist ein Land, aus dem Millionen Auswanderer nach Westeuropa und Nordamerika ausgewandert sind. Es ist aber kein Land, in das man auswandert. Gegenwärtig gibt es etwa 60.000 Einwanderer von außerhalb der EU im Land. Forscher der Sozialwissenschaften warnen, dass Rumänien auf eine schnelle demographischen Überalterung zusteuert, das viele Vorteile aus der Integration von Einwanderern ziehen könnte. Aber trotz aller Warnungen und Forschungen hat der Staat wenig sinnvolles in diese Richtung getan. Vor kurzem gab es Nachrichten über 2 Flüchtlinge, die aus Versehen in Rumänien gelandet waren und anfingen zu weinen als sie merkten, wo sie waren. Leider, das bestätigen die Forschungen, ist Rumänien kein gutes Z…

Der spanische König will nur seine eigene Haut retten

Nachdem sich König Felipe VI. in der Katalonienfrage voll auf die Seite des Zentralstaates gestellt hatte und nicht den mindesten Versuch unternommen hat, in diesem Konflikt zu vermitteln, war man doch recht gespannt, was Felipe in seiner Weihnachtsansprache dem Volk nach den katalanischen Wahlen, die wieder eine Mehrheit für die Unabhängigkeitsbefürworter brachte, zu sagen hatte.


Um es vorweg zu nehmen: Nichts von Bedeutung, außer dass die Spanier ganz stolz auf sich sein könnten. Wie man mit nichtssagenden Sprüchen versucht dem Problem aus dem Weg zu gehen, ergibt sich aus folgenden Ausführungen:


Und dieser große Wandel (Spaniens), dieser ganz große Sprung nach vorn wie es ihn bisher in unserer Geschichte nicht gegeben hat, war nur möglich dank eines offenen und solidarischen Spaniens, das sich selbst nicht eingeigelt hat; eine Spanien, das unsere Unterschiede anerkennt und respektiert, unsere Pluralität und unsere Verschiedenheit mit einem integrierenden Geist; ein Spanien, das von…

Die britische Pass-Burleske oder so dümmlich tickt der Populimus

Unglaublich, was Theresa May ihren Landsleuten als Weihnachtsgeschenk glaubte machen zu müssen: Die Briten werden statt des bisherigen roten einen blauen Pass bekommen, auf dem auch die ominöse "Europäische Union" nicht mehr erwähnt wird. Suggeriert wird damit - und von den Hurra-Patrioten krampfhaft behauptet -, dass man sich einer weiteren Zwangsmaßnahme der perfiden Europäischen Union gegen das seiner Souveränität beraubten Vereinigten Königreichs damit entledigt. Nur, niemand hat die Briten gezwungen, den roten Pass für seine Bürger anzuwenden, die Entscheidung traf damals allein die Thatcher-Regierung, es so zu machen, wie es seither gelaufen ist.

Die harten Brexit-Anhänger - inzwischen eher eine große Minderheit - laufen seither einen Jubel-Amok. Die Premierministerin May verkündet über Twitter: "Der UK-Pass ist ein Ausdruck von Unabhängigkeit und Souveränität, indem er uns als Bürger einer stolzen, großen Nation symbolisiert. Darum haben wir angekündigt, dass de…

Meinungsfreiheit in Spanien erheblich bedroht

Die spanische "Plattform zur Verteidigung der Informationsfreiheit (PDLI)" hat für 2017 ein deprimierendes Resumée über den Stand der Meinungsfreiheit in Spanien gezogen. In der Zusammenfassung stellt die Präsidentin der PDLI, Virginia Pérez Alonso, fest:

Es fällt schwer im zurückliegenden Zeitraum der demokratischen Entwicklung Spaniens einen Präzedenzfall zu finden für die Unterdrückung der Meinungsfreiheit, wie wir sie dieses Jahr erlebt haben. Es wurden Leute ins Gefängnis gesteckt nur wegen eines Liedes oder einer Twittermeldung. Wir dachten nicht mehr an eine solche Entwicklung und doch geschah es jetzt mitten in Europa im 21. Jahrhundert. Das ist so schwerwiegend, dass wir immer noch Probleme haben, deren Reichweite zur Kenntnis zu nehmen.


Es ist so, dass vor allem Jugendliche, die ihre Meinungen in den sozialen Netzwerken veröffentlichten, Ziel einer so seltsamen Strafvorschrift wie "Verherrlichung des Terrors" war. Dazu gaben Witze über Repräsentanten der …