Direkt zum Hauptbereich

Autodiebe bingen Millionär ins Gefängnis

Unser Millonär wohnt in Bukarest, er besitzt eine kleine Privatarmee und einige sündhaft teure Autos. Wie es sich für einen Neureichen gehört. Und vor seiner Villa wird ihm sein Mercedes Benz gestohlen. Pech für die Diebe, dass sie mit dem Wagen von den Leibwächtern (bodyguardul) des Millionärs im Bukarester Verkehr entdeckt werden. Die sprangen aus ihrem Fahrzeug und holten sich mit vorgehaltener Waffe den Wagen zurück. Die Diebe wurden ins Auto gepackt und zum Millionär gebracht. Damit der Recht spreche. Und er war sehr grossmütig: Die Diebe haben vor ihm eine schriftliche Erklärung abgegeben und für den Diebstahl um Verzeihung gefleht (cerut scuze). Darauf hat er sie laufen lassen. Der Polizei hat er den Diebstahl nicht gemeldet.

Unser Millionär ist Gigi Becali, zwielichtiger Unternehmer, Politiker und Präsident des Fussballclubs Steua Bukarest. Seine Person war bereits Thema meines Blogs. Die grossmütige Tat macht ihm jetzt zu schaffen. Die Autodiebe haben ihn nämlich angezeigt, wegen Freiheitsberaubung. Nun wurde er gestern deswegen verhaftet. Seine Villa wurde zu diesem Zweck von einem Grossaufgebot der Polizei gestürmt. So wie es derzeit aussieht muss er nach einem 7-stündigen Verhör vorläufig für die nächsten 29 Tage im Gefängnis bleiben.

Nur wegen der Diebe? Könnte man sich fragen. Gegen Becali laufen bereits viele Ermittlungen. Er ist Spezialist für schräge Geschäfte und weiss wie man mit Korruption weiterkommt. Auf diese Weise ist er auch gross geworden. Bislang hat es aber nicht gereicht, ihm etwas anzuhängen trotz der laufenden Verfahren im Fall "Valiza" (Koffer) und "Doi s’un sfert" (2 und ein Viertel). Im letzteren Fall war Becali der Anzeigende. Gegen den Millionär Puiu Popoviciu. Es ging um Grundstücksgeschäfte, bei denen Becali zu kurz kam. Popoviciu wurde nämlich Ende März deswegen verhaftet, aber nach einem Tag wieder auf freien Fuss gesetzt. Popoviciu wurde nicht nur allein vor Gericht geladen, mit ihm wurden auch Cornel Serban, der Chef des Geheimdienstes DGIPI (serviciu secret) und Petre Pitcovici, Leiter der operativen Abteilung der Allgemeinen Direktion im Kampf gegen Korruption (Directia Generala Anticoruptie) vom Gericht vernommen.

Vielleicht hat er sich hier mit einer Gruppe vom gleichen Kaliber angelegt, die aber die stärkeren Karten haben. Becali also der rumänische Chodorkowski? So würde er sich gerne sehen. Laut einem rumänischen Geheimdienstler ist das, was zur Zeit in diesen Kreisen in Rumänien läuft, nur die Spitze des Eisberges.

Informationsquelle: Romania Libera, Culisele arestarii lui Gigi Becali. Unul dintre scenarii: razbunarea "Doi si-un sfert"
Sieh auch Blog "Kurznachrichten": Steaua-Präsident Gigi Becali verhaftet

Beliebte Beiträge

7 Gründe warum man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte

Journalistin Laura Stefanut von der Webseite “Romania Curata” hat 7 Gründe dafür gefunden, dass man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte. Sie spricht zwar von Einwanderern, aber tatsächlich geht es um Flüchtlinge. Die Situation sieht für diese so aus:

Rumänien ist ein Land, aus dem Millionen Auswanderer nach Westeuropa und Nordamerika ausgewandert sind. Es ist aber kein Land, in das man auswandert. Gegenwärtig gibt es etwa 60.000 Einwanderer von außerhalb der EU im Land. Forscher der Sozialwissenschaften warnen, dass Rumänien auf eine schnelle demographischen Überalterung zusteuert, das viele Vorteile aus der Integration von Einwanderern ziehen könnte. Aber trotz aller Warnungen und Forschungen hat der Staat wenig sinnvolles in diese Richtung getan. Vor kurzem gab es Nachrichten über 2 Flüchtlinge, die aus Versehen in Rumänien gelandet waren und anfingen zu weinen als sie merkten, wo sie waren. Leider, das bestätigen die Forschungen, ist Rumänien kein gutes Z…

In Treue fest zum Atom

Der spanische Industrieminister macht es sich leicht. Ein paar Tage vor dem Unglück von Fukushima erklärte er: "Sich vor der Nuklearenergie fürchten ist wie vor der Sonnenfinsternis Angst haben".

María Teresa Domínguez, Sprecherin der Forums der spanischen Atomernergie erzählt 2009 in einem Interview: "Spanien hat 8 Atomkraftwerke, die auf höchstem Weltniveau bezüglich Verfügbarkeit und Betriebsbedingungen operieren." Keine Rede davon, dass die AKW Vandellos und Ascó schon Störfälle auf höchstem Niveau hatten. Frau Domínguez bedauert, dass die Nuklearenergie nur zu 8% zur Energieversorgung Spaniens beiträgt. Deshalb will sie daraufhin arbeiten, dass der spanische Strommix für die Zukunft einen Anteil von 30% an der Landesversorgung bekommt. Keine Angst wegen den Risiken? "Nein, die Risiken sind kontrollierbar. Ich sage das, weil ich Technikerin bin und auf dem Gebiet der Sicherheit der Atomkraftwerke arbeite. Aber das sage nicht nur ich, sondern das ist auch …

Die Betontürme von Barcelona: Auch Betonschrott macht anhänglich

Wer von den höheren Positionen der Collserola auf Barcelona hinunterblickt, dessen Blick bleibt bald an 3 Türmen im Nordosten von Barcelona hängen. Diese drei Türme, die an der Mündung des Flusses Besós ins Meer liegen, gehörten zu einem konventionellen thermischen Kraftwerk, das in den 70er Jahren gebaut worden war. Seit 2011 ist dieses Kraftwerk stillgelegt. Es hatte zuvor kräftig zur Luftverschmutzung in Barcelona beigetragen. Es liegt nicht auf der Gemarkung der Stadt Barcelona, sondern der Vorortgemeinde Sant Adrià.

Drei Türme aus Beton dienten als Kamine über die die Abgase des Kraftwerks abgeleitet wurden. Beim Bau waren sie 90m hoch über den bereits 90m hohen Hochöfen gebaut worden, Es stellte sich heraus, dass in dieser Höhe die Abgase das Stadtklima beeinträchtigten und so wurden sie bis auf 200m erhöht. Sie übertrafen damit die Türme der Kathedrale Sagrada Familia, das Wahrzeichen von Barcelona. Man könnte sich vorstellen, dass ein solches hässliches Bauwerk als Verschande…

Frankreich erfindet den Zahnarzt–Aldi

Die Großzügigkeit der französischen Krankenkassen bei Erstattung von Zahnarztkosten hält sich in Grenzen. In der Regel können Versicherte mit etwa 70% erstatteter Kosten rechnen, d.h. 30% muss selbst getragen werden. Die Zahnärzte sind jedoch oft mit den Tarif-Honoraren nicht zufrieden. Sie verlangen Aufschläge, die ebenfalls an den Versicherten hängen bleiben. Gerade dieser Aufschlag scheint in letzter Zeit bei den Zahnärzten in Frankreich sehr beliebt geworden zu sein. In einer Zeit, in der die Arbeitslosigkeit steigt und auch viele Franzosen mit dem wirtschaftlichen Überleben kämpfen, verursacht der Gang zum Zahnarzt wegen Zahnschmerzen den Betroffenen zusätzlich noch Bauchschmerzen wegen der finanziellen Belastung.

Frankreich hat zwar den Lebensmittel-Discounter nicht erfunden, darin sind die Deutschen wohl Weltmeister, aber in anderen Bereichen haben die Franzosen durchaus den Ehrgeiz zur durchgreifenden Rationalisierung, um die Preise zu senken. Besonders offensichtlich ist das…

Frankreich ekelt sich vor seinen Schlachthöfen und empört sich über Tierquälerei

Massentierhaltung in Frankreich: 83% der Hühner werden in geschlossenen Ställen aufgezogen, 68% der Hennen und 99% der Kaninchen werden in Käfigen gehalten. 95% der Schweine fristen ihr kurzes Leben in geschlossenen Ställen auf Gitterrosten. Die Tiere werden nur als Handelsware gesehen, man verstümmelt sie (Kastration ohne Betäubung, Abschneiden der Schwänze oder der Schnäbel). Ihre Sterblichkeitsrate ist sehr groß, zum Beispiel sterben 20% der Schweine vor ihrer Schlachtung.

Industrielle Massentierhaltung wie in Deutschland auch. Das Tier wird nicht als Lebewesen gesehen, sondern nur als Handelsprodukt. Während in Deutschland die Konsumenten seit einiger Zeit ins Grübeln geraten sind und sich eine Bewegung gegen Massentierhaltung gebildet hat, hat man in Frankreich, das wir als Schlemmerland kennen, bisher beide Augen zugedrückt beziehungsweise die Verbraucher wollten nicht so genau wissen wie das Fleisch auf ihrem Teller gelandet ist. Zwar hat sich seit einiger Zeit ein…

"Globo" überall

In Brasilien gibt es einen übermächtigen Medienkonzern, der sich Organizações Globo nennt. Der Schwerpunkt der Organisation liegt beim Fernsehen, wo das Unternehmen mit TV Globo einer der grössten Fernsehsender Amerikas und angeblich den drittgrösste Sender der Welt besitzt. Die Programme des Senders werden von 80 Millionen Personen täglich gesehen. Schwerpunkt sind die Telenovelas.

Der Gründer, der Unternehmer Roberto Marinho, schloss 1967 einen Kooperationsvertrag mit der Time-Life-Gruppe. Bei der damaligen Militärregierung geriet er damit in den Ruch eines Vaterlandverräters. Unternehmerisch war diese Entscheidung ein Volltreffer, denn nun war der Aufstieg von TV Globo nicht mehr aufzuhalten. Der Sender hob sich schon früh durch bessere technische und auch inhaltliche Qualität gegenüber dem ohnehin äusserst niedrigen Niveau der privaten brasilianischen TV-Sender hervor.

Der Sitz der Unternehmensgruppe liegt in Rio de Janeiro. Neben dem Fernsehen gehören auch Radiostationen und viele …