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Verdursten im Donaudelta

Das Donaudelta (Delta Dunării) verfügt über Wasser in Hülle und Fülle, nur, es ist nicht geniessbar. Oder besser gesagt nicht mehr geniessbar. Ein alter Bewohner des Deltas und bester Kenner seiner Probleme berichtet, dass seit 20 Jahren das Wasser nicht mehr geniessbar wäre. Deshalb hätte jeder Soldat der rumänischen Armee, der im Donaudelta stationiert war, Anspruch auf eine Ration Mineralwasser gehabt. Im Gegensatz dazu die Zeit seiner Jugend, wo das Wasser bedenkenlos aus dem Fluss getrunken werden konnte.

Das Biosphärenreservat Donaudelta ist in Gefahr. Die wachsenden Touristenströme tun das ihrige dazu. Im letzten Jahr waren es bereits 150.000 Touristen, die das Delta besuchten, gegenüber 30.000 im Jahr 2007. 15.000 Menschen leben ständig im Delta. Neue Hotels und Ferienwohnungen werden gebaut. Es gibt aber keine Kläranlagen, alles fliesst unbehandelt in das Delta. Der Biologe Nicolae Găldean Dekan an der Umweltuniversität von Bukarest (Universităţii Ecologice Bucureşti), befürchtet, dass durch die anhaltende Bebauung des Deltas das ganze Ökosystem in Gefahr gerät. Durch hohe Einleitungen von Phosphat und Nitrat komme es zu einer Eutrophie und der dadurch entstehende Sauerstoffmangel zerstöre die Wasserfauna.

Nach dem letzten Bericht der Biosphärenverwaltung habe auch der Anteil der Chemikalien, Bakterien und Schwermetalle im Wasser erheblich zugenommen. Für die Bewohner des Deltadorfes Jurilovca ist nicht die erste Sorge die Qualität des Trinkwassers, sondern, dass sie überhaupt Trinkwasser bekommen. Sie bekommen nur 2 Stunden am Tag Trinkwasser und das auch noch in sehr schlechter Qualität. Spezialisten sagen, dass das Abkochen des Wassers nur die Bakterien tötet, aber nicht Lebensmittelvergiftungen und parasitäre Erkrankungen verhindert. "Ich weiss, dass die Donau hochradig mit Chemikalien, vor allem mit Schwermetallen wie Blei verschmutzt ist. Erkrankungen auf Grund dieser Verschmutzung erfolgen nicht sofort, sondern erst mit langfristiger Wirkung kommt es zu chronischen Erkrankungen bis hin zum Krebs", erläutert Gheorghe Mencinicopschi, Direktor des Instituts für Lebensmittelforschung in Bukarest.

Darunter leiden natürlich auch die Fische und andere Lebewesen. Sie leiden unter der schwachen Wasserqualität und die Spezialisten raten, beim Verspeisen der Fische vorsichtig zu sein, vor allem keine Haut und Fett zu essen.

Ferienwohnungen und Hotels, die sich im Bau befinden, halten sich vielfach nicht an die Umweltschutzauflagen, insbesondere was die Klärung der Abwasser betrifft. Das Überwachungssystem ist defizitär, nur 50 Personen der Umweltgarde (Garda de Mediu) kontrollieren die Einhaltung der Umweltvorschriften.

So schaufelt sich eine kurzfristig denkende Tourismus-Industrie ihr eigenes Grab. Wenn die herrliche Natur des Deltas kaputt ist, will auch keiner mehr hin. Bleibt nur zu hoffen, dass die Vernunft und das Verständnis für Nachhaltigkeit bald siegt.

Informationsquelle: Adevarul, Delta Dunării: paradisul apelor a rămas fără apă potabilă

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