Montag, 15. Juni 2009

Favelas einmauern und Stadtwald abholzen

Der Bundesstaat Rio de Janeiro investiert 40 Millionen Reais (ca. 15 Millionen Euro) in das Projekt "Ecobarreira" (Ökoviertel oder ökologisches Stadtviertel). Dieses besteht darin, dass um die bestehenden Favelas eine Betonmauer gezogen wird. Damit soll deren mit der Zerstörung der umliegenden Wälder einhergehende Expansion eingeschränkt werden. Bis 2009 sollen 11 km Mauer 19 Favela-Gemeinden einschliessen.

Die Massnahme ist umstritten. Die Alternative und vielleicht auch menschenwürdigere Massnahme wären eine Umweltplanung und mehr Personal für die Überwachung und Schutz der der Wälder. Nicht ohne Grund stösst man in andern Stadtvierteln auf ein völlig konträres Verhalten der Stadtverwaltung.

In den besseren Stadtviertel in Rio's Süden ist der Schutz der Atlantikwälder (Mata Atlântica) plötzlich nicht mehr so prioritär. Kürzliche Meldungen zeigen, dass da bedenkenlos Wälder abgeholzt werden, ohne dass von der Stadt grosser Widerstand kommt. Die Bau-Mafia gibt in diesen Stadtteilen das Tempo vor und die Stadt kann nur hinterherschauen. Wenn sie denn überhaupt Willens ist, die Kreise der Mächtigen zu stören.

Blogger Marcelo Migliaccio vom "Jornal do Brasil" fasst das wie folgt zusammen: "Für die Favelas die Mauern; für die Luxuswohnung, der atlantische Wald: Das ist Brasilien! (Para as favelas, muros; para as mansões, a Mata Atlântica: isto é Brasil!).

Informationsquellen: Jornal do Brasil, No limite ou sem ecolimite, Para as favelas, muros; para as mansões, a Mata Atlântica: isto é Brasil!
Blog Ambiental Brasil, Ecobarreira - Investimento Necessário?
Bild: Stadtteil Humaitá mit Bildausschnitt einer Mauer um Favela
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