Dienstag, 6. April 2010

Steht Rio vor einer Katastrophe?

Befürchtet, verdrängt und nun ist es passiert. Rio de Janeiro wird seit gestern von einem heftigen Regensturm heimgesucht. Die Zahl der Toten liegt bereits bei 79. Die meisten Toten gab es durch Erdrutsche. Viele auf Hügeln und steilen Abhängen gebauten Favelas sind eminent gefährdet. Der Bürgermeister von Rio hat inzwischen die Bewohner der Häuser an Steilhängen mit den Worten "wir wissen, dass es traurig ist, seine Sachen zu verlieren, aber es ist noch schlimmer das Leben zu verlieren" aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Viele Bewohner haben die letzte Nacht in Omnibussen verbracht, andere schliefen an ihrem Arbeitsplatz. Es gibt inzwischen Stromausfälle und Gas ist in einigen Stadtteilen ebenfalls ausgefallen. Das Verkehrssystem steht kurz vor dem Zusammenbruch. Behörden, Schulen und Universitäten sind geschlossen.

Passiert jetzt dasselbe wie in Angra dos Reis nur noch in einem viel gefährlichern Ausmass? Rio de Janeiro hatte nach den Unwettern von Angra dos Reis "3 Kreuze" gemacht, denn man war gerade noch einmal davon gekommen. Gerade zu diesem Anlass hatten Fachleute bemerkt, dass Rio überhaupt nicht auf ein Unwetter diesen Ausmasses vorbereitet ist. Der Bürgermeister von Rio gibt selbst zu, dass man auf so einen starken Regen nicht vorbereitet gewesen sei.

Da bleibt nur noch übrig zu hoffen, dass der Regen aufhört. Die Meteorologen haben bis Freitag weiter regnerisches Wetter vorausgesagt. Der Regen soll aber in seiner Intensität nachlassen. Kommt Rio noch einmal davon? Für einen Leser des "Globo" ist die Ursache für die Katastrophe klar: Rio ist die "Cidade do lixo", die Müll-Stadt. Nicht abgeräumter Müll habe richtige Staumauern auf den Strassen gebildet. Ungereinigte Abflüsse konnten das Wasser nicht mehr abführen. Nach seiner Meinung fehlt den Bewohnern Rio's eine grundlegende Umwelterziehung. "Es reicht ein starker Regen und wir werden von der Wunder-Stadt zur Stadt des Müll's".

Informationsquelle: O Globo, Total de mortos pelas chuvas no Rio chega a 79