Montag, 19. April 2010

Swakopmund im Visier der Atomindustrie

In der Nähe von Swakopmund in Namibia startet der französische Atomkonzern Areva mit dem Abbau von Uranoxid, der Brennstoff für die Atomkraftwerke. In einer der trockensten Gebiete Namibias soll mit hohem Wasseraufwand das Uran aus den Felsen gelöst werden. Deswegen wurde in der Nähe von Swakopmund eine grosse Meerwasserentsalzungsanlage gebaut, um mit diesem Wasser das Bergwerk zu betreiben. Wasser, das das Bergwerk nicht braucht, soll der Bevölkerung zugute kommen. Damit will Areva seine Verpflichtungen im sozialen und Umweltschutzbereich nachkommen.

Die weltweit steigende Zahl der Staaten, die wieder auf die Kernkraft setzen, hat auch die Mine Trekkopje in Namibia wieder rentabel gemacht. In ihr sollen aus etwa 1 Million Tonnen Gestein 36.000 Tonnen Uranium innerhalb von 12 Jahren gewonnen werden. Das Gestein enthält nur etwa 120 Gramm Uran pro Tonne.

2009 wurde Areva der Weltmarktführer in der Produktion von Uran sowie im Bau von Atomkraftwerken. Der Konzern träumt davon, bis 2020 30% des Weltmarktes für Uran zu produzieren.

Die Präsidentin von Areva, Anne Lauvergeon, jubelt. 1999, bei ihrem Amtsantritt, habe man die Atomindustrie totgesagt. Jetzt habe es sich gezeigt, dass es richtig war, auf die Ausbeutung neuer Lager zu setzten. Kostete 1999 das Pfund Uran 6 Dollar, bekomme man jetzt 60 Dollar. Und natürlich jubeln sie alle, weil die Welt wieder endlich das Glück der Atomkraft entdeckt.

Siehe auch Blogbeitrag: Geheimnisvoller Atomtransport

Informationsquellle: Le Monde, Areva fait de la Namibie sa nouvelle frontière pour l'extraction d'Uranium