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Vulkan sorgt weltweit für Aufregung

Wohin man schaut, der Eyjafjallajökull, spukt von Island aus den Europäern in die Teller. Die Aufregung ist gross, nachdem nun schon mehrere Tage der europäische Luftverkehr zum Erliegen gekommen ist. Deswegen mal ein Rundblick, um zu sehen, wie andere ausserhalb Deutschlands sich am Vulkan reiben.

"The Guardian" in England berichtet, dass die Regierung neue Flugrouten sucht, die die Flugzeuge an der vulkanischen Asche vorbeiführen. Bei den britischen Flughafenbetreibern liegen die Nerven blank. Sie stossen sich an den flächendeckenden Flugverboten der Regierung und weisen auf vorbildliche Kontinentaleuropäer hin, die die Fluggenehmigungen flexibler handhaben würden. Sie befürchten, dass ihr Land inzwischen "closed for business" sei, es also keine Geschäftstätigkeit im Land mehr gebe. Premierminister Brown hat mitgeteilt, dass die Regierung 100 Busse nach Madrid geschickt habe, die britische Bürger, die von Übersee in Madrid gestrandet seien zurück in die Heimat bringen würden. Ein Schlachtschiff der britischen Marine hat 250 Soldaten und 200 Zivilisten in Santander abgeholt.

Die Schotten dagegen freuen sich heute. "The Scotsman" berichtet, dass heute ab 7 Uhr morgens bis mittags um 13 Uhr geflogen werden darf, aber nur zu den schottischen Flugplätzen. Der Rest des Vereinigten Königsreichs darf nicht. Sogar aus Island, Reykjavik, landete ein Flugzeug in Glasgow um 11:11 Uhr. Weniger schön: Die Osterferien gehen zu Ende und es fehlten 2.556 Lehrer an den Schulen. Sie waren wegen der Flugausfälle im Ausland gestrandet. In Edinburgh wurden deshalb auch wieder Schulen geschlossen.

In Frankreich sieht man die kontinentaleuropäischen "flexibleren" Lösungen kritisch. "Libération" weist auf die dadurch entstandene Vergrösserung des Chaos hin. Mal wird ein Flughafen für ein paar Stunden aufgemacht, dann wieder geschlossen. Positiv sieht man, dass durch die Vulkanasche ein Anstoss zu deren Erforschung gegeben wurde. Für bedenklich hält man die von Fluggesellschaften vorgeschlagenen Sichtflüge auf niedriger Höhe wegen der Luftverschmutzung und dem Lärm.

"Adevarul" aus Rumänien berichtet hoffnungsfroh über 14.000 Flüge, die heute den europäischen Luftraum durchkreuzen dürfen. Der rumänische Luftraum ist offen!

In Barcelona lässt "El Periódico" seine Leser berichten, was sie alles so im Zusammenhang mit der Sperrung des Luftraums erlebt haben. Ein Mann berichtet unter dem Titel "Embajada para que te quiero!" (Botschaft, wie liebe ich dich!) über die spanische Botschaft und ihren miserablen Service. Er ist der Ansicht, dass die Botschaften die Pflicht hätten, gestrandete Bürger wieder nach Hause zu bringen. Ein Barceloniner, der von Frankfurt nach Barcelona wollte, macht es kurz: "Freitag 12 Uhr - Annullierung des Fluges. Auto nach Wien, annulliert. Auto nach Zürich, annulliert - Auto nach Mailand. Samstag 9 Uhr: Es gibt kein Mietwagen, um Italien zu verlassen. 15 Uhr mit Auto nach Genua. Auto auf der Strasse stehen gelassen. Mit Fähre nach Tanger - Zwischenaufenthalt in Barcelona - nach Hause. Ankunft Sonntag 12 Uhr. Ein Leidensweg..."

Südamerika sieht mit Interesse zu. "Europa in Asche" titelt "Jornal do Brasil" und weist auf das Luftfahrt-Chaos hin. In São Paulo ist das erste Flugzeug aus Frankreich seit Beginn der Sperrung des Luftraumes eingetroffen. Auf den brasilianischen Flughäfen sitzen gestrandete Rückkehrer nach Europa, die mit Interesse interviewt werden. Der "Diario de Pernambuco" aus Brasiliens Nordosten gedenkt ebenfalls mit Schaudern des Luft-Chaos. Den schlimmen Vulkan hält man in Recife für unaussprechlich, er wird auf Eyjafjöll abgekürzt.

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