Montag, 5. April 2010

Bei schlechtem Wetter kein US-Konsulardienst

Ein Brasilianer kann nicht so einfach in die USA einreisen. Er braucht ein Visum. Und das bekommt man nicht so einfach. Onkel Sam muss seine südamerikanischen Freunde zuerst genau unter die Lupe nehmen. Brasilianische Visa-Antragsteller müssen sich persönlich zu einem Interview in einer US-Auslandsvertretung vorstellen. Die USA als Weltführer in Bürokratie, zumindest in der Behandlung von Ausländern, haben den Brasilianern jetzt ein neues Verfahren aufs Auge gedrückt, das angeblich für Erleichterungen sorgt. Das Formular DS-160 ist jetzt die Lösung aller Probleme. Das muss man elektronisch ausfüllen und die Bestätigung ausdrucken. Dann muss man noch ein Bild von sich dem Konsulat per Mail zuschicken. Danach darf man sich dem Interview stellen. Sollte der Brasilianer noch nie in den USA gewesen sein: Das ist noch nicht das Ende der Qualen. Bei der Einreise wird er alles nochmals machen. Fingerabdrücke, Fotos, Formulare ausfüllen, dumme Fragen des Zollbeamten beantworten und dann noch seine Dankbarkeit zeigen, dass er jetzt endlich in das Land der Glückseligen einreisen darf.

Wehe dem, der nicht gemerkt hat, dass die USA jetzt nur noch elektronisch funktionieren. Ab heute wird er in einem US-Konsulat nicht mehr bedient, falls er mit einem alten Antragsformular seinen schon seit längerem vereinbarten Termin wahrnehmen will.

Aber es kommt noch besser: Bei schlechtem Wetter gibt es in Recife / Pernambuco keine US-Visa! Auf der Webseite der US-Regierung für Brasilien steht: "Wichtige Information. Mit der Ankunft des regnerischen Wetters in Recife müssen sich Visa-Antragsteller bewusst sein, dass das amerikanischen Konsulat sich gezwungen sehen könnte, alle Terminvereinbarungen an den jeweiligen Tagen wegen schlechtem Wetter oder Überschwemmungen vor dem amerikanischen Konsulat abzusagen. Das amerikanische Konsulat ist sich bewusst, dass dies Unbequemlichkeiten oder Unanehmlichkeiten verursachen kann. Die durch den Regen verursachten Überschwemmungen in der "Rua GONÇALVES MAIA" können zu einer ernsten Gefahr für die Gesundheit und Sicherheit werden. Sollten die Termine abgesagt werden, bekommen alle Antragsteller eine Mitteilung über neue Termine."

Da bleibt den Pernambucanos wohl nur übrig auf wenig Regen zu hoffen oder auf die USA-Reise zu verzichten.

Informationsquelle: Diario de Pernambuco, Mudam as regras do visto und Webseite Visa-Informationsdienst USA, Página de Serviços de Informações sobre Visto da Embaixada dos EUA