Montag, 23. März 2009

Jugendschutz in Spanien gibt zu denken

Der Jugendschutz in Spanien ist in Diskussion. Es gibt wenige nationale Adoptionen - nur etwa 900 im Jahr. Das Verfahren der Adoption ist sehr langsam und es gibt nicht ein ausreichendes Angebot an Pflegefamilien. So leben 14.000 verlassene und in der Vormundschaft des Staates stehende Jugendliche in staatlichen Zentren. Und das in der Regel bis zur Volljährigkeit.

Das spanische Gesetz zum Schutz der Minderjährigen (Ley de Protección del Menor) sieht aber vor, dass die Regelunterbringung in einer Familie zu erfolgen hat und nur wenn dies nicht möglich ist, sollte der Jugendliche in einem staatlichen Heim untergebracht werden. Zu den geringen Zahlen der Adoptionen im Lande kontrastieren die internationalen Adoptionen durch Spanier. In den Jahren von 2003 bis 2007 sollen dies 23.000 Fälle gewesen sein. Das hat die Behörden jetzt aufgeweckt, der spanische Senat hat eine Kommission mit der Analyse der Situation und Erstellung von Verbesserungsvorschlägen beauftragt.

"Das Schlimme ist, dass wir diese Realität als normal ansehen, obwohl sie dies nicht ist, " erläutert der Professor für Entwicklungspsychologie an der Universität von Sevilla, Jesús Palacios. " Spanien ist eine Ausnahme, nicht die Regel. Hier sind die Kinder die grossen Vergessenen (los grandes olvidados) des Systems. Sie sind unsichtbar. Für den Rest Europas ist es schockierend, dass sich Kinder in Heimen befinden. Der grösste Teil der Länder hat das Betreuungssystem reformiert und fast alle Kinder befinden sich in der Obhut von Familien."

Informationsquelle: El Pais, El sistema de protección de niños deja sin familia a 14.000 menores