Montag, 24. November 2008

Bahnreisen bleiben ein Abenteuer

in Rumänien. Unter Berufung auf einen Artikel in der Zeitung "Curentul" berichtet heute "ziare.ro" (eine rumänische Internetseite, die eine Zusammenfassung von rumänischen Zeitungsartikeln veröffentlicht) über den Zustand der rumänischen Eisenbahn CFR (Căile Ferate Române).

Fazit ist, dass das Bahnreisen in Rumänien weiterhin ein Abenteuer bleibe. In der vergangenen Woche sei wieder ein mit Kalk beladener Güterzug (tren marfar) entgleist. Das Unglück habe den Verkehr auf der wichtigen Hauptstrecke zwischen Bukarest und Constanţa erheblich beeinträchtigt. In Siebenbürgen hat die Lokomotive eines Personenzugs Feuer gefangen, weil die Lokomotive (locomotiva) nicht richtig gewartet worden sei.

Dem zuständigen Transportminister Ludovic Orban, wird vorgeworfen, dass er nichts tut, um die Infrastruktur der Bahn zu verbessern. Auch die Vereinigung der rumänischen Eisenbahnindustrie (AIFR) hat gegenüber dem Regierungschef Popescu Tăriceanu wegen dieser Vernächlässigung der Bahn protestiert.

DIe AIPF bemängelt, dass 5000 km Strecke, 65 % der Brücken (poduri), 80% der Brückenstützen, 85 % der Installationen und 95% der Stromleitungen reparaturbedürftig sind. Die durchschnittliche Geschwindigkeit im Netz der CFR liegt im Bereich der Personenbeförderung nur noch bei 42 km/h und bei Güterzügen bei 17 km/h. Ausser Worten der Unterstützung für den Transport auf der Schiene (transportul pe şină; letzteres Wort kommt aus dem Deutschen und wird als "Schiene" ausgesprochen), der auch aus ökologischen Gründen gefördert werden sollte, ist allerdings von der Regierung nichts gekommen. Statt der versprochenen Mittel von 500-600 Millionen Euro sind bisher nur 80 Millionen angewiesen worden.

Bild: Brücke auf der Strecke Sava - Maramures (2001)