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Spanier verabschieden sich von der "Dieta mediterránea"

Die spanische Ernährungsspezialistin Geles Duch berichtet aus ihren Erfahrungen über die sich wandelnde Essensgewohnheit in Spanien: "Vor etwa 50 Jahren, zum Beispiel, haben die Deutschen wesentlich schlechter gegessen wie die Spanier. Sie haben aber viele Anstrengungen unternommen, um dies zu ändern und haben es verstanden ihre Ernährungsgewohnheiten zu verbessern. In Spanien dagegen hat man die Ernährungsdisziplin, die es während vieler Generationen gegeben hat, verloren. Früher wurde in den Familien gegessen, was es auf dem Markt gab. Heute ist es viel komplizierter. Es gibt heute Familien, in denen ein Essen bestehend aus Gemüse oder Fisch abgelehnt wird."

Eigentlich waren die Spanier immer stolz auf ihre "Dieta mediterránea", ein Essen, dessen Grundlage vor allem das Gemüse, Olivenöl und der Fisch war. Diese Zeiten sind vorbei. "Wir essenn nur noch ausserhalb und jedesmal schlechter" titelt "El Pais" seinen Bericht über die neuen Essensgewohnheiten der Spanier. Die Ernährungswissenschaftler und das Ministerium für Umwelt schlagen deshalb Alarm.

Spanien entfernt sich mit grossen Schritten von seiner bisher gesunden Ernährung und führt inzwischen die Liste der Länder an, in denen es Gewohnheit ist, nicht mehr selbst zu kochen. Spanier essen in "Bars" oder drittklassigen Restaurants, wo sie in der Regel ihre "Tapa" hinunterschlingen. Und das beginnt schon beim Frühstück, wo sie beim auswärts essen Weltmeister sind. Die Spanier sind zu sehr in Eile, essen unregelmässig und Gerichte von niedriger Qualität. Das schlägt sich in inzwischen in der Gesundheitsstatistik nieder. Ein Problem ist dabei immer noch, dass die Spanier glauben, dass sie gesund leben. Hier muss nach Meinung der Ernährungexperten angesetzt werden. In Barcelona gibt es inzwischen Ernährungskurse, die den Menschen erst wieder einmal beibringen wie man gesund ist. Das Angebot an solchen Kursen sollte auf Vorschlag der Experten erhöht werden.

Die Verwilderung des Essensitten wird im Mittelmeerraum nur noch von Portugal und Griechenland übertroffen. Im Gefolge der Wirtschaftskrise sinkt zudem die Bereitschaft, Geld für gesundes Essen auszugeben. Ein weiterer Grund ist die Veränderung der spanischen Gesellschaft. Auch hier gibt es inzwischen viele Single-Haushalte mit ihrem grossen Bedarf nach Fertiggerichten. Die Nahrungsmittelindustrie hat sich inzwischen darauf eingestellt. Bevorzugt werden inzwischen "No-Name-Produkte" der Nahrungsmittelindustrie. Das marken-süchtige Spanien hat sich da sehr gewandelt.

Man versucht sich gegen die Veränderung der traditionellen Essensgewohnheiten zu stemmen.In Barcelona gibt es die "Fundación Dieta Mediterránea" (Stiftung Dieta Mediterránea). Sie hat zum Ziel: "Förderung de Forschung bezüglich der Dieta Mediterránea im Bezug auf ihre gesundheitlichen, historischen, kulturellen und kulinarischen Aspekte. Verbreitung von Forschungsergebnissen und Förderung des gesundheitsfördernden Gebrauchs der meditteranen Ernährung zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen". Auch Rezepte bietet sie an, zur Zeit "Manzanas al horno" (Bratapfel). Und sie nutzt die Welt der digitalen Programme: Sie wird das Computerspiel "Wii Fit Plus" von Nintendo in Spanien bekannt machen, damit die Spanier wieder zurück über die digitale Technik zur gesunden Ernährung finden.

Siehe auch Blogbeitrag: Spanier verfetten

Informationsquelle: El Pais, Comemos fuera, y cada vez peor; Fundación Dieta Mediterránea (FDM), Los países de la cuenca del Mediterráneo se alejan de la dieta Mediterránea.

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