Direkt zum Hauptbereich

Nuklearverseuchtes Trinkwasser in Brasilien Preis für billige Atomenergie

Caetité ist eine Gemeinde im brasilianischen Bundesstaat von Bahia. Der Ort hat 48.000 Einwohner und liegt 757 km westlich von der Landeshauptstadt Salvador / Bahia entfernt. Er liegt auf einer Höhe von 825 m in der Sertao und rühmt sich, der geeignetste Ort Brasiliens für Windkraftwerke zu sein. Entsprechende Projekte wurden aber bisher mehr schlecht als recht umgesetzt. Die grössten ökologischen Probleme bestehen in einer wahllosen Entwaldung, um Holzkohle für die grossen Stahlfabriken in Minas Gerais und für einen lokalen Keramikfabrikanten zu produzieren.

Soweit die Beschreibung des Ortes bei Wikipedia (portugiesisch). Greenpeace widmet dem Ort ebenfalls sein Augenmerk. Am 8. Juni 2009 berichtete Greenpeace Brasil erneut über durch Uran verseuchtes Wasser in Caetité. In der Nähe liegt nämlich eines der wichtigsten Uranbergwerke Brasiliens, das von INB Caetité betrieben wird. Die Uranreserven werden auf 100.000 Tonnen geschätzt. Beim Abbau wurde auf die kostengünstigste Möglichkeit gesetzt. Zum Nachteil für die Bevölkerung wie sich jetzt herausstellt.

Inzwischen ist bis in Regierungskreise vorgedrungen, dass die Höhe der Radioaktivität in der Region wesentlich höher ist als erlaubt. Unter anderem ist auch Trinkwasser verseucht. Deswegen will die Internationale Atomenenergiekommission und die nationale brasilianische Kommission für Nuklearenergie (Cnem) in Kürze eine Überprüfung des Wassers in der Region vornehmen. Dabei sollen auch die Installationen der INB (Indústrias Nucleares do Brasil) in der Stadt untersucht werden. Das Institut für Gewässerverwaltung (Inga) ist sich sicher, dass das Wasser bereits verseucht ist. Die Art wie das Uran im Bergwerk und in der Fabrik bearbeitet werde, fördere eine bis zu 100 mal höhere Freistetzung von Radioaktivtät in die Umwelt. Inga hat bereits mehrere Proben aus Trinkwasserbrunnen entnommen und eine um das dreifache den Grenzwert überschreitende Radioaktivität gefunden. Aus einem der Brunnen wurden bisher 15 Familien mit Trinkwasser versorgt. 2 weitere Brunnen stehen auf dem Gelände von INB und weisen eine Radioaktivität auf, die um das 40-fache über dem Grenzwert liegt. Angeblich wird das Wasser nur für industrielle Zwecke benutzt.

Caetité ist einer der Orte mit der höchsten Krebsrate im Bundesstaat Bahia.

Für die Kommission für Nuklearenergie (Cnem) kommt alles von irgendwo anders nur nicht von der Uranindustrie: "Caetité ist eine Uranregion. Dadurch kann es auch an einigen Stellen Wasserläufe mit erhöhter Radioaktivität geben. Das ist total normal", erklärte der Verantwortliche. Da ist aber der für den Gewässerschutz ganz anderer Ansicht: "Nur weil wir natürliches Uran haben, können wir die Bevölkerung nicht diesem Grad von Radioaktivität aussetzen. Es ist nicht gerecht, dass die lokale Bevölkerung an Krebs stirbt. Die Regierung von Bahia muss sich endlich erklären, denn das ist eine Sache der öffentlichen Gesundheit. Sollte der Zusammenhang zwischen Radioaktivität und Sterbefällen bestätigt werden, müssen Vorsichtsmassnahmen getroffen werden. Eine wäre die Umsiedlung der Bevölkerung".

Brasilien will auf die Atomenergie nicht verzichten. Sie soll billig sein, da hat die Gesundheit der Bevölkerung keinen Vorrang. Für alternative Energie hat man schöne Worte, aber wenig Taten.

Informationsquelle: O Globo, Em município da Bahia, análise mostra alto nível de radiação na água

Beliebte Beiträge

7 Gründe warum man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte

Journalistin Laura Stefanut von der Webseite “Romania Curata” hat 7 Gründe dafür gefunden, dass man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte. Sie spricht zwar von Einwanderern, aber tatsächlich geht es um Flüchtlinge. Die Situation sieht für diese so aus:

Rumänien ist ein Land, aus dem Millionen Auswanderer nach Westeuropa und Nordamerika ausgewandert sind. Es ist aber kein Land, in das man auswandert. Gegenwärtig gibt es etwa 60.000 Einwanderer von außerhalb der EU im Land. Forscher der Sozialwissenschaften warnen, dass Rumänien auf eine schnelle demographischen Überalterung zusteuert, das viele Vorteile aus der Integration von Einwanderern ziehen könnte. Aber trotz aller Warnungen und Forschungen hat der Staat wenig sinnvolles in diese Richtung getan. Vor kurzem gab es Nachrichten über 2 Flüchtlinge, die aus Versehen in Rumänien gelandet waren und anfingen zu weinen als sie merkten, wo sie waren. Leider, das bestätigen die Forschungen, ist Rumänien kein gutes Z…

In Treue fest zum Atom

Der spanische Industrieminister macht es sich leicht. Ein paar Tage vor dem Unglück von Fukushima erklärte er: "Sich vor der Nuklearenergie fürchten ist wie vor der Sonnenfinsternis Angst haben".

María Teresa Domínguez, Sprecherin der Forums der spanischen Atomernergie erzählt 2009 in einem Interview: "Spanien hat 8 Atomkraftwerke, die auf höchstem Weltniveau bezüglich Verfügbarkeit und Betriebsbedingungen operieren." Keine Rede davon, dass die AKW Vandellos und Ascó schon Störfälle auf höchstem Niveau hatten. Frau Domínguez bedauert, dass die Nuklearenergie nur zu 8% zur Energieversorgung Spaniens beiträgt. Deshalb will sie daraufhin arbeiten, dass der spanische Strommix für die Zukunft einen Anteil von 30% an der Landesversorgung bekommt. Keine Angst wegen den Risiken? "Nein, die Risiken sind kontrollierbar. Ich sage das, weil ich Technikerin bin und auf dem Gebiet der Sicherheit der Atomkraftwerke arbeite. Aber das sage nicht nur ich, sondern das ist auch …

Die Betontürme von Barcelona: Auch Betonschrott macht anhänglich

Wer von den höheren Positionen der Collserola auf Barcelona hinunterblickt, dessen Blick bleibt bald an 3 Türmen im Nordosten von Barcelona hängen. Diese drei Türme, die an der Mündung des Flusses Besós ins Meer liegen, gehörten zu einem konventionellen thermischen Kraftwerk, das in den 70er Jahren gebaut worden war. Seit 2011 ist dieses Kraftwerk stillgelegt. Es hatte zuvor kräftig zur Luftverschmutzung in Barcelona beigetragen. Es liegt nicht auf der Gemarkung der Stadt Barcelona, sondern der Vorortgemeinde Sant Adrià.

Drei Türme aus Beton dienten als Kamine über die die Abgase des Kraftwerks abgeleitet wurden. Beim Bau waren sie 90m hoch über den bereits 90m hohen Hochöfen gebaut worden, Es stellte sich heraus, dass in dieser Höhe die Abgase das Stadtklima beeinträchtigten und so wurden sie bis auf 200m erhöht. Sie übertrafen damit die Türme der Kathedrale Sagrada Familia, das Wahrzeichen von Barcelona. Man könnte sich vorstellen, dass ein solches hässliches Bauwerk als Verschande…

Frankreich ekelt sich vor seinen Schlachthöfen und empört sich über Tierquälerei

Massentierhaltung in Frankreich: 83% der Hühner werden in geschlossenen Ställen aufgezogen, 68% der Hennen und 99% der Kaninchen werden in Käfigen gehalten. 95% der Schweine fristen ihr kurzes Leben in geschlossenen Ställen auf Gitterrosten. Die Tiere werden nur als Handelsware gesehen, man verstümmelt sie (Kastration ohne Betäubung, Abschneiden der Schwänze oder der Schnäbel). Ihre Sterblichkeitsrate ist sehr groß, zum Beispiel sterben 20% der Schweine vor ihrer Schlachtung.

Industrielle Massentierhaltung wie in Deutschland auch. Das Tier wird nicht als Lebewesen gesehen, sondern nur als Handelsprodukt. Während in Deutschland die Konsumenten seit einiger Zeit ins Grübeln geraten sind und sich eine Bewegung gegen Massentierhaltung gebildet hat, hat man in Frankreich, das wir als Schlemmerland kennen, bisher beide Augen zugedrückt beziehungsweise die Verbraucher wollten nicht so genau wissen wie das Fleisch auf ihrem Teller gelandet ist. Zwar hat sich seit einiger Zeit ein…

Der Generalkonsul mit Nazi-Vergangenheit, dessen Sohn mit internationalem Haftbefehl gesucht wird

Hans Hoffmann, mit Spitznamen “Juanito” oder “Don Juan”, war Generalkonsul in Málaga. Kein echter Berufskonsul, sondern ehrenhalber. Nicht nur Honorarkonsul, sondern Honorargeneralkonsul, wobei er gegen schwere Bedenken des Auswärtigen Amtes darauf bestand nur “Generalkonsul” genannt zu werden. Ganz früher war er zur Nazizeit an der deutschen Botschaft in Madrid tätig. Er kannte sich bestens im Land des Diktators Franco aus und war mit einigen Größen des Francoregimes befreundet. Spanische Medien haben inzwischen herausgefunden, dass Hoffmann an der Botschaft als Gestapo-Agent tätig war. Er soll auch bei Treffen zwischen Hitler und Franco gedolmetscht haben.Er ist 1998 gestorben.

Nach dem Krieg zog er an die Costa del Sol, wo er deutschen Nazis als Fluchthelfer gedient haben soll. In den 50er Jahren machte er die Bekanntschaft von Franz-Josef Strauß, der in Deutschland eine steile Politikerkarriere hinlegte. Strauß sorgte dafür, dass Hofmann sogenannter Wahlkonsul in Algec…

Frankreich erfindet den Zahnarzt–Aldi

Die Großzügigkeit der französischen Krankenkassen bei Erstattung von Zahnarztkosten hält sich in Grenzen. In der Regel können Versicherte mit etwa 70% erstatteter Kosten rechnen, d.h. 30% muss selbst getragen werden. Die Zahnärzte sind jedoch oft mit den Tarif-Honoraren nicht zufrieden. Sie verlangen Aufschläge, die ebenfalls an den Versicherten hängen bleiben. Gerade dieser Aufschlag scheint in letzter Zeit bei den Zahnärzten in Frankreich sehr beliebt geworden zu sein. In einer Zeit, in der die Arbeitslosigkeit steigt und auch viele Franzosen mit dem wirtschaftlichen Überleben kämpfen, verursacht der Gang zum Zahnarzt wegen Zahnschmerzen den Betroffenen zusätzlich noch Bauchschmerzen wegen der finanziellen Belastung.

Frankreich hat zwar den Lebensmittel-Discounter nicht erfunden, darin sind die Deutschen wohl Weltmeister, aber in anderen Bereichen haben die Franzosen durchaus den Ehrgeiz zur durchgreifenden Rationalisierung, um die Preise zu senken. Besonders offensichtlich ist das…