Samstag, 16. Januar 2010

Reiche schröpfen auf brasilianisch

Gestern Nacht erlebten im noblen Viertel von Chácara Klabin von São Paulo die Bewohner eines Gebäudes eine unangenehme Überraschung. Eine Bande von 15 Männern überfielen die Bewohner und hielten diese für 3 Stunden als Geiseln. Während dieser Zeit sammelte die Bande Computer, Schmuck, Mobiltelefone und Geld in den 12 Wohnungen des Gebäudes zusammen.

Wie macht man so etwas in São Paulo? Gegen 17:30 Uhr öffnete nach Erzählungen von Bewohnern der Pförtner einem Auto das Garagentor, in dem einer der Täter sass, aber vom Pförtner für einen Bewohner gehalten wurde. Der vermeintliche Bewohner überwältigte den Pförtner und öffnete dem Rest der Bande die Garage. Diese sammelten dann die Bewohner, die sich in den Gemeinschaftsanlagen befanden, ein und liessen sich von ihnen die Wohnungen öffnen. Anschliessend wurden sie in den Festsaal gebracht, wo sie unter Androhung von Schusswaffengebrauch zum Stillhalten aufgefordert wurden.

Ein gewisser Humor scheint der Bande nicht fremd gewesen zu sein. In einer Wohnung trafen sie einen Jungen von 14 Jahren und ein Mädchen von 17 Jahren an. Die Banditen machten den Jungen an, er solle auf ihr Maschinengewehr aufpassen, da er ein Talent für Verbrechen zu haben scheine.

Das Alarmsystem des Gebäudes war seit Montag defekt. Ob das die Banditen geahnt haben? Die Verwaltung wies daraufhin, dass die Reparatur dauern würde, da die defekten Teile alt und damit schwer zu ersetzen waren.

Immerhin: Verletzt wurde niemand. Von den Tätern bisher keine Spur.

Informationsquelle: Folha Online, Criminosos rendem moradores e fazem arrastão em prédio na zona sul de SP