Montag, 18. Januar 2010

Kleinstadt wehrt sich gegen Umweltzerstörung

Bei der Kleinstadt Aldeia in Pernambuco nicht unweit von Recife / Pernambuco entspringt der Fluss Beberibe, der bei Recife ins Meer mündet. Die "zona de mata" wie die Waldregion in der Nähe der Atlantikküste des brasilianischen Nordostens genannt wird, ist von der Regierung von Pernambuco im November des vergangenen Jahres zum Umweltschutzgebiet erkärt worden. Der Beschluss erfolgte auf Grund der Erkenntnis, dass die Bewahrung der Wasser- und Waldressourcen im gemeinsamen Interesse der Region, insbesondere auch des Grossraums Recife ist.

Das scheint aber Grundstückspekulanten nicht besonders zu interessieren. So mussten die Bewohner von Aldeia empört feststellen, dass vor kurzem 50 Brotfruchtbäume (jaqueiras) entlang der Strasse gefällt am Boden lagen. Die Bäume standen im Quellgebiet des Beberibe.

Alcides Martins Júnior wohnt in Aldeia seit 10 Jahren und bekam ein Schreck als er vergangenen Freitag mit seinem Auto die Strasse passierte und die Jaqueiras auf dem Boden liegen sah. "Sie wurden alle abgesägt und bis auf den Boden beschnitten. Mich beeindrucken solche Sachen. Statt dass der Eigentümer ein Projekt zum Schutz der Bäume macht, macht er das Gegenteil. Er zerstört alles, um ein Einkaufszentrum und Einfamilienhäuser zu bauen", kritisierte er. "Als ich die abgesägten Bäume sah, stieg ich aus meinem Auto und fragte einige Männer, die am Ort noch arbeiteten, was hier passiere. Sie antworteten nur, dass der Eigentümer ihnen befohlen habe, die Bäume abzusägen. Dabei wäre das alles nicht nötig gewesen. Wir Anwohner sind jeden Tag vorbeigekommen und haben uns an den wunderbaren Bäumen erfreut und plötzlich ist da eine Ödnis. Man könnte heulen."

Der Präsident des Umweltrates von Aldeia erklärte, dass der erste Protest nur der Beginn des Kampfes sei und er ein Verbot des Bauvorhabens verlangen werde: "Heute haben wir Kontakt mit dem Ministerium für Öffentlichkeit (Ministério Público) aufgenommen, das die Abholzgenehmigung erteilte, ohne die Region zuvor zu analysieren. Das Gebiet kann zwar privat sein, aber es ist geschützt durch Bundes- und pernambucanische Gesetze. Die Bäume schützten das Quellgebiet des Flusses. Er sorgt für die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser im Umkreis von 40 Kilometern." Er fügte hinzu, dass es nicht nur um die Bäume ginge. Der Ort Aldeia werde zur Zeit von der Grundstückspekulation überrollt. Man müsse die Umweltverbrechen aufhalten, die hier passieren.

Informationsquelle: Diario de Pernambuco, Moradores protestam contra devastação em Aldeia