Freitag, 10. Dezember 2010

Diskrimieren gehört sich und sonstige Vorurteile

Der rumänische Nationalrat für die Bekämpfung der Diskriminierung (Consiliul Naţional pentru Combaterea Discriminării; CNDC) hat eine Umfrage in der rumänischen  Bevölkerung durchführen lassen, um den Stand der Bemühungen im Kampf gegen die Diskriminierung feststellen zu können. Das Ergebnis ist alles andere als ermutigend.

84% der Befragten würden nicht aus demselben Glas trinken, aus dem ein Homosexueller oder ein Aids-Infizierter getrunken hat. 72% würden dies nicht tun, wenn zuvor ein Roma aus dem Glas getrunken hat. Ein Viertel der Rumänen ist der Ansicht, dass die Minderheiten ein Problem für das Land sind. Die gleiche Anzahl hat auch noch nichts vom Holocaust gehört. 80% der Befragten hält es für richtig, wenn Menschen auf Grund ihrer Herkunft, sexuellen Orientierung oder Krankheit diskriminiert werden und wenn einer Gruppe von Personen nach ethnischen Kriterien der Zugang zu öffentlichen Räumen verweigert wird. Auch die Weigerung von Ärzten, Roma oder Aids-Kranke zu behandeln halten sie für richtig.

Dabei sind sich die Rumänen weitgehend einig, dass die am meisten diskrimiierten Personen in Rumänien die Roma sind (60%), Aids-Kranke (70%), Homosexuelle (61%) und behinderte Menschen (52%). Auf der anderen Seite glauben 48%, dass die Rumänen da diskriminiert werden, wo sie selbst eine Minderheit sind. Der Mehrheit der Befragten ist es klar, dass Aids-Kranke und Roma auf dem Arbeitsmarkt kaum eine Chance haben und dass sie in der Gesellschaft und am Arbeitsplatz schecht behandelt werden.

Und wie sehen sie sich selbst? 58% halten sich sich für fleißig, 34% für tolerant, 26% friedlich und großzügig. Auf der anderen Seite halten 32% die Rumänen für streitsüchtig, für 18% sind sie faul und für 16% sind sie unehrlich. Dabei glauben 51%, dass die Roma zusammenhalten, für 21% sind sie mutig und draufgängerisch. 45% glauben, dass die negativen Eigenschaften der Roma ihre Faulheit und Aggressivität sind. Von den Ungarn, die eine ebenfalls große Minderheit im Land bilden, glauben 35%, dass sie zusammenhalten und 24% meinen, dass sie arbeitsam und fleißig sind. Dafür halten 17% sie für intolerant.

Die Judenverfolgung im eigenen Land haben 79% gut verdrängt, denn sie glauben, dass es den Holocaust nur in Deutschland gab. 19% haben noch nie etwas davon gehört, dass es auch in Rumänien Progrome gab.

Siehe auch Blogbeiträge:
Europas Zigeuner als Sündenböcke
Ich bin kein Roma!
Lustig ist das Zigeunerleben
Drogensüchtig in Rumänien

Informationsquelle:
Sondaj: 58% dintre români leagă discriminarea din spaţiul public de faptele preşedintelui Băsescu - Social > EVZ.ro