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TAL in den Fußstapfen von Arte

Lateinamerikas Fernsehstationen sind fest in privaten Händen. Die Wirtschaft steuert über ihre Werbeausgaben den Inhalt der Fernsehsendungen und deren Qualität ist demzufolge auch entsprechend. Die Werbung ist nicht eine Begleiterscheinung der Sendung, sondern dominiert den Inhalt. Die öffentlich-rechtlichen Sender, die es auch in Lateinamerika gibt, sind unterfinanziert und laufen nur am Rande mit. Aber mit zunehmender Investition in die Bildung nimmt auch der Anspruch der Bevölkerung an qualitativ guten Fernsehsendungen langsam zu.

In Recife / Pernambuco tagen deshalb heute die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten Lateinamerikas organisiert von TAL, "Televisión America Latina" (spanische Bezeichnung), "Televisão América Latina" (portugiesisch), um über Wege zur Gestaltung eines Qualitätsprogramms für die öffentlichen Sender Lateinamerikas zu diskutieren. TAL ist eine Plattform für den Austausch und die Verbreitung von audiovisuellen Produktionen von 20 lateinamerikanischen Ländern. Nicht gewinnorientiert, vereint TAL bereits heute hunderte von Institutionen aus der Region. Dieses sind öffentliche Fernsehkanäle, Kultur- und Erziehungseinrichtungen sowie unabhängige Produzenten, die Programme - Dokumentationen, Serien und Kurzfilme - durch Vermittlung von TAL untereinander austauschen.

Die Konferenz wird auch von externen Experten beraten, so auch von Markus Nikel, der Philosophie in Hamburg studiert hat, jetzt in Italien lebt und bei der RAI für die Programmgestaltung im Bereich Erziehungs- und Bildungsprogramme zuständig ist.

Beim Treffen in Recife wird unter anderem über die Möglichkeit der Finanzierung von Programmen für die öffentlichen Fernsehanstalten sowie über die Möglichkeiten einer Stärkung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Lateinamerika diskutiert.

In Pernambuco gibt es nur einen öffentlich-rechtlichen Sender. Es ist TV Pernambuco (TVPE). Die Regierung von Pernambuco gründete im März eine Arbeitsgruppe, die aus Mitgliedern der Zivilgesellschaft, die sich für eine Demokratisierung der Kommunikationsmedien eingesetzt haben, zusammengesetzt wurde und die im Dialog mit der Zivilgesellschaft ein neues Profil für den Sender erarbeitete. Sie hat jetzt die Gründung eines pernambucanischen Kommunikationsunternehmens vorgeschlagen, dessen führende Mitglieder aus verschiedenen Bereichen der Zivilgesellschaft zusammengesetzt werden soll, um den pluralistischen Charakter des Senders zu stärken. Nach Ansicht der Arbeitsgurppe werde damit zum ersten Mal in der Geschichte der Kommunikationsmedien des Staates die Möglichkeit für einen Fernsehsender geschaffen, der von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen geführt werde.

Ein guter Ansatz in einem Land, wo die Qualität der Medien nur von den Interessen von Wirtschaftgruppen abhängt.

Siehe auch Blogbeitrag:
"Globo" überall

Informationsquelle:
Encontro // Sintonia entre televisões latinas | Diario de Pernambuco - O mais antigo jornal em circulação na América Latina

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