Mittwoch, 22. Dezember 2010

Und die Erde tat sich auf: Eine Stadt droht verschluckt zu werden

Kurz vor Weihnachten schlechte Nachrichten für die Kleinstadt Ocna Mureş im Kreis Alba von Zentralrumänien. Wikipedia berichtet: "In der Nähe der Stadt befindet sich ein großes Salzvorkommen, das bis in die 1980er Jahre hinein ausgebeutet wurde. Als die Stollen mit Wasser geflutet wurden, brach die darüberliegende Deckschicht zusammen und zerstörte große Teile der Innenstadt." Seit heute rächen sich erneut die Sünden der Vergangenheit, aus denen man scheinbar nichts gelernt hat.

In der Nähe eines Plus-Supermarktes tat sich heute Morgen ein großes Loch auf. Das Loch hatte einen Durchmesser von 10 Metern. Der Bürgermeister der Stadt erklärt den Einsturz dadurch, dass mehrere Stützmauern der unterirdischen Gänge des Salzbergwerkes eingebrochen waren. Die Stadt sei von einem unterirdischen Netzwerk von Bergwerkstollen durchzogen, die sich inzwischen mit Wasser gefüllt hätten. Der Plus-Markt sei sofort geschlossen und von der Elektrizitätsversorgung abgehängt worden. Die Erde werde in unheimlicher Geschwindigkeit von größer werdenden Rissen durchzogen, die inzwischen bereits das Gebäude der Finanzverwaltung erreicht hätten. Die Stadt hat den Notstand ausgerufen und eine Überwachungsstelle organisiert.

Soweit der Stand heute morgen. Inzwischen ist um 14:30 Uhr OZ der Supermarkt im Erdboden verschwunden. Um 15:30 Uhr hat ein Hubschrauber bei einem Kontrollflug festgestellt, dass bereits mehrere Häuser dabei sind zusammenzubrechen. In der Nähe des Lochs gibt es Wohnblocks, die akut einsturzgefährdet sind. In einem Block gibt es über 200 Wohnungen. Die Kreisverwaltung hat sich inzwischen zu einer grossangelegten Evakuierung entschlossen. Man befürchtet, dass die ganze Stadt von der Erde verschluckt werden könnte. Der Präfekt der Kreisverwaltung erklärte, dass der Einbruch derart schnell voranschreite, dass man nur ohnmächtig zusehen könne. "Alles was wir zur Zeit machen können, ist die Gefahrenzone zu isolieren und die gefährdeten Gebäude zu evakuieren", eklärte er. Die evakuierten Personen würden in Schulen oder dem lokalen Krankenhaus untergebracht.

Was ist die Ursache? Um die Mittagszeit veröffentlichte das lokale Komittee für Notfallsituationen folgende Erklärung: "Das Ereignis erklärt sich durch einen Wassereinbruch, der von einer Bohrsonde der Firma S.C. Salina aus Ocna Mureş verursacht wurde. Die Bohrung fand etwa 100 m vom Supermarkt entfernt statt, das Loch entstand in ungefähr 10 m zum Markt. Der Krater wird sich wegen dem Druck des austretenden Wassers vermutlich vergrößern. Zur Zeit versuchen  Spezialisten der Firma S.C. Salina, den Druck abzubauen."

Eigentlich hatte man die Katastrophe schon einmal erlebt, warum wird dann in unmittelbarer Nähe des Ortes wieder auf gefährlichste Art und Weise die Salzmine ausgebeutet? Auf die Antwort kann man gespannt sein.

Informationsquelle:
Alunecare de teren la Ocna Mureş - Din ţară > EVZ.ro
Se surpa pamantul sub orasul Ocna Mures, Ocna Mures Online