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Drogensüchtig in Rumänien

Laut einer Statistik aus dem Jahr 2004 soll es in Rumänien 35.000 drogenabhängige Menschen geben. Seither ist die Zahl der Drogenkonsumenten noch gestiegen. Auch wenn die hohe Anzahl der Konsumenten inzwischen bestätigt wird, ist das Problem von der rumänischen Politik bisher nicht zur Kenntnis genommen worden. Die neuesten Statistiken sind rudimentär und stammen aus Quellen von Nichtregierungsorganisationen.

Die medizinische Versorgung der Drogensüchtigen ist dementsprechend. Es gibt nur wenige spezialisierte Ärzte und Zentren für die Behandlung betroffener Personen. Sprecher des Gesundheitsministerium geben zu, dass sie vom Problem überrollt wurden. Es gibt weder ein mittel- noch langfristige Strategie, wie das Problem angegangen werden kann. Die bestehenden Entziehungseinrichtungen sollen jetzt wenigsten reorganisiert und effizienter werden. Von 200 am Entzug interessierten Drogensüchtigen kann derzeit nur einer auf einen Therapieplatz hoffen.

Die Ärzte hoffen jetzt auf klare Vorgaben aus der Politik und auch eine entsprechende Mittelausstattung. Diese solle einen Umfang haben, der es ermögliche, dass die Therapie Vorsorgemassnahmen gegen Aids und Hepatitis C sowie die soziale Integration der Drogensüchtigen umfasse. Am besten ist noch Bukarest ausgestattet, während in der Provinz Abhängige in psychiatrischen Kliniken untergebracht werden, die für die Behandlung völlig unzureichend sind.

Der jüngste Drogensüchtige, der medizinische Behandlung suchte, war 11 Jahre alt. In Bukarest sind 17.000 Menschen heroinabhängig.

Es existiert eine staatliche Anti-Drogen Agentur (Agenţia Antidrog, ANA), die der Polizei unterstellt ist. Auch die Regierung hat inzwischen eingesehen, dass diese Unterstellung unter die Polizeibehörden wenig hilfreich ist. Deshalb soll die Agentur jetzt dem Nationalen Zentrum für geistige Gesundheit (Centrul Naţional de Sănătate Mintală) zugeordnet werden. Der Psychiater Eugen Hriscu vom Zentrum der Hilfe für Drogenabhängige erwartet davon keine Besserung. Er ist der Ansicht, dass das Gesundheitsministerium als Aufsichtsbehörde bisher wenig Interesse an der Behandlung von Drogensüchtigen gehabt habe und die organisatorische Reform der Agentur nur Stoff für Personaldiskussionen werde.

Informationsquelle: Evenimentul Zilei, Sute de toxicomani, pe un singur loc în centrele de tratament

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