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Eine rumänische Tragödie

Doiniţa Alexandra Rahău, 13 Jahre alt, lebte im Dorf Rasova in der Provinz Konstanza. Sie starb im Juni 2009, erschlagen von einem Telefonpfosten.  Nach den angestellten Untersuchungen hatte sie aus herabhängenden Telefonkabeln eine Schaukel gebaut. Der Telefonpfosten brach darauf in Bodenhöhe und erschlug das Mädchen. Unmittelbar nach dem Unglück erschienen die Veranwortlichen der rumänischen Telefongesellschaft Romtelecom, entfernten den Rest des Pfostens am Boden und gaben diesen dem Vater, damit er diese in seiner Scheune verstecke. Die Polizei fand das Beweisstück erst nach einigen Monaten. Dem Vater wurde auf Veranlassung der Direktion von Romtelecom in Konstanza eine Entschädigung von 10.000 Lei in die Hand gedrückt, damit er sein Kind beerdigen konnte.

Nach dem Unglücksfall führte der Sozialdienst eine Überprüfung der Familie des verunglückten Mädchens durch, "Die Eltern arbeiteten und Alexandra begab sich an den Dorfrand, um auf die Kuhherde zu warten und sie dann nach Hause zu bringen. Während der Wartezeit spielte sie mit der improvisierten Schaukel. Sie ist nicht vernachlässigt gewesen oder unbeaufsichtigt.", erklärte der Bürgermeister des Ortes. Man habe aber den Kindern gesagt, sie sollten nicht mehr in der Nähe der Telefonpfosten spielen.

Auf Verlangen des Staatsanwalts wurde eine Expertise über den Zustand der Telefonpfosten in der Gegend erstellt: "Der Telefonpfosten mit der Kennzeichnung 239 des Elektizitätsnetzes in der Gemeinde Rasova, der auch von der Firma SC Enel SA benutzt wurde, hatte die gesetzlich erlaubte Funktionsfähigkeit um 20 Jahre überschritten und hatte nur gegenüber einer normalen Situation genügend Festigkeit. Im Boden war das Holz verfault, was in diesem Fall zum Bruch geführt hat." Die Polizei verhörte den verantwortlichen Direktor der operativen Division Südost von Romtelecom. Im Laufe des Verhörs ergab sich, dass der schlechte Zustand der Telefonpfosten in dieser Region bekannt war. Trotzdem wurden keine Massnahmen zum Ersatz der Pfosten vorgenommen.

Romtelecom hat jetzt ihr Bedauern über den unglücklichen Unfall im vergangenen Jahr erklärt. Sie hat der betroffenen Familie ihr Beileid ausgesprochen und Hilfe angeboten. Gleichzeitig wurde auch den Untersuchungsbehörden jede Unterstützung bei der Aufklärung des Unfalls zugesagt. "Wie erklären, dass dieser Unfall von externen Faktoren verursacht wurde. Der Fall des Telefonpfostens wurde durch die Tatsache verursacht, dass die Kinder aus dem Dorf Draht um den Pfosten gewickelt hatten und diesen als Schaukel benutzten. Nach und nach wurde dadurch die Widerstand der Struktur des Pofsten geschwächt", erklärte ein Sprecher von Romtelecom und fährt fort: "Der betreffende Pfosten war ausserdem zusätzlich im Boden verankert, damit er auch bei einer wiederholten Krafteinwirkung nicht fallen sollte. Es scheint, dass der Pfosten oft benutzt wurde, um Tiere aus dem Dorf daran anzubinden. Das hat natürlich den Widerstand des Pfostens geschwächt und so zu seinem Fall mit beigetragen. Der Pfosten war kurz vor dem Unglücksfall von einem unseren Kollegen begutachtet worden im Hinblick dass der Pfosten versetzt werden sollte. In diesem Fall hätte der Pfosten ein Gewicht von 80 kg ausgehalten.

Soweit so gut. In der Regel hat in Rumänien in einem solchen Fall ein einzelner Mensch keine Chance gegen die Schlamperei eines Konzerns einen Prozess zu gewinnen. Nicht so in diesem Fall: Ein Gericht in Konstanza hat entschieden, dass ein Verfahren gegen Romtelecom wegen fahrlässiger Tötung eröffnet wird. Die rumänischen Medien feiern dies als "Premiere" für das Land. Es sollte Schule machen, denn dann dürfte auch die landesübliche Schlamperei unter dem Druck des Haftungsgedanken stehen und vielleicht zu mehr Verantwortung führen.


Informationsquelle: Adevarul, Constanţa: Premieră - compania Romtelecom trimisă în judecată pentru uciderea din culpă a unei copile de 13 ani

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