Dienstag, 29. Dezember 2009

Sex statt Wahrheit, wo ist die Gürtellinie?

Die Bildzeitung brachte es: "Umtriebig, umstritten und ab sofort um einiges mächtiger: Rumäniens Tourismus-Ministerin Elena Udrea (36). Die attraktive Blondine posierte nicht nur halb nackt in Hochglanzmagazinen, sondern kontrolliert jetzt auch das EU-Hilfsbudget für Rumänien in Höhe von 3,7 Milliarden Euro. SIE IST SO SEXY – UND SIE GILT ALS SO KORRUPT!"

Typisch für unser Schlamm-Blatt, dass es mehr an der Unterwäsche als an den Tatsachen interessiert ist. Das Wort "so" muss zur Erhöhung der Dramatik herhalten. Zudem hat die Bild ohnehin bei englischen Zeitungen abgeschrieben, die das Thema bereits früher auf den Tisch brachten. Normalerweise interessiert sich kein Mensch in diesen Kreisen für rumänische Politik, aber wenn da Sex im Spiel ist.......

Elena Udrea habe ich vor kurzem unter dem Titel "die schöne Elena" vorgestellt. Sie ist natürlich wenig erfreut über die Meldungen der Auslandspresse und vermutet hinter dem Ganzen ihre Intimfeindin Alina Mungiu-Pippidi. Wer ist diese Alina Mungiu-Pippidi?

Alina Mungiu-Pippidi ist 1964 geboren, Politikwissenschaftlerin, Journalistin und Schriftstellerin. Sie ist Aktivistin für die Zivilgesellschaft im Rumänien nach Ceausescu. Lehrt unter anderem auch an der "Hertie School of Governance" in Berlin im Bereich "Demokratisierungsstudien". Nach ihrer Promotion 1995 in Sozialpsychologie an der Universität in Iasi, Rumänien, studierte sie Politikwissenschaften an der Havard University. Sie unterrichtete an der Universität in Bukarest und SNSPA in Rumänien. Sie ist somit berufen, den Regierenden in Rumänien auf die Finger zu schauen.

Elena Udrea hat ein Recht auf Antwort und die gibt sie uns, indem sie Frau Mungiu-Pippidi als die Hautpverantwortliche für die Kampagne gegen sie hinstellt. Im Wortlaut:

"Die Artikel haben einen gemeinsamen Punkt, sie beziehen sich alle auf Alina Mungiu-Pippidi, die meine Ernennung zur Ministerin für Regionale Entwicklung und Tourismus als skandalös bezeichnet hat. Frau Mungiu-Pippidi verleumdet mich im Zusammenhang mit Geschäften meines Ehemannes und in diesem Kontext auch mit meiner Beziehung zum Präsidenten Rumäniens. Es ist bedauerlich, dass diese Frau, von ihrer Stellung aus, alles in einen persönlichen Rachefeldzug (Vendetta) umwandelt, indem sie Nachrichten verbreitet, die nicht nur meinen Ruf beeinträchtigen, sondern Rumänien auf internationaler Ebene schaden. Auf diese Weg bitte ich deshalb Frau Mungiu-Pippidi, nicht die akademischen Standards zu verlassen, die sie selbst geschaffen hat und die persönlichen Ressentiments, die sie gegen mich hat, beiseite zu lassen. Dann können wir eine Einschätzung meiner öffentlichen Aktivitäten unter Bezug auf die Tatsachen und nicht auf unbewiesenen Behauptungen vornehmen.

Ich präzisiere hier noch einmal, dass mein Ehemann keine Vorteile von meiner öffentlichen Funktion hat und dass er keinen privilegierten Zugang zu öffentlichen Geldern gehabt hat so wie es in den veröffentlichten Artikeln behauptet wurde. Bezüglich der Beschuldigungen von Oppositionsabgeordneten gegen mich verweise ich darauf, dass die Staatsanwaltschaft die Vorwürfe nicht anerkannt und deswegen kein Verfahren gegen mich eröffnet hat. Ich unterstreiche noch einmal, dass ich nicht der Korruption angeklagt wurde, wie die vorgenannten Artikel mir unterstellen. ...."

Frau Udrea erklärt dann des Weiteren, dass sie die Gelder der EU-Fonds sachgerecht verwendet habe. Ebenso habe sie nie sich in Intimwäsche fotografieren lassen und es habe sie sehr überrascht, dass die rumänische Presse solche Informationen aufgenommen habe, obwohl diese genau wisse, dass es sich um Lügen handle.

Sie schliesst mit ihrer Stellungnahme: "Nach dem oben gesagten verlange ich von allen rumänischen Redaktionen, die die Falschinformationen aus der internationalen Presse weitergegeben haben, dass sie dies korrigieren und meine Stellungnahme veröffentlichen. Ich möchte keine Vorzugsbehandlung von Seiten der rumänischen Presse, sondern nur mehr Abstand und Objektivität bei der Beurteilung meiner Tätigkeit, die die öffentlichen Interessen betreffen..... Ich informiere sie hiermit, dass ich mich mit dem Recht auf eine Antwort auch an die Redaktionen des EUobserver, UPI und der The Sunday Times gewandt habe".

Informationsquelle: Ziare.ro, Elena Udrea - Drept la replica und Wikipedia englisch, Alina Mungiu-Pippidi