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Die schöne Elena

"Ich bin 35 Jahre alt und geboren in Buzău. Mein Tierkreiszeichen ist der Widder, alle in diesem Tierkreiszeichen geborenen sind diszipliniert, ergeizig und ausdauernd bis zur Selbstaufgabe. Ich bin sehr loyal und wer mein Vertrauen gewonnen hat, hat eine Freundin fürs Leben gewonnen. Ich bin eine normale Frau, mit einem gewöhnlichen Leben. Wer meint, dass ich täglich Kaviar esse und meine Zeit beim Friseur oder beim Shopping verbringe, irrt sich. Ich habe Freunde, zu denen ich halte. Ich habe eine Mutter, die sich täglich über die Unwahrheiten, die man über mich schreibt, ärgert und die ich versuche, soweit ich es kann, zu trösten. Gelegentlich bin ich aufgeregt, andere Male gestresst. Ich habe Tage, an denen ich mich sehr stark fühle und Tage, an denen ich nicht in Form bin, wie jeder Mensch."

So beschreibt sich Elena Udrea, eine rumänische Nachwuchspolitikerin und bis vor kurzem Tourismus-Ministerin, auf ihrer Webseite. Da sie gut aussieht, hat sie viele Leute an den Fersen kleben, die nicht nur an Politik interessiert sind. Trotzdem, junge Politiker und Politikerinnen wie sie sind 20 Jahre nach dem Sturz des Diktators - zu diesem Zeitpunkt war Elena Udrea ein "Teen" und ging auf die Schule - Rumäniens Zukunft.

Über ihre Kindheit schreibt sie:
"Ich bin in der kommunistischen Zeit aufgewachsen und ich weiss deshalb noch sehr gut, was gefehlt hat. Schokolade war ein Luxus. Ich habe kein Pepsi oder Coca Cola gesehen bis ich 16 Jahre alt war und die Revolution stattfand. Ich habe meinen Anteil an Fleischresten, Eier und Kartoffeln gehabt. Und ich habe auch das Glück gehabt, in einer Familie mit Zusammenhalt zu leben, die versucht hat, auch in jenen schwierigen Zeiten und auf einem bescheidenen Niveau, mir die Dinge zu geben, die ich benötigt habe, sei es nun Kleider und Schuhe oder eine Puppe, so wie sich das jedes Mädchen wünscht. Von Klein auf war ich ein ehrgeiziges Kind. Ich habe das Elite-Gymnasium B.P. Hasdeu in Buzău besucht. Ich erinnere mich an meine Jugend als eine äusserst schwierige Zeit, weil in dieser Zeit die konservativen Werte, in der meine Generation in der kommunistischen Zeit aufgewachsen ist, mit dem neuen Wind der Freiheit bisweilen heftige Auseinandersetzungen brachte."

Sie hat dann Rechtwissenschaft studiert und ist Rechtsanwältin geworden. Sie hat eine eigene Anwaltskanzlei. In die Politik kam sie über die Stadtverwaltung Bukarest, wo sie 2004 Rätin im Generalrat der Stadt (Consiliul General al Muncipiului Bucureşti) wurde und später als Leiterin in die Präsidialverwaltung wechselte. Dort lernte sie den derzeitigen rumänischen Präsidenten Traian Basescu kennen, der zuvor Oberbürgermeister von Bukarest war. "Ich habe den offenen Stil des Herrn Băsescu geschätzt, seine Standfestigkeit und Fähigkeit, die Menschen zu mobilisieren. Er war die ideale Person, um mich umfassend in die Materie der Politik einzuführen", schreibt Elena Udrea. Natürlich trat sie dann auch in die Partei der "Liberal-Demokraten" (PD-L) ein, wo sie zur Zeit Exekutiv-Sekretärin ist.

Zu ihren bisherigen Erfahrungen in der Politik sagt sie: "Ich glaube, dass die unangenehmen Erfahrungen in meiner Karriere als öffentliche Person mich widerstandsfähiger gemacht und ich aus ihnen gelernt habe. Ich bedaure keinen einzigen öffentlichen Auftritt von mir, in dem ich Korruption und die Versuche der Einflussnahme von Entscheidungsträgern gegeisselt habe und ich werde weiter fortfahren über diese Dinge zu sprechen, damit sie nicht zur Normalität werden."

Als Tourismus-Ministerin hat sie versucht, neue Wege zu gehen. Sie hatte es nicht leicht, denn bald wollte man ihr natürlich auch etwas anhängen. Ihr Ministerium soll öffentliche Gelder verschwendet haben und ihr unterstellte man damit, dass sie nicht in der Lage war, das zu kontrollieren. Von einer Parlamentskommission wurde sie in einem Untersuchungsbericht wegen "Missbrauch im Dienst", Handlungen gegen öffentliches Interesse und Interessenkonflikt angeklagt. Die Parlamentskommission hatte den Beginn einer Strafverfolgung gegen sie angeregt.

Nach dem Sturz der Regierung Boc hämten einige, dass ihre Karriere damit wohl am Ende sei. Es wird aber anders kommen: Nach neuesten Gerüchten kommt sie zurück. In der neuen rumänischen Regierung soll sie wieder das Amt der Tourismus-Ministerin übernehmen, aber noch angereichert um das Themenfeld "Entwicklung".

Informationsquelle: Webseite Elena Udrea und rumänische Pressemedien

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