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Aminatou Haidar: Marokko's Spiel mit den Menschenrechten und Europa

Aminatou Haidar, auch nur Aminatu oder Aminetu genannt, vermutlich geboren 1966 in Akka Centre, Provinz Tata, Marokko, ist eine saharauianische Aktivistin für Menschenrechte.

Die Westsahara ist ein Territorium an der Atlantikküste Nordwestafrikas, das nach dem Abzug der ehemaligen Kolonialmacht Spanien von Marokko beansprucht und größtenteils besetzt wurde. Marokko betrachtet das in vorkolonialer Zeit in einem losen Abhängigkeitsverhältnis zu ihm stehende Gebiet als Teil seines Territoriums (Quelle: Wikipedia).

Was ist nun los mit Aminatou Haidar?

"Die Zeit" beschreibt die Situation:
Die marokkanische Regierung, die in der Westsahara seit mehr als drei Jahrzehnten regiert und Saharauis planmäßig verfolgt, schikaniert und verhaftet, hat Haidar ihren Pass weggenommen und sie Mitte November auf die benachbarte, vor der afrikanischen Atlantikküste liegende Kanareninsel Lanzarote abgeschoben.
Am 14. November begann Aminatou Haidar auf dem Flughafen der spanischen Urlaubsinsel Lanzarote einen Hungerstreik. Seitdem nimmt die 42-Jährige nur Wasser zu sich und kann sich inzwischen kaum noch auf den Beinen halten. Die Mutter zweier Kinder ist so geschwächt, dass die Ärzte um ihr Leben fürchten. "Ich habe keine Angst vor dem Tod", krächzt sie mit kaum hörbarer Stimme.

Die Spanier haben Animatou die spanische Staatsangehörigkeit angeboten. Sie hat abgelehnt. Spanien, die ehemalige Kolonialmacht der Westsahara, hat alle diplomatische Hebel in Bewegung gesetzt, um eine Rückkehr von Animatou zu erreichen. Die für internationale Beziehungen bei der sozialistischen Partei PSOE zuständige Elena Valenciano hat heute nach einem Gespräch mit einer marokkanischen Delegation die Situation im Fall Haidar als völlig blockiert bezeichnet. Sie sieht keine Möglichkeit mehr zu einerm Abkommen zwischen Spanien und Marokko in der Angelegenheit zu kommen. Der Konflikt wird immer mehr zur Belastung der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern.

Aminatou Haidar hat einen Brief an die Abgeordneten des Europaparlaments geschrieben, der am 3. Dezember auf der Blogseite von "Solidarité Maroc" veröfftentlicht wurde. Sie schreibt folgendes:

"Ich schreibe ihnen heute aus einer dringenden Notlage von Lanzarote aus, wo ich einen unbegrenzten Hungerstreik führe, um mein unveräusserliches Recht auf Freiheit und Würde zu verteidigen, insbesondere das Recht unverzüglich in mein Land, die Westsahara, in die Stadt El Aaiun, wo ich meinen Wohnsitz habe, zurückkehren zu können.
Ich bin am 13. November 2009 auf dem Flughafen von El Aaiun festgenommen worden auf der Rückreise von den Vereinigten Staaten, wo ich den Preis "Zivil-Courage in Menschenrechtsfragen" von der Train Foundation bekommen habe.
Während 24 Stunden wurde ich Verhören und Demütigungen ausgesetzt, mein Reisepass und mein Telefon wurden konfisziert. Anschliessend wurde ich am 14 November 2009 mit Waffengewalt von den marokkanischen Besatzungskräften ohne Reisepass nach Lanzarote gebracht. Dort befinde ich mich zur Zeit gegen meinen Willen. Die spanischen Behörden hindern mich ebenfalls daran in die West-Sahara zu meiner Familie zurückzukehren. Ich möchte gerne mit meiner Familie wieder vereint sein, insbesondere meinen 2 Kindern (Hayat, 15 Jahre und Mohamed, 13 Jahre), meiner Mutter und meinen Schwestern von denen ich mit Gewalt getrennt wurde.
Jedesmal, wenn ich in das Europaparlament kam, wurde ich sehr warmherzig empfangen. Es war am Sitz des Europaparlaments, wo ich den « Prix Silver Rose » von SOLIDAR verliehen bekommen habe. Die Freunde des EP haben mir immer ihre Solidarität verkündet, aber jetzt bin ich in einem unbegrenzten Hungerstreik, bei dem ich die Unterstützung der ganzen Welt erhalte unter anderem auch von den Nobelpreisträgern Rigoberta Menchu und Ramos Horta sowie vom Literaturpreisträger José Saramago und ich warte immer noch drauf, dass das Europaparlament interveniert, um mich in meinen Kampf für Würde und Freiheit zu unterstützen.
Die Europarlamentarier können angesichts der Werte, die sie immer verteidigt haben, nicht passiv bleiben vor dieser Frontalattacke gegen die Menschenrechte in der West-Sahara: Ich selbst ausgewiesen, 7 andere Kämpfer für Menschenrechte, die alle gewaltlos kämpfen, aber vor ein Militärgericht geschleppt wurden, weitere 40 Saharaoui, die zur Zeit in marrokkanischen Gefängnissen sitzen, nur weil sie ihre Meinung gesagt haben.
Es ist für die Parlamentarier Zeit zu handeln und meinen Fall als Dringlichkeit im Parlament bekannt zu machen und eine Resolution des Parlamentes, die diese Akte gegen die Menschenrechte, die Würde, internationale Konventionen und Abkommen verurteilt.

Ich fordere folgendes:
Meine sofortige Rückkehr in mein Land, die Westsahara, genaugenommen in die Stadt von El Aaiun, wo ich wohne.
Respektierung meiner Würde als menschliches Wesen, die Rückgabe aller meiner konfiszierten Dokumente und meines Passes.
Die Verurteilung der illegalen Besetzung der Westsahara durch Marokko und seiner Politik der systematischen Verletzung des Rechts.
Ich hoffe, dass sie mir helfen werden."

Ob sie Europa hören wird? Der spanische Journalist Javier Bardem schreibt in der Zeitung "El Pais" im Bezug auf die Saharaui's:
"Wie lassen sie im Stich, überlassen sie ihrem Schicksal in den Händen einer Pseudo-Demokratie wie Marokko. Sie haben Folter und Exil zu erleiden und trotzdem sind sie noch nicht verschwunden -das scheint die Absicht der marokkanischen Regierung zu sein mit Beistand seiner Alliierten in der Moncloa und im Elysée - dank der unerschütterlichen und grosszügigen Hilfe eines Teils der spanischen zivilen Gesellschaft, die in diesem Fall weit über der moralischen Höhe ihrer Regierungen liegt. Was soll man mit ideser dickköpfigen und undankbaren Frau machen? Meine Herren, man muss weniger daran denken, zu vermeinden "einen Alliierten" zu verletzen, weniger an unser Handelsbilanz mit Marokko, in Ceuta und Melilla, und die diplomaitschen Initiative ergreifen, um für ein und allemal die Probleme der Sahara zu lösen."

Informationsquelle:
El Pais, El valor de una persona und Bloqueo total en el 'caso Haidar'
Solidarité Maroc, Aminatou Haidar, militante sahraouie, lance un appel aux députés européens

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