Donnerstag, 2. Juli 2009

IM Gică Popescu

"IM", in Deutschland eine Bezeichnung für inoffizielle Mitarbeiter des DDR-Ministeriums für Sicherheit (MfS). Inzwischen hat sich auch Rumänien an die Aufarbeitung seiner kommunistischen Geschichte gemacht und nach und nach tauchen auch hier die "inoffiziellen Mitarbeiter" der Securitate, der rumänischen Sicherheitspolizei, auf. Vor kurzem hat es den europaweit bekannten ehemaligen Fussballspieler Gheorghe "Gică" Popescu erwischt.

Popescu, Jahrgang 1967, ist einer der bekanntesten rumänischen Fussballspieler. Er hat für Rumänien an 3 Weltmeisterschaften ((1990, 1994 und 1998) und an 2 Europameisterschaften teilgenommen. Er spielte für die Vereine FC Universitatea Craiova, PSV Eindhoven, Tottenham Hotspur, FC Barcelona, U.S. Lecce, Galatasaray S.K., SV Hannover 96. Seine grössten Erfolge hatte er mit dem FC Barcelona. Nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Fussball hat er in Craiova eine Fussballschule eröffnet.

Seine Geschäfte hat er wohl zu weitflächig betrieben, denn im vergangenen Jahr geriet er in das Visier der rumänischen Antikorrupitonsbehörde (DNA). Er wird der Steuerhinterziehung und Geldwäsche bezichtigt.

Vor vier Tagen enthüllte die rumänische Presse, dass Popescu früher ein inoffizieller Mitarbeiter der Securitate war. Vier Vermerke aus der Zeit von 1985 bis 1989 über Fussballkollegen und Trainer sind bekannt geworden, die er unter dem Tarnnamen „Baciul” erstellt hat. Popescu hat inzwischen zugegeben, dass er die Notizen geschrieben hat, aber er leugnet weiterhin, inoffizieller Mitarbeiter der Securitate gewesen zu sein und verteidigt sich wie folgt: "Gute Leute, es sind jetzt 20 Jahre seit der Revolution vergangen. Was wollt ihr von mir? Es sind 4 Notizen über 4 Personen. Alle Notizen sind positiv. Wenn ich es schon gemacht habe, dann habe ich es wohlwollend gemacht. Jeder hat so etwas gemacht, warum vergleicht ihr mich mit den grossen Securisten (Mitarbeiter der Securitate)? Warum quält ihr mich?".

Und wenn die rumänische Presse schon einmal daran ist, dann versucht sie jetzt auch am Denkmal des grössten rumänischen Fussballspielers, Gică Hagi, zu kratzen. Seit sich der windige Gigi Becali mit Hagi verkracht hat, versucht er ihm den inoffiziellen Mitarbeiter anzuhängen. Hagi schlägt um sich und meint zum Versuch von Becali: "Der Dieb schreit haltet den Dieb (Hoţul strigă hoţii). Er möchte gerne Aufmerksamkeit erregen. Wir haben gespielt und haben zum Ruhm des Landes beigetragen. Es ist ein Mangel an Anstand".

Das kann ja noch heiter werden, wenn die rumänische Securitate-Aufklärungsbehörde CNSAS noch mehr findet. Man kann gespannt sein, wie es weiter geht.


Informationsquelle: Evenimentul Zilei, „Chiar dacă am dat note, am dat de bine!”