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Neues Adoptionsgesetz in Brasilien

Das brasilianische Abgeordnetenhaus wird in Kürze ein neues Adoptionsgesetz erlassen. Die Unterbringung der Kinder in Adoptionsfamilien wird damit Vorrang vor einer Unterbringung in Heimen erhalten. Die Adoptionsverfahren sollen wesentlich schneller wie bisher durchgeführt werden können. Die Adoption von Kindern durch brasilianische Staatsangehörige haben Vorrang, danach kommen im Ausland lebende Brasilianer zum Zuge und erst dann ist eine internationale Adoption durch fremde Staatsangehörige möglich. Die zukünftigen Eltern müssen sich im nationalen Adoptionskataster (Cadastro Nacional de Adoção) eintragen lassen. Vor der Eintragung wird überprüft, ob die Antragsteller auch als Adoptionseltern geeignet sind.

Die wichtigsten Änderungen im neuen Adoptionsgesetz im Überblick:
  • Geschwister können in der Regel nur zusammen adoptiert werden, es sei denn es gibt besondere Gründe, die dagegen sprechen.
  • Die Möglichkeiten einer nationalen Adoption müssen erst erschöpft werden, bevor eine internationale Adoption angedacht werden kann.
  • Der Verbleib der Kinder in einem familiären Bereich soll für die Entscheidung der Justiz vorranging sein. Eine Adoption soll erst möglich sein, wenn dies nicht möglich ist.
  • Das Kind muss gehört werden, wenn es einer Familie zugeteilt wird und im Fall, dass die Adoptionseltern eine Änderung des Vornamens (mudança do prenome) beantragen.
  • Kinder oder Erwachsene sollen höchstens 2 Jahre in Heimen verbleiben.
  • Mit Erfüllung des 18. Lebensjahres haben Adoptierte das Recht ihre Herkunft zu erfahren.
  • Die Adoptionsfamilie muss einen Kurs über die Befähigung als Adoptionseltern bei einer multidisziplinären Betreuungsgruppe mitmachen.
  • Indigene und farbige Kinder sollen vorrangig in den entsprechenden Gemeinschaften adoptiert werden.
  • Kinder sollen im Bedarfsfalle in einem Heim in der Nähe ihres Wohnortes untergebracht werden.
  • Die Gerichtsbehörde müssen alle 6 Monate einen Bericht über die Situation der Kinder bei ihren Adoptionsfamilien erhalten.
Informationsquelle: Diario de Pernambuco, Esperança de futuro com nova lei de adoção

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