Freitag, 24. Juli 2009

Brasilianer darf in der Schweiz keine Wunder mehr vollbringen

In Genf soll ein 30-jähriger Brasilianer aus Cearà verhaftet worden sein, der sich als Wunderheiler ausgab. Ihm soll vorgeworfen worden sein, von seinen Kunden Geld erpresst zu haben.

Hier der Bericht der brasilianischen Presse beispielhaft am "Diario de Pernambuco" zu dem Vorfall:
"Ein Brasilianer aus Cearà ist in Genf verhaftet worden, weil er Wunder verkaufte. Er behauptete der Vater der Heiligen (pai de santo) zu sein und veranstaltete Sitzungen in Umbanda im Kanton Fribourg. Während der Sitzungen versprach er Heilung von Krankheiten und auch die Eroberung einer widerspenstigen Liebhaberin oder Liebhabers. Dafür hatte er ein einfaches Rezept: Die Herzen von Ochsen, Schafen und Vögeln, Kerzen und sonstige exotische Produkte. Für seine "Zaubereien" (mandinga) liess er sich teuer bezahlen und das 5 Jahre lang.

Die Situation wurde für ihn schwierig als 3 Kunden ihn wegen Erpressung verklagten. Eine Kundin beschuldigte ihn, sie zur Prostitution gezwungen zu haben, um die Umbanda-Sitzungen, die sie zur Lösung persönlicher Probleme besuchte, bezahlen zu können. Der Wunderheiler bestritt die Vorwürfe.

Für die Erbringung spiritueller Dienstleistungen kann man in der Schweiz Geld verlangen. Es ist aber nicht erlaubt, die Kunden zu missbrauchen oder sie zu erpressen. "Es gibt ein Recht, Geld für die Voraussage der Zukunft zu verlangen, problematisch wird es, wenn die Leistungen in keinem Verhältnis zum Geldbetrag stehen oder die Gutgläubigkeit der Leute ausgenutzt wird", sagte der schweizer Richter.

Vor Gericht wurde nur der Vorname des Beschuldigten erwähnt, er heisst João. In der Schweiz werden die Namen von Beschuldigten erst in vollem Umfang veröffentlicht, wenn dieser verurteilt ist. João wurde bereits 2007 einmal verhaftet, aber auf Kaution freigelassen. Das Urteil wird gegen Ende des Jahres erfolgen. Die schweizer Justiz hat bereits ohne Erfolg in Brasilien nachgeforscht, ob der Wunderheiler über Vermögen in Brasilien verfügt.

In der Schweiz gibt es bereits mehrere Umbanda-Zentren, die aber keine Verbindungen zu dem Beschuldigten haben sollen."

Informationsquelle: Diario de Pernambuco, Preso vendedor de milagres

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