Sonntag, 11. Dezember 2011

Staatspräsident rät vom Kauf holländischen Gemüses ab

Der rumänische Staatspräsident Traian Basescu begab sich gestern Abend in einen Bukarester Supermarkt und tätigte da seine Einkäufe. Dabei wurde er scheinbar von einem Tross Journalisten begleitet, die seine Worte nach Beendigung der Einkäufe begierig aufnahmen. In erster Linie war der Stein des Anstoßes holländisches Gemüse. Sein Warenkorb sah ansonsten wie folgt aus: Käse, Mineralwasser, Dekoration für den Weihnachtsbaum und eben Gemüse.

Nach Darstellung der Zeitung “Romania Libera” äußerte er sich zu seinen Einkäufen wie folgt: “Ich glaube, dass es gut wäre, wenn wir kein holländisches Gemüse mehr kaufen.” Gefragt, ob die Preise gestiegen seien antwortete er: “Sie sind gestiegen, auch beim Gemüse. Es gibt kein rumänisches Gemüse mehr. Ich hätte es vorgezogen türkisches oder spanisches Gemüse zu kaufen, wenn es kein rumänisches gibt. Ich glaube es wäre gut, wenn wir kein holländisches Gemüse mehr kaufen würden.” Dann holt er aus: “Wir sollten ehrlicher und selbstsicherer sein, sollten uns nicht selbst geißeln, schlecht von uns sprechen oder Komplexe haben. Das ist nicht wahr! Wir sind eine große Nation, die siebte der Europäischen Union, eine Wirtschaftsleistung die viel besser ist als bei vielen anderen. Wir müssen einfach mehr Selbstvertrauen haben. Ich sage euch was: Wenn wir über uns selbst im Fernsehen schlecht reden, dann nehmen das die Botschaften für bare Münze und berichten das an ihre Ministerien. Die sprechen nicht mit den Leuten, die berichten das, was sie im Fernsehen sehen.”

Was ist denn nun in den Staatspräsidenten gefahren, wird der unbedarfte Leser fragen. Es ist ganz einfach: Die Niederlande haben Rumänien schwer beleidigt. Wieder einmal wurde der Schengenbeitritt Rumäniens von der EU verschoben. Diesmal waren die bösen Buben nicht die Franzosen, sondern die nur noch die Niederländer. Und diesmal waren sie das einzige EU-Land, das gegen einen Beitritt Rumäniens zum Schengenabkommen sein Veto eingelegt hat. Der Staatspräsident wird deutlich: “Wenn ihr euch die Beschlüsse anseht, auch wenn die Niederlande etwas anderes behaupten, dann kann ich euch sagen, dass Interventionen, die gemacht wurden, gegen die Position der Niederlande gingen. Das hat auch der Präsident der europäischen Kommission bestätigt. Er hat gesagt, dass Rumänien und Bulgarien das Gesetz und den Vertrag respektiert haben. Diejenigen, die den Vertrag nicht respektiert haben sind die Niederlande. Dies hat auch der Präsident des Rates und andere Ratsmitglieder bestätigt. Es geht hier um einen Missbrauch durch die Niederlande!

Siehe auch:
Rumänische Verärgerung über die Holländer wegen Schengenblockade
Argumente gegen Schengenbeitritt Rumäniens sind an den Haaren herbeigezogen

Informationsquelle:
Băsescu, după ce a făcut cumpărături într-un supermarket: Am încercat să evit zarzavaturile olandeze – Romania Libera