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Warum sich David Cameron zum Pudel macht

Tony Blair wurde wegen seiner bedingungslosen Treue zu George W. Bush, dem er auch bei den dicksten Lügen brav folgte, auch Bush’s Pudel genannt. Es gibt im Vereinigten Königreich den Begriff “Balfours Pudel (engl.: Balfour's Poodle)”. Laut Wikipedia handelt es sich um ein politisches Schlagwort in der Rhetorik des Vereinigten Königreiches. Mit ihm belegen vor allem Politiker und Journalisten Personen oder Institutionen, deren Haltung oder Handlungsweise als in armseligerweise untertänig und folgsam gegenüber einer bestimmten anderen Person oder Institution betrachtet werden.

Kein Wunder, dass sich auch der derzeitige Premierminister David Cameron auf dem besten Wege befindet, sich zum Pudel zu machen. Mit seinem gestrigen Veto gegen die Änderung des EU-Vertrages hat er sich dazu auf den Weg gemacht. Im Prinzip hat er nichts gegen die vorgeschlagenen wirtschaftlichen und finanzpolitischen Maßnahmen, Hauptsache sein Land hat damit nichts zu tun. In einer Pressekonferenz erklärt er, dass es gar nicht so schlimm sei, wenn das Vereinigte Köngreich nicht mehr hundertprozentig bei der EU mitmacht: “Die britischen Interessen in der Europäischen Union – die Märkte offen halten, unsere Güter und Dienste zu verkaufen mit Regeln, bei denen wir immer noch ein großes Mitspracherecht haben – all diese Dinge sind (trotz Veto) geschützt”. Besonders großen Wert legt Cameron auf die Unantastbarkeit des Finanzzentrums London. Jenes Finanzzentrum, das eifrig mitgeholfen hat, dass britische Banken bankrott gingen, Großbritannien vor einem riesigen Schuldenberg steht und die Welt seit 3 Jahren von einer heftigen Krise geschüttelt wird. Cameron macht sich also zum Pudel der Londoner Finanzwelt. Er macht sie und ihre Steuerschlupflöcher auf einigen karibischen Inseln unter britischem Besitz unantastbar. Eigentlich eine Unverschämtheit, die die Welt so schlucken soll. Das ganze wird verbrämt mit dem Allgemeinbegriff “britische Interessen”. Es sind die Interessen einer geldgierigen Minderheit. Vielleicht würde eine Finanztransaktionssteuer, vor der diese “Dienstleister” soviel Angst haben, weil sie ihren Profit in Gefahr sehen, dabei helfen, Großbritanniens Jugendliche Arbeitsplätze zu beschaffen und den Studenten ein Studium zu ermöglichen, das sie bezahlen können. Man müsste vielleicht jetzt nicht im Rahmen des Schuldenabbaus, die Sozialleistungen für die Ärmsten kürzen, sondern könnte auch hier für ein würdiges Leben sorgen. Aber das sind wohl keine “britischen Interessen”.

Lassen wir eine britische Stimme zu Wort kommen: “Cameron’s Seite an Seite mit den ein Prozent, mit den fetten Katzen, von denen wir schon wieder vergessen haben, dass sie uns den ganzen Schlamassel eingebrockt haben, sollte nicht als Überraschung betrachtet werden. Wie wir bereits im Frühjahr berichtet haben, hat sich die Abhängigkeit der Tory-Partei verdoppelt in der Zeit, in der Cameron vom Führer der Tory zum Premierminister wurde. Das Geld, das die Tories von der City bekamen, hat sich mehr als vervierfacht.”

Den britischen Bürgern kann man vorerst mit Kriegsrethorik Sand in die Augen streuen. Wie lange das funktioniert bleibt dahingestellt. Die Zukunft wird zeigen, ob Cameron als Pudel der Finanzwelt in die Geschichte eingehen wird.

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