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Cariocas protestieren: Hände weg vom Maracanã!

In Rio de Janeiro werden in den nächsten Jahren sportliche Großereignisse stattfinden, die jetzt schon ihren Schatten vorauswerfen. Es sind dies vor allem die Sommer-Olympiade 2016 und die Fußball-WM 2014. Ein Haufen Geld wird bewegt, um die Stadt auf die Ereignisse vorzubereiten. Dabei wird auf die Belange der Einwohner von Rio, der Cariocas, oft wenig Rücksicht genommen. Entscheidend sind die Ansichten der Politiker und Sportfunktionäre, die es selbstverständlich finden, dass Bürger und Bürgerinnen notfalls Nachteile in Kauf nehmen müssen.

Um die Politik zu kontrollieren, wurde in Rio ein “Comitê popularRIO Copa & Olímpiadas” (Volkskomitee RIO Fußball-WM und Olympiade) gegründet. Das Komitee erklärt seine Gründung wie folgt: “Die Erfahrung der Panamerikanischen Spiele 2007 zeigt uns das Unvermögen der brasilianischen Regierung zur Einrichtung eines demokratischen und transparenten Prozesses über die Verwendung der öffentlichen Mittel und das Unvermögen ein wirksames Forum zu errichten, das der Gesellschaft eine Plattform bietet, bei der Durchführung der Ereignisse mitzusprechen. Das Resultat sind verwahrloste Sportstätten, Spiele, die nur im privaten Bereich etwas bringen, aber keinerlei positive Ergebnisse für die Gesellschaft zum Beispiel durch soziale, stadtplanerische und umweltorientierte Verbesserungen für die Stadt zur Folge haben”.

Vor kurzem hat die Regierung des Bundesstaates Rio de Janeiro verkündet, dass sie das “Symbol” des brasilianischen Fußballs, das Maracanã-Stadion in Rio privatisieren will. Grund genug für das Komitee jetzt zur Tat zu schreiten. Mit der Einleitung einer Kampagne unter dem Thema ““O Maraca é nosso!”” (das Maracanã gehört uns!) hat es für heute zu einer Demonstration aufgerufen. Ziel der Kampagne ist es in diesem Zusammenhang folgende Punkte zur Diskussion zu stellen:
Gegen Verschwendung öffentlicher Gelder: Von 1999 bis 2006 wurden 400 Millionen R$ zu Renovierung des Stadions im Hinblick auf die WM 2014 investiert. Jetzt wurde alles auf den Kopf gestellt und entschieden ein neues Stadion zu bauen, das mehr als 1 Billion R$ kosten soll.
Gegen die Privatisierung. Nach erheblichen Investitionen der Steuerzahler soll das Stadion privatisiert werden nach dem Motto, die Schulden für den Staat und den Gewinn für die Privatwirtschaft. Das Komitee ist der Meinung, dass das Stadion dem Volk gehört und nicht verkauft werden kann.
Gegen die Elitisierung des Stadions. Schon heute kann sich kaum mehr ein Carioca den Stadionbesuch leisten. Ein großer Teil des Stadions ist nur noch mit teuren Sitzplätzen ausgestattet.
Gegen eine Europäisierung des Maracanã. Das neue Stadion berücksichtigt nicht das Verhalten der brasilianischen Fußballanhänger, das in Mobilität, Musik und Tanz besteht. Numerierte Sitze, abgeschlossene Sektoren lassen keine Spontaneität und Begeisterung mehr zu.
Gegen ein charakterloses Maracanã. Das Stadion ist ein historisches und kulturelles Denkmal und soll jetzt in ein für “VIP’s” reserviertes Gebiet mit Shopping-Center umgewandelt werden.
Neue Wohnungen für enteignete Anwohner. Die Rechte von Anwohnern mit geringem Einkommen wurden verletzt, um gigantische Parkplätze zu bauen. Es ist eine wichtigere Pflicht diesen Leuten eine anständige Wohnung zu besorgen als Parkplätze für Autos zu schaffen.

Siehe auch:
Brasilien im Würgegriff der Fußball-Weltmeisterschaft 2014
Fußball-WM 2014 bringt nicht nur eitel Sonnenschein

Informationsquelle:
Torcedores fazem manifestação em frente ao Maracanã no sábado -

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