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Spiru Haret, das Schnellwaschmittel unter den Akademiker-Produzenten

Die "Neue Zürcher Zeitung" berichtete vor kurzem über die rumänische Privatuniversität "Spiru Haret". Sie schrieb: "Die rumänische Erziehungsministerin Ecaterina Andronescu verweigerte kürzlich der Privatuniversität «Spiru Haret» die staatliche Anerkennung von mehreren tausend Diplomen. Die Massnahme wirft ein Licht auf die Vergabe von Billig-Doktortiteln, die seit Jahren das rumänische Bildungssystem diskreditiert." Und weiter: "Nach der Wende von dem früheren kommunistischen Bildungsbürokraten Aurelian Bondrea gegründet, etablierte die Privatuniversität an Universitätszentren, aber auch in kleineren Städten Rumäniens und im «Fernstudium» zahlreiche Studiengänge und baute eine technisch hochgerüstete Infrastruktur mit eigenem Radio- und Fernsehsender auf. Ihre Klientel sind oft von den staatlichen Universitäten abgewiesene Bewerber oder Berufstätige. Mittlerweile ist «Spiru Haret» auch ins Ausland expandiert, neun Zentren für Fernstudiengänge wurden eröffnet, zuletzt noch im Mai in Berlin, von wo aus ein Zentrum im sächsischen Plauen betreut werden soll."

Die "Universitatea Spiru Haret" bewundert sich auf ihrer Webseite über ihre Superlative: "30 Fakultäten mit 50 Spezialisierungsabteilungen, 68 Programme für Masterkurse nach den EU-Beschlüssen von Bologna II, 58 Programme für Magister-Ausbildung. 53 Zentren für E-Learning, davon 44 in Rumänien und 9 international (New York, Berlin, Roma, Madrid, Paris, Tel Aviv, Viena, Toronto, Chişinau). 311.928 eingeschriebene Studenten im Vollzeit, -Teilzeit- und Fernstudium. 92.846 Absolventen." Ihren Status beschreibt sie wie folgt: "Institution des höheren Schulwesens, zugelassen, frei, offen, selbständig sowohl ihn akademischer wie wirtschaftlich-finanzieller Hinsicht, juristische Person des Privatrecht und von öffentlicher Nützlichkeit, Teil des nationalen Ausbildungssystems."

Diplome sind bei "Spiru Haret" billig zu haben. Als man schliesslich im Studienjahr 2008/9 über 50 000 Diplome zur Anerkennung im Erziehungsministerium einreichte, sind die zuständigen Behörden dann doch aufgewacht.

Gestern um 11 Uhr wurde das neue Studienjahr im Audimax der Universität in Bukarest eröffnet. Die Zeremonie begann vor einigen 100 Studenten mit dem Singen der rumänischen Nationalhymne in einer älteren Version „Deşteaptă-te, române!” (Erwache, Rumäne) und „Gaudeamus igitur”. Danach folgt ein Film mit einer Lobhudelei in eigener Sache, von der rumänischen Zeitung "Evenimentul Zilei" als eine Machart im besten kommunistischen Stil einer Gehirnwäsche bezeichnet: Die Universität "Spiru Haret" als Säule des rumänischen Bildungssystems und obwohl noch recht jung, bezeichnet man sich als "nationales Patrimonium". Dann wird die Stimme im Film aber bedrohlicher: "Die Ministerin hat in unserer Universität tausende falsche Diplome gesucht, aber keine gefunden. Es gab sie, etwa 15.000, aber an anderen Universitäten des Landes. Über die Art der Untersuchungen hat sich die Ministerin nach dem Gesetz des Schweigens der Mafia verhalten, der Omerta." Der Film schwenkt nun auf ein Bild der Ministerin und die Stimme legt noch etwas an Dramatik drauf: "Unabhängig von einer obstinaten Bigotten, die bald von der Tastatur des Computers zur Kreide und schwarzen Tafel zurückkehren wird, wird der Fortschritt und eure intelektuelle Entwicklung weiterschreiten". Kein Wort darüber, dass die "Spiru Haret" nur eine Lizenz des Erziehungsministerium bis zum Ende des Jahres bekommen hat. Bis dann soll sie nachweisen, dass sie die Voraussetzungen für einen Weiterbetrieb erfüllt.

Informationsquelle: Neue Zürcher Zeitung, Evenimentul Zilei, Spălarea creierelor la „Spiru Haret”

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