Donnerstag, 22. Oktober 2009

Demnächst sprechen die Filmstars katalanisch

Die katalanisches Landesregierung, Generalitat de Catalunya, plant ein Gesetz, das die Filmwirtschaft in Katalonien verpflichtet, mindestens die Hälfte der Filme in den Kinos in katalanischer Sprache anzubieten. Der entsprechende Gesetzentwurf soll heute oder morgen der katalanischen Öffentlichkeit vorgestellt werden. Wer sich nicht daran hält, dem wird mit einer Strafe zwischen 4.000 und 75.000 Euro gedroht. Dafür sollen die Kinos staatliche Unterstützung bei der Renovierung ihrer technischen Anlagen bekommen.

Im Rahmen der Sprachenpolitik der Generalitat soll vorrangig das Katalanische als Landessprache gegenüber der spanischen Sprache gefördert werden.

Der Verband der katalanischen Kino-Unternehmer läuft gegen diese Pläne Sturm. Nach Ansicht der Vorsitzenden, Pilar Sierra, gibt es für katalanische Sprachfassungen "keinen Bedarf" und mit dem geplanten Gesetz würde die Krise der Kinos nur noch verschärft.

Der zuständige Minister für Kultur, Joan Manel Tresserras, erklärte, dass das Argument es gäbe keinen Bedarf falsch sei. "In den 70er Jahren hat man auch behauptet, dass kein Bedarf für einen Radiosender auf Katalanisch bestehe und jetzt ist dieser der meistgehörte Sender in Katalonien", ergänzte er dazu. Er stützt seine Ansicht auch auf eine Meinungsumfrage, dem sogenannten Kulturbarometer, wo sich 82,4% der Befragten einverstanden erklärt hatten, wenn Filme in beiden Sprachen zur Verfügung gestellt würden. Seit mehr als einem Jahr würde mit dem Film-Sektor verhandelt und obwohl es den grossen Verleih-Firmen nicht gefalle, haben sie sich dazu verpflichtet, an diese Aufgabe heranzugehen. Er fügte noch hinzu: "Dasselbe was sie in Estland und Dänemark machen, Länder mit weniger Bevölkerung wie Katalonien."

Informationsquelle: La Vanguardia, Los exhibidores afirman que el cine en catalán no es rentable