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Wie der königliche Schwiegersohn mit Hilfe der Schweizer Banken seine unverdienten Honorare verheimlichte

Wenn der Schwiegersohn des spanischen Königs, Iñaki Urdangarin, sich für Geschäfte anbietet, dann fragt man nicht nach, sondern kommt ihm “selbstverständlich” in allem entgegen, denn schließlich steht ja das Königshaus für absolute Seriosität. Der Verantwortliche für die Finanzierungsgesellschaft Agval (Aguas de Valencia), Eugenio Calabuig war dem königlichen Schwiegersohn bei mehreren gemeinsamen Essen im Jahre 2007 und 2008 näher gekommen. Diese Verbindung wurde auf Vorschlag von Urdangarin in eine Geschäftsbeziehung umgewandelt. Dabei hatte Urdangarin die Aufgabe, internationale Geschäfte für die Agval-Gruppe möglich zu machen. Als Belohnung dafür wurde ein Betrag von 125.000 Euro für jeweils ein Trimester vereinbart. Insgesamt wurden von Agval in dieser Sache 375.000 Euro bezahlt.

Ein etwas komisches Gefühl beschlich den Agval-Verantwortlichen erst als Urdangarin ihm als Projekt den Bau eines Kanals zwischen dem Toten und dem Roten Meer vorschlug. Ein solches Geschäft schien ihm dann doch eine Nummer zu irreal. Von diesem Zeitpunkt an wurde die Auftragsarbeit von Urdangarin beendet. Kassiert hatte er und seine Helfershelfer aber inzwischen den Betrag von 375.000 Euro. Gegenleistung gleich null, auf jeden Fall soll er keine sinnvolle Geschäftsanbahnung vermittelt haben. “Da es sich um den Schweigersohn des Königs handelt, haben wir nicht nachgefragt. Erst beim Vorschlag eines solch unwahrscheinlichen Geschäftes wie den Kanal zwischen totem und rotem Meer, haben wir die Geschäftsbeziehung nach 9 Monaten Bezahlung gestoppt”, erklärt Eugenio Calabuig.

Ein Gericht befasst sich derzeit mit diesem Fall und es musste feststellen, dass es ein ausgeklügeltes System gab, um dieses Honorar, aber auch andere, vor den Steuerbehörden zu verstecken. Generell ging es darum die ganze Geschäftsbeziehung von Urdangarin mit Agval zu vertuschen. Unterschrieben hat nicht er die Vereinbarung, sondern zur Überraschung von Agval ein Treuhänder mit einer Briefkastenfirma. Ein Anteil von 142.000 Euro wurde auf das Konto des Treuhänders bei der Schweizer Bank Julius Bär überwiesen. “Alle Anzeichne deuten daraufhin, dass Herr Urdangarin dieses Konto benutzt hat, um in versteckter Form Geldmittel zu erhalten, die aus öffentlichen Geldern in Spanien abgezweigt wurden”, beschreibt der Untersuchungsrichter in seiner Dokumentation die Situation. Der spanische Untersuchungsrichter wartet jetzt darauf, dass die Schweiz sein Rechtshilfeersuchen bearbeitet. Zwar zeigten sich die Schweizer Behörden willig zu helfen, aber im Gegensatz zu den Ersuchen in Luxemburg und Andorra sollen die Schweizer bisher wegen des Schweizer Bankgeheimnisses auf notwendige längere Bearbeitungszeiten hingewiesen haben.

Es wird immer klarer, dass der Ehemann von Prinzessin Cristina mit dem vermeintlich guten Ruf des Königshauses, seine dunklen Geschäfte zur Plünderung der öffentlichen Kassen betrieb. Auf jeden Fall scheint er viel kriminelle Energie entwickelt zu haben und man darf gespannt sein, wie die Strafverfahren gegen ihn ausgehen werden. Die letzte Rettung für Urdangarin könnte eigentlich nur noch die Schweiz sein, wenn sich diese tatsächlich auf das Bankgeheimnis berufen und Auskünfte verweigern sollte.

Siehe auch
Der Herzog von Palma, Handballer, Betrüger und königlicher Schwiegersohn
Informationsquelle
Urdangarin propuso a Aguas de Valencia un trasvase entre el mar Muerto y el mar Rojo

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