Direkt zum Hauptbereich

Ethisches Handeln, das unbekannte Wesen in der Welt eines globalen Abzockers

Laut Wikipedia ist die Vale S.A., ehemals Companhia Vale do Rio Doce (CVRD), mit Sitz in Rio de Janeiro, neben der Rio Tinto Group und BHP Billiton eines der drei größten Bergbauunternehmen der Welt. Vor einigen Jahren wurde das Unternehmen privatisiert und stieg durch die Übernahme des brasilianischen Bergbauunternehmens Caemi (am 31. März 2006) und des kanadischen Unternehmens Inco zum zweitgrößten Bergbauunternehmen der Welt auf. Vale wurden öfters Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzung vorgeworfen. Im Jahr 2012 gewann der Konzern den Negativpreis Public Eye Award.

Am 19. Dezember 2012 berichtet die Neue Zürcher Zeitung: “Vale International beugt sich der Forderung der Eidgenössischen Steuerverwaltung und zahlt 212 Mio. Fr. Bundessteuern nach. Die Steuerverwaltung warf Vale vor, nicht alle Bedingungen für Steuererleichterungen erfüllt zu haben. …. Der Steuerstreit hatte sich um die Auslegung der Vereinbarung zur teilweisen Befreiung von der Bundessteuer gedreht. Vale International hatte sich 2006 in St. Prex niedergelassen, war von den Waadtländer Behörden von den Gemeinde- und Kantonssteuern befreit worden und erhielt unter Auflagen auch eine teilweise Befreiung von der Bundessteuer.”

Vale hatte sich in die Schweiz verzogen und mit einer kleinen Gemeinde eine Abmachung getroffen, die die Steuerschuld dieses milliardenschweren Konzerns auf ein Minimum einschränkte. Die Juristen sollten in der Schweiz dabei behilflich sein, auch noch das letzte Quentchen an möglichen Steuerersparnissen herbei zu prozessieren. In der Schweiz werden solche Unternehmen äußerst pfleglich behandelt, da gibt es schon zu denken, wenn die Profitgier sich nicht einmal mit dem wenigen, was man noch zahlen muss, abfindet.

Die Abteilung der streitsüchtigen Juristen ist sehr gut besetzt bei Vale S.A. In Brasilien ist der Konzern in Dauerprozessen mit den staatlichen Stellen wegen nicht erfolgter Zahlung von Steuern und Sozialabgaben verwickelt. Es geht um die Gewinne, die Vale juristisch trickreich in die Schweiz verschoben hat. Die brasilianische Gesetzgebung verlangt eine Offenlegung und Besteuerung auch dieser Gewinne. Inzwischen liegt der Rechtsstreit beim Obersten Gerichtshof Brasilien (STF), nachdem in der Vorinstanz die Gerichte zugunsten der staatlichen Stellen entschieden hatten. Vale wird verdächtigt, dass sie die Gewinne ihrer weltweiten Geschäfte in die Schweiz verschiebt, um bei den speziell auf den Konzern zugeschnittenen günstigen Schweizer Steuerbedingungen größtmöglichen Profit zu erzielen. Die Schweizer Bedingungen sind so gut, dass der Konzern seine in anderen Steuerparadiesen entwickelten Aktivitäten in die Schweiz verlagerte.

In Brasilien sind die Exporte von Unternehmen des Typs Vale von der Steuer befreit. Ein ausgesprochen gutes Geschäft für dieses Unternehmen, aber ein äußerst schlechtes für den brasilianischen Staat und die Gesellschaft. Schließlich wird die Ausbeutung der nicht unendlich vermehrbaren Bodenschätze kostenlos einem Privatunternehmen überlassen. Ein Privatunternehmen, dass seine Aufgabe darin sieht, aus Dankbarkeit seine Gewinne in einen Staat zu verschieben, der mit der Ausbeutung und ihren Folgen nichts zu tun hat, aber für sich selbst einen Anteil an diesem Fluchtgeld bekommt und damit zufrieden ist. Wenn es dann aber selbst hartgesottensten Markt-Befürwortern zu dick wird, dann werden die Juristen aus dem Käfig gelassen, die das Recht als ein Instrument der Mächtigen für ihren Bedarf zurecht biegen. Nicht ausgenommen von der Steuerbefreiung sind die Sozialabgaben für die Arbeiter, die Vale zwar zahlt, aber anschließend vor Gericht zieht, um sich das Geld wieder zurück zu holen.

Brasilien hat laut einer Studie die niedrigsten Steuern für Unternehmen auf diesem Sektor. Das Land ist zwar ein aufstrebendes Industrieland, aber es gibt immer noch viele Menschen, die hungern oder in prekären Arbeitsverhältnissen ihren Lebensunterhalt verdienen. Die Staatspräsidentin Dilma Rousseff hat erst vor kurzem wieder betont, dass die Beendigung der sozialen Schande des Hungers ein wichtiges Ziel ihrer Politik ist. Dass Unternehmen wie Vale von solchen Zielen unbeleckt und der Meinung sind, dass sie von ihren Profiten nichts abzugeben bräuchten, das zeugt von deren ethischer Verwilderung. Irgendwie beschleicht einem das Gefühl, dass eine Zerschlagung und Vergesellschaftung, das beste Mittel wäre, um diesem Treiben ein Ende zu machen.

Wenn jemand die Realitäten nicht zur Kenntnis nimmt, dann Vale auf seiner Webseite: “Wir erzeugen Prosperität mit sozialer Verantwortung und Verantwortung für die Umwelt”. Die einzige Verantwortung, die das Unternehmen wahr nimmt, ist die Verantwortung gegenüber seinen Aktieninhabern. Vielleicht sollte das Unternehmen auch dazu stehen.

Informationsquelle
Justiça do Brasil e da Suíça questionam isenções fiscais para a Vale

Beliebte Beiträge

Es reicht!

Vor kurzem wurde in Sao Paulo Ricardo Silva Nascimento, ein Müllsammler, schwarzer Hautfarbe, kaltblütig durch die Militärpolizei erschossen, mit einem Schuss in den Körper und zwei in den Kopf, nur weil er es wagte in einem Restaurant in einem Stadtviertel der Mittelklasse nach Essen zu betteln. Diesselbe Polizei, die ihn tötete, manipulierte vor aller Öffentlichkeit die Beweise am Tatort, transportierte illegalerweise den Körper ab und löschte auf den Mobiltelefonen von denen, die die Tat filmten, den Beweis des Verbrechens.

Bewohner des Viertels sollen dabei der Militärpolizei zugejubelt haben.

In Brasilien erlebt man zur Zeit einen Rückfall in die alte Tradition der Sklavengesellschaft und der Unterdrückung einer Bevölkerung, die ausgebeutet wird und in tiefer Armut lebt. In der Zeit der Präsidentschaft von Lula da Silva gab es eine Politik für die Armen, ein Programm, das sich "Zero fome" (Kein Hunger) nannte und mit dem man den beschämenden Zustand eines reichen Lande…

Pulverfass Brasilien

Im Juni 2013 wurde Brasilien von heftigen und gewalttätigen Demonstrationen erschüttert. Ausgangspunkt waren Fahrpreiserhöhungen im öffentlichen Nahverkehr. Die Situation verschärfte sich derart, dass die damalige Präsidentin Dilma Rousseff ihr Kabinett zu einer Dringlichkeitssitzung einberufen musste. Der Gewaltausbruch war unerwartet und verbreitete sich in ganz Brasilien in kürzester Zeit. Es wurde versuch,t Amtsgebäude zu stürmen und es gab viele Akte des Vandalismus. Die Polizei wurde nur mühsam Herr der Lage.

 Der Philosoph Vladimir Safatle von der Universität hat jetzt in einem Beitrag zur Zeitung "Folha", dere auch im Blog "Combate Racismo Ambiental" veröffentlicht wurde, seine Befürchtung geäußert, dass diese Ereignisse sich bald in verstärkter Form wiederholen werden und hat die Gründe dafür benannt. Seine Ausführungen gebe ich nachstehend wieder:

Eine der offensichtlichen Züge des oligarchischen Gedankens ist die Form wie das Volk und die Mas…

Die Betontürme von Barcelona: Auch Betonschrott macht anhänglich

Wer von den höheren Positionen der Collserola auf Barcelona hinunterblickt, dessen Blick bleibt bald an 3 Türmen im Nordosten von Barcelona hängen. Diese drei Türme, die an der Mündung des Flusses Besós ins Meer liegen, gehörten zu einem konventionellen thermischen Kraftwerk, das in den 70er Jahren gebaut worden war. Seit 2011 ist dieses Kraftwerk stillgelegt. Es hatte zuvor kräftig zur Luftverschmutzung in Barcelona beigetragen. Es liegt nicht auf der Gemarkung der Stadt Barcelona, sondern der Vorortgemeinde Sant Adrià.

Drei Türme aus Beton dienten als Kamine über die die Abgase des Kraftwerks abgeleitet wurden. Beim Bau waren sie 90m hoch über den bereits 90m hohen Hochöfen gebaut worden, Es stellte sich heraus, dass in dieser Höhe die Abgase das Stadtklima beeinträchtigten und so wurden sie bis auf 200m erhöht. Sie übertrafen damit die Türme der Kathedrale Sagrada Familia, das Wahrzeichen von Barcelona. Man könnte sich vorstellen, dass ein solches hässliches Bauwerk als Verschande…

Die 70 gefährlichsten Straßenkilometer in Spanien lassen die Verantwortlichen kalt

Nach einem Bericht der Zeitung "El Pais" ist die Nationalstraße N-I auf einer Strecke von 70 km zwischen der Stadt Burgos und Miranda die gefährlichste Straße Spaniens. Täglich passieren 10.000 Fahrzeuge, die Hälfte davon Lastwagen, die Straße. Wie kam es dazu? El Pais schreibt:

1974 hat der Staat die Autobahn AP-1 eingeweiht, die von Burgos aus ins Baskenland führt und parallel zur N-I verläuft. Die Nutzung wurde privat geregelt, aber der Staat verpflichtete sich, die Autobahn in 5 Jahren freizugeben. Nach Ablauf dieses Zeitraum und aufgrund der Verzögerung bei den Einnahmen der Maut wurde die private Verwaltung bis 1999 verlängert. Nur 3 Jahre nach dieser Verlängerung wurde diese bis 2003 erweitert. Danach erfolgte eine weitere Verlängerung bis 2017 und jetzt soll sie erst 2018 mautfrei gemacht werden.

Der Autobahnbetreiber ist das Unternehmen Europistas, das eine Maut von 11,85 € für die Strecke von Burgos bis Ameyugo, einem Dorf 20 km vor Miranda del Ebro erhebt. Dies is…

Trump setzt auf die Hilfe Gottes beim Schutz seiner Luxus-Immobilien und findet willige Helfer

Präsident Trump liegt sein heiß geliebtes Luxus-Golf-Resort Mar-a-Lago in Florida sehr am Herzen. Schliesslich hält er sich auch jede freie Minute da auf. Monster-Hurrican Irma bedrohte nun seine Glückseligkeitsinsel und um Schaden abzuwenden griff er auf die Hilfe des Allerhöchsten zurück. Allerdings nicht dahingehend, dass an seinem Resort keine Schäden angerichtet werden, sondern dafür, dass evakuierte Amerikaner nicht seine schöne Anlage stürmen und dort die Einrichtung versauen.

Blogger Allan Ishac beschreibt das Ansinnen von Trump an "God":

Präsident Donald Trump wandte sich am Samstag (9. September) an den spirituellen Berater des Weißen Hauses und bat ihn darum, für Mar-O-Lago, seinen Immobilienbesitz an der Küste in Palm Springs zu beten. Das Resort lag auf dem Weg von Hurrikan Irma.

"Ich fragte Joel (Osteen), ein toller Kerl, für Gottes Hilfe zu beten, um die Bewohner in Florida zurückzuhalten in mein Winter-Weißes-Haus zu marschieren und es zu ihrer persönliche…

Spanien muss sich seiner Geschichte stellen, dann kann auch Katalonien seinen Platz finden

Spanien hatte mal einen blutigen Diktator, der als Sieger aus dem Bürgerkrieg (1936-1939) dank der Hilfe von Nazi-Deutschland und dem faschistischen Italien hervorging. Francisco Franco terrorisierte das Land im Verbund mit seinen Generälen und den spanischen Faschisten mit seiner Herrschaft bis zu seinem Tod im Jahre 1975.

"Ursachen für den Ausbruch des Krieges sind in den extremen sozialpolitischen und kulturellen Verwerfungen in der spanischen Gesellschaft sowie in regionalen Autonomiebestrebungen zu finden, etwa im Baskenland und in Katalonien", ist in Wikipedia zu lesen. Vor seinem Tod setzte Franco den König wieder als Staatsoberhaupt ein. Ein König der in den faschistischen Militärakademien ausgebildet wurde. Das Volk wurde zur Wiedereinführung der Monarchie nicht befragt. Spanien gab sich dann eine Verfassung, die im Rahmen der "Transition" keinen radikalen Schnitt mit der Vergangenheit machte. Die Generäle drohten im Hintergrund, jede ihnen nicht passende…