Direkt zum Hauptbereich

Wie Areva den nigrischen Staatspräsidenten zappeln lässt

Areva, der führende französische Atomkonzern, hat starke Interessen im afrikanischen Staat Niger. Dort befinden sich Uran-Lagerstätten, die für die europäischen Atomkraftwerke von hoher Bedeutung sind. Die französische Organisation “L’Observatoire du nucléaire” (Beobachter der Nuklearindustrie) hat unter dem Titel “Hier sieht man wie Areva der nigrischen Regierung seinen Willen aufzwingt” über ein Geheimdokument der Verhandlungen zwischen Areva und der nigrischen Regierung berichtet. Nach Informationen der Organisation zeigt der Text des Dokuments das Ausmaß der Pressionen, die der Atomkonzern auf eines der ärmsten Länder des Planeten ausübt.

Bei dem Dokument handelt es sich um die vertrauliche Zusammenfassung eines Treffens, das am 9. November 2012 in Paris zwischen 3 hochrangigen Vertretern von Areva und Herrn Hassoumi, dem Direktor des Präsidialbüros des Präsidenten der Republik Niger stattgefunden hat. Dabei sagt schon das Verhältnis 3 zu 1 genügend über das Druckpotential der Areva-Seite aus. Der nigrische Staatspräsident Mahamadou Issoufou arbeitete früher bei einer Filiale von Areva in Niger.

In den Gesprächen ging es darum, dass Areva die Uran-Mine von Imouraren erst im Jahr 2016 oder auch 2017 einrichten wollte. Der nigrische Präsident muss sich demnächst Wahlen stellen und für seine Erfolgsaussichten ist außerordentlich wichtig, dass die Mine bereits 2015 eröffnet werden. Im Gesprächsdokument hält Areva die Problematik fest: “Herr Hassounli bestätigt erneut, dass Niger wenig Bewegungsfreiheit bezüglich des Starts des Projekts Irmouraren hat. Dieses gehöre zu den größten Projekten des Präsidenten, der sich dafür gegenüber nigrischen Volk stark gemacht habe. Das Jahr 2015 sei ein Jahr wichtiger politischer Herausforderungen, für das es nicht passend wäre, wenn der Start des Projekts Imouraren nicht erfolgen würde”. Hier haben wir also den Punkt, wo Areva den Präsidenten, dem seine Abhängigkeit vom Wohlwollen des Konzerns klar ist,  nach seinen Wünschen zappeln lassen kann. In den Gesprächen ging es darum, dass diese vertraulich behandelt werden sollten. Dass die Dokumente nun doch der Öffentlichkeit zugänglich wurden führt “L’Observatoire du nucléaire” auf nigrische Stellen zurück, die es nicht ertragen konnten wie Areva mit ihren Repräsentanten umgeht.

Areva hat ein klares Ziel: Das Uran möglichst billig aus Niger heraus zu holen. Im Rahmen der Diskussion bittet deshalb Areva unter Hinweis auf den internationalen Kontext “höflichst” um einen niedrigen Preis für das Uranium. Als Gegenleistung verpflichte sich Areva “alle Kräfte dafür einzusetzen, um den Start des Projektes durch den Beginn der Bergwerkstätigkeit Mitte 2015 sicher zu stellen. Das “L’Observatoire du nucléaire” zieht daraus folgenden Schluss: “Solange das Unternehmen Areva zu einem niedrigen Preis das Uran des Niger ausbeuten kann, organisiert es für Mitte 2015 eine hübsche Feier, um so zu tun wie wenn mit der Uranium-Förderung Mitte 2015 begonnen würde und erlaubt so dem nigrischen Präsidenten daraus einen Vorteil für seine Wiederwahl 2016 zu ziehen. Man kann also sich leicht vorstellen, dass Areva eine “Atomwaffe” gegen den Präsidenten in der Hand hat: Falls dieser Forderungen stellen sollte (vor allem bezüglich des Preises des Uraniums), straft man ihn, indem man die von ihm so benötigte Eröffnungsfeier nicht organisiert.”

Nebenbei fordert Areva noch die Erneuerung der Genehmigung für die bereits bestehenden Uranium Bergwerke Tagait 1, 2 et 3 und die Erteilung einer neuen Gehnehmigung für Toulouk 3. Dafür wäre man auch bereit die Straße von Arlit nach Tahoua, die stark beschädigt ist durch den Lastwagenverkehr mit Uraniumtransporten, zu erneuern.  Dann wird noch ein “Geschenk” für den nigrischen Staatshaushalt in Höhe von 35 Millionen Euro auszahlbar in drei Tranchen zugesichert, von dem “L’Observatoire du nucléaire” vermutet, dass es sich um Bestechungsgelder handelt.

Areva hat jetzt die Organisation “L’Observatoire du nucléaire” wegen Verleumdung verklagt. Am 1. Februar soll die Gerichtsverhandlung stattfinden. Bevor ein Gerichtsurteil gefällt wird, haben die Rechtsanwälte den Provider der Webseite der Organisation aufgefordert, die Webseite innerhalb von 48 Stunden aus dem Netz zu nehmen. Für “L’Observatoire du nucléaire” ein klarer Fall von Zensur und Missachtung der Justiz .

Informationsquelle
Voici comment Areva impose ses volontés au président du Niger

Beliebte Beiträge

Ikonen küssen kann tödlich sein

In rumänisch-orthodoxen Kirchen sind die Heiligenbilder im Ikonenstil ein fester Bestandteil des Inventars und die Bilder von besonders wunderwirkenden Heiligen haben einen herausragenden Platz. Zu ihnen pilgern alle, die sich etwas von Ihnen erhoffen und als besondere Verbindung zwischen Gläubigen und dem/der Heiligen gilt der Kuss auf die Ikone. Viele Ikonen sind an bestimmten Stellen dadurch schon ziemlich in Mitleidenschafft gezogen.

Das Orthodox-Wiki erklärt den Brauch so:

Der Kuss
Der Kuss ist ein in der Orthodoxie tief verwurzelter Brauch. Wenn man in die Kirche geht, gibt es die Gewohnheit der orthodoxen Christen die Ikonen zu verehren oder zu küssen. Durch diese Handlung zeigt der Christ Liebe und Respekt für die Geschenke und Taten Gottes für den Menschen.

Genauso küsst der Gläubige die rechte Hand des Priesters bei bestimmten Gelegenheiten. Mit der rechten Hand gibt der Priester den Wilkommensgruß, der nicht von ihm kommt, sondern von Gott. Durch diesen Akt der Verehrung e…

7 Gründe warum man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte

Journalistin Laura Stefanut von der Webseite “Romania Curata” hat 7 Gründe dafür gefunden, dass man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte. Sie spricht zwar von Einwanderern, aber tatsächlich geht es um Flüchtlinge. Die Situation sieht für diese so aus:

Rumänien ist ein Land, aus dem Millionen Auswanderer nach Westeuropa und Nordamerika ausgewandert sind. Es ist aber kein Land, in das man auswandert. Gegenwärtig gibt es etwa 60.000 Einwanderer von außerhalb der EU im Land. Forscher der Sozialwissenschaften warnen, dass Rumänien auf eine schnelle demographischen Überalterung zusteuert, das viele Vorteile aus der Integration von Einwanderern ziehen könnte. Aber trotz aller Warnungen und Forschungen hat der Staat wenig sinnvolles in diese Richtung getan. Vor kurzem gab es Nachrichten über 2 Flüchtlinge, die aus Versehen in Rumänien gelandet waren und anfingen zu weinen als sie merkten, wo sie waren. Leider, das bestätigen die Forschungen, ist Rumänien kein gutes Z…

Aus der Hölle für Schweine frisch auf den europäischen Tisch

"Die Misshandlung der Tiere ist weit verbreitet im Sektor der spanischen Schweinezucht. Die Tiere werden nicht als Lebewesen, sondern als Ware behandelt", schreibt die Journalistin Esther Vivas. In ihrem Meinungsbeitrag, den ich nachstehend übersetzt wiedergebe, schildert sie in der Zeitung "El Periódico" die Zustände in der spanischen Schweinezucht und -verarbeitung:

Wir leben in einem Land von Schweinen, das ist wörtlich zu verstehen. In Spanien werden jedes Jahr 46 Millionen dieser Tiere geopfert, eines pro Einwohner, die höchste Zahl in ganz Europa. Fleisch, das zum größten Teil für den Export bestimmt ist. Die Schweine wachsen und leben unter miserablen Bedingungen hier, zusammengepfercht auf wenig Raum, auf Gitterböden und umgeben von Fäkalien werden sie nie das Licht das Tages sehen. Danach werden sie geschlachtet und weg sind sie. Was lassen sie zurück? Ein Haufen Scheiße. 

Katalonien ist das Gebiet mit den meisten Schweinen in Spanien. Von den 4 Millionen …

Die Betontürme von Barcelona: Auch Betonschrott macht anhänglich

Wer von den höheren Positionen der Collserola auf Barcelona hinunterblickt, dessen Blick bleibt bald an 3 Türmen im Nordosten von Barcelona hängen. Diese drei Türme, die an der Mündung des Flusses Besós ins Meer liegen, gehörten zu einem konventionellen thermischen Kraftwerk, das in den 70er Jahren gebaut worden war. Seit 2011 ist dieses Kraftwerk stillgelegt. Es hatte zuvor kräftig zur Luftverschmutzung in Barcelona beigetragen. Es liegt nicht auf der Gemarkung der Stadt Barcelona, sondern der Vorortgemeinde Sant Adrià.

Drei Türme aus Beton dienten als Kamine über die die Abgase des Kraftwerks abgeleitet wurden. Beim Bau waren sie 90m hoch über den bereits 90m hohen Hochöfen gebaut worden, Es stellte sich heraus, dass in dieser Höhe die Abgase das Stadtklima beeinträchtigten und so wurden sie bis auf 200m erhöht. Sie übertrafen damit die Türme der Kathedrale Sagrada Familia, das Wahrzeichen von Barcelona. Man könnte sich vorstellen, dass ein solches hässliches Bauwerk als Verschande…

Der spanische Staat verteidigt den Zentralismus mit Händen und Füßen

"Barcelona en Comú" (spanisch: Barcelona en común) und für ganz Katalonien "Catalunya en Comú" ist eine Bürgerplattform, die in eine politische Partei umgewandelt wurde, um 2015 an den Kommunalwahlen in Barcelona teilnehmen zu können. Eine ihrer engagiertesten Aktivistinnen ist Ada Colau, frühere Sprecherin der Plattform für die Betroffenen von Hypotheken (Plataforma de Afectados por la Hipoteca (PAH)). Sie wurde zur Oberbürgermeisterin von Barcelona gewählt. "Barcelona en Comú" ist ein Parteienbündnis, dem die Parteien "Iniciativa per Catalunya Verds", "Esquerra Unida i Alternativa", "Equo", "Procés Constituent" und "Podemos" angehören. Es handelt sich um Parteien aus dem linken und grünen Spektrum. Im Unabhängigkeitskonflikt Kataloniens mit der Zentralregierung nimmt dieses Parteienbündnis eine gemässigte Position sein. Es tritt nicht für die Unabhängigkeit ein, aber sehr wohl für eine erweiterte Autono…

Es reicht!

Vor kurzem wurde in Sao Paulo Ricardo Silva Nascimento, ein Müllsammler, schwarzer Hautfarbe, kaltblütig durch die Militärpolizei erschossen, mit einem Schuss in den Körper und zwei in den Kopf, nur weil er es wagte in einem Restaurant in einem Stadtviertel der Mittelklasse nach Essen zu betteln. Diesselbe Polizei, die ihn tötete, manipulierte vor aller Öffentlichkeit die Beweise am Tatort, transportierte illegalerweise den Körper ab und löschte auf den Mobiltelefonen von denen, die die Tat filmten, den Beweis des Verbrechens.

Bewohner des Viertels sollen dabei der Militärpolizei zugejubelt haben.

In Brasilien erlebt man zur Zeit einen Rückfall in die alte Tradition der Sklavengesellschaft und der Unterdrückung einer Bevölkerung, die ausgebeutet wird und in tiefer Armut lebt. In der Zeit der Präsidentschaft von Lula da Silva gab es eine Politik für die Armen, ein Programm, das sich "Zero fome" (Kein Hunger) nannte und mit dem man den beschämenden Zustand eines reichen Lande…