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Euro Vegas lässt Barcelona nach einer fetten Wurst schnappen

Sheldon Gary Adelson ist ein US-amerikanischer Unternehmer, der sein Vermögen vor allem in der Immobilienbranche in Las Vegas verdient hat. Er ist Besitzer der Las Vegas Sands–Gruppe. Besagter Herr Adelson macht mit seiner Firmengruppe zur Zeit den von Arbeitslosigkeit gebeutelten Spaniern ein Angebot. Er will ein Casino und Hotelkomplex in Barcelona oder Madrid aufbauen. Den Lokalfürsten hängt er eine fette Wurst mit Arbeitsplätzen zu Hauf und Einkommen für die Staatskassen vor die Nase, nach der diese in blinder Gier schnappen. Es kommt nicht oft vor, dass in der Not jemand auftaucht und Erlösung von allen Qualen verspricht. Angeblich will Euro Vegas17 Milliarden Euro investieren.

In Barcelona soll in Flughafennähe ein Komplex von 12 Hotels, Dutzenden von Restaurants, ein Kongresszentrum, drei Golfplätze und 6 Casinos entstehen. So lautet auf jeden Fall ein Projektvorschlag der Boston Consulting Group. Der katalanische Präsident Artur Mas träumt nun schon davon, dass sein Land dadurch zur führenden Region für den Tourismus in Europa werde. Seine Begeisterung wird allerdings von den Bewohnern der betroffenen Orte Gavá und Viladecans im Süden von Barcelona nicht geteilt.

Es gibt inzwischen eine Bürgerbewegung mit dem Namen “Eurovegas No”. Gestern hat die Bewegung in einer Pressekonferenz erklärt, warum sie gegen dieses Projekt ist: “Der Bau dieses gigantischen Kompexes ist kein Synonym für Fortschritt, sondern für prekäre Arbeitsverhältnisse, Steuerungerechtigkeit, Umweltzerstörung und soziale Ungleichheit. Wir verlangen, dass ein Projekt gefördert wird, das für Wachstum sorgt, mit der Umwelt nachhaltig umgeht und sozial gerecht ist.” Nach Ansicht der Bewegung ist bereits schädlich, dass im Geheimen mit den Stadtverwaltungen verhandelt wird. Bei den versprochenen Arbeitsplätze würden es um prekäre Arbeitsverhältnisse gehen, da der US-Investor bereits eine Aufhebung der Tarifverträge und deren Garantien verlangt habe. Eine Sprecherin der Bewegung erklärt, dass “die 261.000 Arbeitsplätze, die man schätzungsweise genannt habe, falsche Erwartungen in der Bevölkerung geweckt haben. Diese Daten seien höchst umstritten und würden nicht auf realen Gegebenheiten beruhen. Deshalb müsse man sich fragen, welche Interessen hinter dem Projekt stecken würde und was für Arbeitsplätze geboten würden und unter welchen Bedingungen”. Eine andere Stimme erklärte in diesem Zusammenhang, dass das Ziel die Schaffung eines Heeres von “Prostituierten und Kellnern” sei.

Des weiteren wird bemängelt, dass die Verwaltungen bereit seien, dem Investor von einigen Steuern und von der Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen zu befreien. Zudem solle das Geldwäschegesetz gelockert werden. Dies würde zu Steuerungerechtigkeit führen und damit gegen die spanische Verfassung verstoßen.

Erste Gemeinden in der Region Madrid haben sich bereits gegen das Projekt auf ihrem Grund ausgesprochen. Das Projekt hat mehr Nachteile wie Vorteile. Die Befürworter bejubeln schon mal, um was es den Investoren wirklich geht: “Mit neuen Spiel-Gesetzen und der Aussicht, dass EuroVegas bald kommen wird, steigt in Spanien das Wettfieber. Dieses Land liebt seine “juegos” (Spiele) und wird in dieser Sache die europäische aber auch die Welthauptstadt werden”. Ganz einfach: Man will den Spaniern auch noch den letzten Euro aus der Tasche ziehen, denn man weiß ja, das Casino gewinnt immer.

Informationsquelle
Euro Vegas Barcelona
Eurovegas: no al chantaje del empleo ni en Madrid ni en Cataluña – Ecologistas en Acción

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